21.07.2015 – Elia 

Elia fand sein Zuhause am 21.07.2015   (Happyend-Story)

Elia

Elia lernte ich im Dezember 2014 durch Zufall kennen. Er war in einem kleinen Zwinger im vorderen Bereich der L.I.D.A. Olbia untergebracht. Eigentlich gingen wir in das Gehege, weil wir zwei Hündinnen in die Vermittlung aufnehmen wollten. Dann fiel unser Blick auf Elia und wir fragten einen Helfer vor Ort, wer das ist, denn gesehen hatten wir ihn zuvor noch nie.

Was wir dann erfuhren, erschütterte uns. Denn Elia ist bereits, seitdem er wenige Wochen alt ist, in unserem Kooperationstierheim. Er war uns nur noch nie aufgefallen, da er, sobald er in einem Gehege untergebracht ist, meist nur in den Hütten sitzen darf. In allen Gehegen, in denen er bisher einquartiert wurde, hatte der sensible und zarte Rüde keine Chance zu überleben. Immer wieder wurde er zum Opfer von Attacken und drohte zu verhungern, da er auch nicht an das Futter gelassen wurde. Aus diesem Grund war er wieder einmal nach vorne geholt worden und wir hatten das Glück, diesen feinen Kerl kennenzulernen.

Zurück in Deutschland schrieb ich sofort seinen Vermittlungstext und es dauert nur wenige Tage bis er entdeckt wurde. Für seine Familie war es Liebe auf den ersten Blick, denn sie konnten es kaum abwarten, alle Formalitäten zu erledigen. 😉 Leider waren die Formalitäten auf Sardinien nicht so schnell erledigt, denn es gab keine EU-Ausweise mehr. So verschob sich die Ausreise immer weiter. Da die Familie noch Urlaub geplant hatte und es dann aufgrund fehlender Flugpaten mit der Ausreise von Elia noch länger gedauert hätte, nahmen sie es selbst in die Hand und flogen nach Olbia und holten ihren Schatz persönlich ab.

Dann war es endlich soweit und deine Familie flog am 21.07.2015 mit dir im Gepäck nach Deutschland. Endlich hattest du es geschafft. Das lange Warten hat sich für alle gelohnt, denn Elia hat ein absolutes Traumzuhause gefunden. Und die Familie einen Traumhund. Natürlich musste er die große, weite Welt erst mal erkunden, aber mit Frauchen und Herrchen an der Seite meistert er alles hervorragend!

Hallo Frau Wilhelm,

das Flint, mit dem ich gerade müde und zufrieden aus der Hundeschule heimkehre, der ängstliche und zitternde Elia ist, den ich vor 5 Wochen auf Sardinien abgeholt habe, ist heute nicht mehr zu glauben. Ist Flint vor 5 Wochen noch bei jedem Auto, Jogger, Radfahrer, Fußgänger und Hund erschrocken und zurückgewichen, so bleibt er heute nahezu immer entspannt. Das erste Mal Treppe laufen war eigentlich kein Laufen, sondern ein Hochziehen. Schon einen Tag später flitzte Flint Treppen rauf und runter. War das Geschirr samt Leine am ersten Tag ein Graus – heute zieht er sein Geschirr freiwillig an und läuft fantastisch an der Leine. Beim ersten Zusammentreffen mit dem Nachbarhund Sunny wäre er am liebsten gestorben – heute ist sie seine beste Freundin. Vielerorts können wir Flint schon prima frei laufen lassen, da er bei uns bleibt und auf Ruf zu uns kommt. Gerade Wald- und Wiesenspaziergänge liebt er und bestaunt jedes Blatt und jede Blume. Am Anfang hat er nahezu 24 Stunden am Tag geschlafen – heute ist er ein munterer, kleiner Clown – immer bereit, Tricks zu üben oder einen Marsch zu machen. Flint kann stundenweise alleine bleiben, fährt mittlerweile recht entspannt Auto und beherrscht schon etliche Tricks: Sitz, Platz, Bleib, Fuß, Spring kennt er ebenso wie eine Acht laufen, der Target-Hand folgen, etwas umrunden, Leckerchen auf den Pfoten liegen lassen und, und, und. Er will immer zeigen, was alles in ihm steckt und überwindet mit Neugier noch verbliebene kleine Unsicherheiten. Flint besucht begeistert die Hundeschule („Bochum bellt“) und macht Frauchen und Herrchen immer richtig stolz.

