Sicher durch die Zeckensaison – Prävention, Risiken und richtige Entfernung

Der Winter neigt sich dem Ende zu und mit steigenden Temperaturen beginnt wieder die Zeckensaison. Bereits ab 7 Grad sind die kleinen Plagegeister aktiv und somit ein Zeckenschutz nötig. Wir klären über die verschiedenen Arten der Zeckenprophylaxe auf, damit ihr euch keine Gedanken über Krankheiten machen müsst, sondern euch ganz auf Liebe, Spaß und Leckerlies konzentrieren könnt.

Warum ist Zeckenschutz wichtig?

Die Stiche der kleinen Blutsauger sind lästig, doch meist an sich nicht gefährlich. Sie heilen oft ohne Komplikationen ab. Juckt ein Stich, kann sich das Tier jedoch kratzen und es kann zu einer Entzündungsreaktion kommen. Das eigentlich Gefährliche an Zeckenstichen ist allerdings, dass durch sie verschiedene Krankheiten übertragen werden können.

Welche Krankheiten können durch Zecken übertragen werden?

Eine der am häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten in Mitteleuropa ist die Borreliose, eine bakterielle Infektionskrankheit, die bei Hunden und Katzen zu Appetitlosigkeit, Fieber und Gelenkentzündungen führen kann. Zudem kann es zu einem Befall mit der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) kommen, welche bei Hunden zu Lähmungen und Krampfanfällen führen kann. Bei Katzen verläuft die FSME meist symptomlos.

Weitere verbreitete Krankheiten sind die Anaplasmose, Ehrlichiose, Hepatozoonose und Babesiose, die sogenannte „Hundemalaria“. Hier kannst du dich genauer über diese Krankheiten und ihre Behandlung informieren.

Bei Hunden können diese Krankheiten tödlich verlaufen. Katzen erkranken meist weniger schwer, können jedoch auch gesundheitliche Probleme entwickeln.

Welche Zeckenarten gibt es in Mitteleuropa?

Hier kannst du lesen, welche Zeckenarten in Mitteleuropa heimisch sind oder sich aufgrund der Klimaerwärmung ansiedeln konnten und welche Krankheiten sie übertragen.

Wie sieht Zeckenprophylaxe aus?

Sucht eure Katzen nach dem Freigang und eure Hunde nach den Spaziergängen auf Zecken ab. Oft haben die Blutsauger zu diesem Zeitpunkt noch nicht zugestochen. Ein Fusselroller oder Flohkamm können helfen, noch krabbelnde Zecken im Fell zu finden.

Zur Zeckenprophylaxe können zahlreiche Mittel beim Tierarzt oder freiverkäuflich erworben werden. Sie wirken repellierend und / oder akarizid.

  • Unter einer repellierenden Wirkung versteht man die abwehrende / abweisende Wirkung auf die Zecke. Die Zecke verlässt das Tier ohne zu stechen oder lässt sich gar nicht erst auf ihm nieder.
  • Ein akarizides Mittel hingegen tötet eine Zecke ab, sobald sie mit ihm in Berührung kommt.

1)  Chemische / verschreibungspflichtige Mittel:

Bitte benutzt niemals ein für Hunde zugelassenes Mittel bei einer Katze oder anderen Tieren oder umgekehrt, es kann zu schweren Vergiftungen mit tödlichem Ausgang kommen!

Lokale Spot-Ons und Zeckenhalsbänder: 
  • Wirkungsweise: Der Wirkstoff verteilt sich in der äußeren Talgschicht der Haut. Er hat sowohl eine repellierende als auch eine akarizide Wirkung. Zecken werden davon abgehalten zuzustechen, sie sterben bereits vor dem Stich bei dem Kontakt mit Haut und Fell ab.
  • Pro: Das Mittel erweist sich als zuverlässig. Es bleibt auf der äußeren Fettschicht der Haut und die Zecke stirbt bereits bei Kontakt mit dem Hund / der Katze ab und muss nicht erst zustechen. Die Gefahr einer Erregerübertragung ist äußerst gering.
  • Kontra: Es handelt sich um ein Gift, bei sensiblen Tieren kann es zu Nebenwirkungen kommen. Der Mensch und andere Tiere sollten bis zu 2 Tage nach dem Auftragen des Spot-Ons Hautkontakt zu dem behandelten Tier meiden. Wirkstoffe, die bei Hunden eingesetzt werden, können bei Katzen zu schweren Vergiftungen führen. Der Hund sollte in dieser Zeit auch nicht baden, weil sonst die Wirkung beeinträchtigt werden kann und das Gift eine schädliche Wirkung auf Wasserorganismen hat.

