Olias – Mut beginnt mit einem kleinen Wedeln

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.


Was ist mir passiert?

Im Jahr 2022 entdeckten Wanderer in den Bergen zwei winzige Welpen: Olias und ihre Schwester Olivia Carina. Beide waren stark abgemagert, voller Parasiten und von Dornen übersät. Zum Glück wurden die Schwestern rechtzeitig gefunden und in unser Kooperationstierheim, die L.I.D.A. in Olbia, gebracht. Dort waren sie zumindest in Sicherheit. Doch aus Tagen wurden Wochen, aus Wochen Monate und schließlich Jahre.

Während Olivia Carina inzwischen das große Glück hatte, ihre Familie zu finden und endlich erfahren darf, wie sich ein Zuhause anfühlt, wartet Olias noch immer.

Wo bin ich?

Olias lebt in der L.I.D.A. in Olbia – einem Tierheim mit über 700 Hunden. Doch selbst dort gehört sie zu den Hunden, die kaum jemand wahrnimmt. Sie lebt in einem der hinteren Gehege, verborgen vor den Blicken der Besucher. Um überhaupt zu ihr zu gelangen, muss man zunächst ein anderes Gehege durchqueren. Nur selten verirrt sich jemand bis zu ihr.

So sitzt Olias Tag für Tag hinter Gittern und beobachtet das Leben aus der Ferne. Menschen kommen und gehen. Hunde reisen aus. Gehege werden leer und wieder besetzt. Doch für sie scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Dabei wartet sie genauso sehnsüchtig auf ihre Chance wie all die anderen.

Wie bin ich?

Olias ist eine sanfte, sensible Seele mit einem besonders feinen Wesen. Sie gehört nicht zu den Hunden, die Aufmerksamkeit einfordern oder sich in den Vordergrund drängen. Wenn Besucher kommen, macht sie eher einen Schritt zurück als einen nach vorne.
Und doch hat uns Olias bei unserem Besuch im April tief berührt. Als wir ihr Gehege betraten, hielt sie zunächst Abstand. Doch jedes Mal, wenn wir sie ansprachen, begann ihre Rute zu wedeln. Ganz vorsichtig. Als würde sie sagen wollen: „Ich freue mich, dass ihr da seid.“
Man konnte sehen, wie sehr sie sich Kontakt wünscht und gleichzeitig nicht weiß, ob sie sich trauen darf. Lange beobachtete sie uns aus sicherer Entfernung. Immer wieder blickte sie herüber. Immer wieder wedelte ihre Rute. Und dann geschah etwas, das für viele selbstverständlich erscheint, für Olias aber ein riesiger Schritt war:
Sie fasste all ihren Mut zusammen. Vorsichtig kam sie näher und ließ sich streicheln. Und es war, als würde sie selbst kaum glauben können, was sie gerade geschafft hatte.

Dieser wunderbare Moment hat uns gezeigt, wie viel Potenzial in Olias steckt. Hinter ihrer Unsicherheit verbirgt sich keine Hündin, die keinen Kontakt möchte. Ganz im Gegenteil. Sie möchte dazugehören. Sie möchte Nähe zulassen. Sie braucht nur einen Menschen, der ihr die Zeit gibt, die sie dafür benötigt.

Olias ist kein hoffnungsloser Angsthund. Sie ist eine Hündin, die nie die Gelegenheit hatte zu lernen, dass Menschen ihr Sicherheit schenken können.

Was suche ich?

Für Olias wünschen wir uns ein besonders liebevolles und geduldiges Zuhause bei Menschen, die nichts von ihr erwarten und ihr dennoch alles schenken möchten. Menschen, die verstehen, dass Vertrauen nicht eingefordert werden kann, sondern wachsen muss. Ein ruhiges Umfeld, feste Strukturen und ein sicher eingezäunter Garten würden ihr den Start erleichtern. Auch ein souveräner Ersthund könnte ihr helfen, sich schneller im neuen Leben zurechtzufinden.

Olias braucht Menschen, die sich über die kleinen Dinge mit ihr freuen.
Über das erste Leckerchen aus der Hand.
Über den ersten neugierigen Blick.
Über die erste vorsichtige Berührung.
Und irgendwann über den Moment, in dem sie von sich aus die Nähe sucht.