Auch die übrige Mischpoke hat bereits um die Pfote gewickelt und ist gern gesehener Gast.

Allerdings ist er auch ein kleiner Zerstörer: Sowohl die Spiel-Ente als auch der Affe haben eine schwere Lobotomie über sich ergehen lassen müssen.

Kurzum: Wir sind seelig, ihn zu haben! Daher heißt er bei uns auch immer: Flint, die Supersardine.

Hallo Frau Wilhelm,

wir wünschen ihnen und Ihren Schützlingen einen guten Start in ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2016. Seit über 5 Monaten ist Flint (ehemalig Elia) jetzt festes Familienmitglied bei uns und wir sind nach wie vor sehr glücklich, den kleinen Kerl bei uns zu haben!

Ihre Internet-Beschreibung von Flint stimmte wirklich: Er ist ein fröhlicher, kecker Kerl, aber nicht frech. Er ist sehr folgsam, achtet immer darauf, in unserer Nähe zu bleiben. Leidenschaftlich gerne liegt er mit uns auf der Couch und lässt sich das Bäuchlein kraulen. Bei Besuchern wird er manchmal unsicher und bellt diese dann an, wenn sie spontan aufstehen. Allerdings können wir ihn dann sofort abrufen und in seinen Kuddeln schicken bzw. die meisten Männer konnten wir ihm schon „schönclickern“.

Seine Mobbing-Erlebnisse in der LIDA müssen deutlich gewesen sein, denn in der Regel meidet er fremde Hunde. Falls Hunde sich schnell und aufdringlich nähern, ergreift er die Flucht. Zum Glück wird Flint dabei nicht kopflos, sondern läuft einen Bogen, aber bleibt in der Nähe. Wenn er die Hunde einmal kennengelernt hat und sie in nicht bedrängen, sind weitere Begegnungen kein Problem. Mit unserer „Mitbewohnerin“ Sunny von unseren Nachbarn kommt er gut aus, auch der große Airdale-Rüde Snörre von Freunden kann mittlerweile problemlos zu Besuch kommen. Dann traut sich Flint sogar, ihn von seinem Kuddel wegzubellen 🙂

In der Hundeschule sind zum Glück nur freundliche Hunde, so dass Flint sich in seiner Gruppe wohlfühlt und wirklich gerne arbeitet. Besonders gerne lernt er kleine Tricks. Die Grundkommandos konnte er ruckzuck. Besonders gerne apportiert er seinen Futterdummy. Einzig den Kofferraum des Autos findet er immer noch blöd, wobei er gerne angeschnallt auf dem Rücksitz mitfährt – dies erscheint uns allerdings nach schlammigen Spaziergängen nicht immer opportun 😉

Wir waren jetzt bereits zweimal im Urlaub – erst in Holland, jetzt über Silvester in Dänemark. Flint liebt lange Strand- und Heidespaziergänge. Dann flitzt er wie verrückt durch den Sand und bestaunt jede Muschel. Im Wald entwickelt er sich zu einem kleinen Jäger, wobei er Spuren anzeigt, aber sich sehr gut abrufen lässt. Die Silvesterraketen und -böller haben ihn ziemlich kalt gelassen, nach einem kleinen Futterspiel hat er sich einfach wieder schlafen gelegt.

Kurz gesagt: Er ist ein totaler Schatz und wir staunen, wie schnell er sich von der kleinen LIDA-Welt an die große, laute und volle Stadt gewöhnt hat! Egal was auch ist – wir rücken ihn nicht mehr heraus!

Herzliche Grüße Jan, Meike und Flint

Elia, der nun Flint heißt, hat am 21.07.2015 sein Traumzuhause in Bochum bezogen und gibt es nie wieder her!