    Auch ein Zecken- und Flohhalsband sollte möglichst nicht berührt und vor einem Bad im See abgenommen werden. 
    Bei Zeckenhalsbändern ist es wichtig, dass sie direkt auf der Haut aufliegen, was bei Hunden mit dichtem Fell schonmal schwierig sein kann
    .
    Je nach Wirkstoff können Zeckenhalsbänder für Hunde auf Katzen giftig wirken.
    Hunde, die mit Katzen zusammenleben, sollten daher nicht mit Spot-ons oder Halsbändern, die für Katzen giftige Wirkstoffe enthalten, behandelt werden.

Systemische Spot-Ons und Tabletten:
  • Wirkungsweise: Der Wirkstoff wird ins Blut aufgenommen und über die Gefäße in die Kapillare der Haut transportiert.
  • Pro: Das Mittel erweist sich als zuverlässig, es befindet sich im Blut des Hundes oder der Katze. Das Gift entfaltet keine Wirkung außerhalb des Körpers, kann also auf Wasserorganismen und andere Tierarten, wie z.B. Katzen aber auch auf Menschen nicht toxisch wirken.
  • Kontra: Es handelt sich um Wirkstoffe, die auf Zecken und andere Parasiten giftig wirken. Für Hunde und Katzen sind sie in der Regel unbedenklich, dennoch kann es in manchen Fällen zu Nebenwirkungen kommen. So sollten z. B. Hunde und Katzen mit MDR1-Gendefekt nur nach tierärztlicher Rücksprache mit diesen Präparaten behandelt werden.

Achtung: Die Zecke muss erst an ihrem Wirt saugen, damit sie das Gift aufnehmen kann. Es kann dabei zu einer Erregerübertragung auf das Tier kommen.

2)  Alternative (Haus)Mittel:

Sie können ggf. den Zeckenbefall reduzieren.

Kokosöl: 
  • Wirkungsweise: Die im Kokosöl enthaltene Fettsäuren haben in Laborversuchen eine repellierende Wirkung auf den gemeinen Holzbock gezeigt (die Wirkung auf andere Zeckenarten wurde noch nicht ausreichend untersucht), allerdings für nur ca. 6 Stunden. Dazu reichen kleine Mengen Öl, die ins Fell des Hundes gerieben werden.
  • Pro: Kokosöl ist ungiftig für Hunde und Katzen, pflegt sogar das Fell.
  • Kontra: Die Behandlung muss vor jedem Spaziergang wiederholt werden, weil die Wirkung nur kurzfristig anhält. Kokosöl hat keine akarizide Wirkung, die Zecken werden nicht abgetötet. Es hält Zecken nicht sicher fern, daher kann es dennoch zu einem Zeckenbefall und zu einer Erregerübertragung kommen.

Freiverkäufliche Spot-Ons mit ätherischen Ölen:
  • Wirkungsweise: Bei einigen ätherischen Öle wurde im Labor eine repellierende Wirkung auf Zecken festgestellt.
  • Pro: Kaum Nebenwirkungen bei Hunden
  • Kontra: Für Katzen sind die meisten ätherischen Öle nicht geeignet und aufgrund ihres besonderen Stoffwechsels sogar bereits durch Einatmung sehr giftig. Auch auf Hunde können ätherische Öle in größeren Mengen giftig wirken. Zudem haben sie eine empfindliche Nase und ätherische Öle einen starken Duft, wodurch es zu Stressreaktionen beim Hund kommen kann.

Ätherische Öle haben wie auch das Kokosöl keine akarizide Wirkung und es kann daher dennoch zu einem Zeckenbefall und zu einer Erregerübertragung kommen.

Wie wird eine Zecke richtig entfernt?

Hat doch mal eine Zecke zugestochen, entfernt diese Zecke bitte umgehend! Oft findet eine Erregerübertragung erst nach Stunden bis Tagen statt. Je länger eine Zecke am Tier oder Mensch verbleibt, desto höher ist das Übertragungsrisiko von Krankheiten.

Zecken sollten nur mit geeigneten Werkzeugen entfernt werden, z.B. Zeckenzangen und Zeckenhaken. Dabei sollten darauf geachtet werden, dass sie nicht gequetscht wird, da sonst erregerhaltiger Speichel der Zecke in den Wirt gelangen kann.

Die Zecke sollte auch vorher nicht mit Klebstoff, Alkohol oder Äther getötet werden, weil es sonst im Todeskampf der Zecke ebenfalls zu einer Erregerübertragung kommen kann.

Zieht die Zecke mit gleichmäßigem Zug nach oben aus der Haut heraus. Es kann einige Sekunden dauern, bis die Zecke sich löst.

Anschließend solltet ihr die Zecke vernichten und die Stichstelle desinfizieren.