Wir wünschen uns so sehr, dass Olias nicht noch weitere Jahre in einem vergessenen Gehege verbringen muss. Dass sie endlich erfahren darf, wie sich ein weiches Körbchen anfühlt. Wie Geborgenheit aussieht. Wie es ist, geliebt zu werden und anzukommen. Denn wenn eine Hündin trotz all der verlorenen Jahre noch immer den Mut findet, ihre Rute für Menschen zum Wedeln zu bringen, dann hat sie jede Chance dieser Welt verdient.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Olias kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 15.04.2022

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Labrador Mischling

Schulterhöhe

ca. 53 cm

Gewicht

Liegt nicht vor

Geschlecht

Weiblich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

L.I.D.A. Olbia, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Ja, souveräner Ersthund

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Beate Roeder


Vermittlung Angsthunde

Telefon: (0152) 04 42 88 96
E-Mail: beate.roeder@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Labrador Retriever

Reinrassige Labrador Retriever


Geschichte bzw. Herkunft

Der Süden Neufundlands ist die Heimat des Labrador Retrievers. Labrador, die gleichnamige Halbinsel Kanadas, hat nichts mit der Namensgebung zu tun. Die Vorfahren des Labrador Retrievers sind unter den so genannten St. John’s Hunden zu suchen. Die Rasse ist das Ergebnis einer mehrere Jahrhunderte währenden Selektion von Arbeitshunden, die den Menschen bei der Jagd und bei der Verrichtung der täglichen Arbeit zur Seite standen. Dem Labrador Retriever oblag traditionell der jagdliche Einsatz: Er brachte erlegte Wasservögel an Land. Die ersten Labrador Retriever gelangten zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach England und sie avancierten schnell zu einem beliebten Apportierhund. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Rassebeschreibung
  • Gruppe: 8 Apportierhunde, Stöberhunde, Wasserhunde
  • Sektion: 1 Apportierhunde
  • Größe: Zwischen 54cm und 57cm
Erscheingungsbild
  • Fellfarben: Das Haarkleid des Hundes ist stockhaarig, kurz, dicht, hart, nicht wellig und gut mit Unterwolle versehen. Die Rasse ist in drei attraktiven Farbvarianten vertreten: Schwarz, Gelb und Braun. In einem einzigen Wurf können drei Farben vorkommen.
  • Größe: Labrador Retriever sind kräftig gebaute Hunde von mittlerer Größe. Die ideale Schulterhöhe beträgt 56 – 57cm bei Rüden und 54 – 56cm bei Hündinnen.
  • Kopf: Ein breiter Kopf mit deutlichem Stopp.
  • Rute: Otterrute; die mit kurzem, dichten Fell bedeckte Rute zeigt einen sehr dicken Ansatz und verjüngt sich allmählich zur Rutenspitze hin.
Rassespezifische Charakterzüge

Labrador Retriever sind gutmütige und freundliche Hunde. Jegliche Art von Schärfe, Aggressivität oder unangebrachte Scheu gegenüber Menschen sind dem rassetypischen Labrador fern. Der Labrador Retriever verhält sich sowohl seiner Umwelt als auch Menschen gegenüber freundlich, aufgeschlossen und neugierig. Er fühlt sich in der Gegenwart von Menschen wohl und zeigt auch keine Scheu, Angst oder Unsicherheit, wenn diese ihm zu nahekommen. Ausgeprägt ist sein Wille zu gefallen (engl. „will to please“).

Der Labrador Retriever ist ein sehr geduldiger und ausgeglichener Hund. Dies rührt wahrscheinlich von seiner langjährigen jagdlichen Nutzung her. Als Apportierhund hatte der Labrador Retriever während der Jagd neben seinem Herrchen oder Frauchen zu liegen, bis das Wild aufgestöbert und geschossen war, um dann das tote Wild zu apportieren. Ein Retriever sollte ein „weiches Maul“ haben, er sollte die Beute ohne Beschädigung zum Hundeführer bringen. Geblieben ist dem Labrador Retriever auch seine Liebe zum Wasser und zum Apportieren.

Trotz seiner eigentlich sehr ruhigen Art benötigt der Labrador Retriever viel geistige und körperliche Beschäftigung.

Haltungsempfehlung

Auch wenn Labrador Retriever über ein hohes Maß an Vielfältigkeit verfügen, so sind es doch ihre Apportierfreude und ihre jagdlichen Fähigkeiten, die weltweit Hundefreunde begeistern. Labrador Retriever brillieren auf Field Trials und erweisen sich als routinierter Partner des Jägers. Das Apportieren von erlegtem Feder- und Wasserwild zählt zu ihren Hauptaufgaben. Arbeitswille, Standruhe und Ausdauer gehören zu den markantesten Merkmalen der Rasse. Wer sich nicht dazu berufen fühlt, seinen Hund jagdlich zu führen, findet in der Dummy-Arbeit eine Alternative. In England wird der Labrador Retriever heutzutage überwiegend für Arbeiten nach dem Schuss eingesetzt. In Deutschland übernimmt er oft auch die Arbeit vor dem Schuss und erfreut sich als Familienhund großer Beliebtheit. Die Erziehung des Labrador Retrievers gilt als relativ unproblematisch. Auf eine konsequente Erziehung ohne übertriebene Härte sollte allerdings Wert gelegt werden. Familienanschluss und sehr viel Bewegung sind ein Muss, wenn sich der pflegeleichte Retriever wohlfühlen soll.


Labrador Retriever Mischlinge