Tancau – Sensibler Schmuser mit Handicap sucht hundeerfahrene Menschen

Alle Angaben entsprechen den Angaben der Pflegestelle. Alle Hunde wurden einmalig einem Tierarzt vorgestellt zur Blutprobenabnahme für den Mittelmeercheck. Hier erhält der Hund einen Erstcheck (Ohren, Augen, Zähne, etc.). Alter und Größen- sowie Gewichtsangabe können abweichen. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich. Sie adoptieren Second-Hand-Hunde, die vorher kein Familienleben kannten und auf den Straßen ums Überleben gekämpft haben, dies hinterlässt oft psychische Spuren und körperliche Defizite.


Was ist mir passiert?

Tancau hat sein erstens Lebensjahr wohl als Straßenhund verbracht und wurde völlig abgemagert, mit kurzer Rute und einer deformierten Vorderpfote im September 2022 gefunden und ins Canile Tortoli gebracht. Ein Aufbewahrungsort ohne Liebe und Zuwendung. Im Canile hat ein Hund mit Handicap keine Chance, es gibt keine Möglichkeit solchen Tieren vor Ort zu helfen. Tancau hatte großes Glück und durfte nach einem Jahr auf eine Pflegestelle nach Deutschland ausreisen.

Wo bin ich?

Seit dem 30.09.2023 befindet sich Tancau auf einer Pflegestelle in 47661 Issum, Deutschland. Hier lebt er bei seinem Pflegefrauchen Birgit, ihren zwei Töchtern (16 und 18 Jahre) sowie ihrer sehr ruhigen und älteren Maremmano-Hündin. Ebenso leben Pferde, drei Katzen und Kaninchen auf dem Hof.

Wie bin ich?

Tancau hat schneeweißes, eher rauhaariges Fell, eine struppige Halskrause und einen niedlichen Stummelschwanz. Seine wunderschönen dunklen Augen bilden ein wunderbaren Kontrast zu seinem weißen Fell. Vermutlich ist Tancau ein Pastore-Fonnese-Mischling, aber genau können wir das nicht sagen.

In Tancau wohnen zwei Seelen. Da wäre der territoriale und auch wachsame Herdenschutzhund, der sein Revier, gerade an der Leine, auch lautstark verteidigt. Und da ist der sensible Schmuser, der ohne seinen Menschen nicht gerne draußen ist und viel lieber mit seinen Menschen gemütlich im Haus bleibt.

Tancau darf an seiner Pflegestelle dreimal am Tag Gassi gehen. Dabei ist er anfangs immer noch sehr aufgeregt und zieht an der Leine. Nach einer Weile passt er sich aber dem Tempo seines Menschen an. Tancau ist bei Hundebegegnungen und in ungewohnten Situationen unsicher und auf eine ruhige, sichere Führung angewiesen, die er auch gerne annimmt.

Nur bei Hasen und Mäusen schaltet Tancau auf Durchzug und es geht mit ihm durch. Deshalb darf er außerhalb des Grundstücks nur an der Leine laufen. Die Kaninchen auf dem Hof sind gut gesichert, auf Pferde reagiert Tancau ohne Angst und mit den Katzen kommt er sehr gut aus.

Auto fahren ist kein Problem, Tancau springt alleine ins Auto und beruhigt sich auf der Fahrt schnell. Nur ist er nicht gerne an einem anderen Ort, denn fremde Menschen und viele Reize verunsichern ihn. Er ist ein Hund, der gerne dabei ist, um bei seinem Menschen zu sein, aber eigentlich am liebsten in vertrauter Umgebung bleibt.

Sein Haus und Heim sind sein „sicherer Hafen“. Tancau blüht in einer ruhigen, sicheren Umgebung auf. Drinnen liebt er es einfach bei seinem Menschen zu sein, hat immer gute Laune und genießt das Streicheln und Schmusen. Der Mensch ist für ihn sein Dreh- und Angelpunkt. Ein weiterer (weiblicher) Hund ist vollkommen okay für ihn, aber brauchen tut er nur seinen Menschen. In seinem geliebten Zuhause bleibt er auch ohne Probleme einige Stunden allein, selbst wenn die Ersthündin draußen bleibt.

Tancau hat eine operierte Pfote. Mit einer Plattenprothese wurde eine Durchtrittigkeit (Hyperextension) behoben. Nach der OP lief Tancau sehr gut und hatte viel Spaß bei Spielen und Toben mit seiner Hundefreundin. Leider hat er in letzter Zeit wieder begonnen zu hinken und den operierten Lauf zu schonen. Diesmal gehen die Ärzte davon aus, dass es nichts mit der Pfote zu tun hat, sondern eher am Ellbogen- oder Schultergelenk liegt. Das wird in Kürze geklärt werden.

Was suche ich?

Tancau braucht einen Menschen, der ihm Sicherheit vermittelt und ihn mit Erfahrung und Ruhe durch unbekannte Situationen führt. Es gibt Bereiche, wo Tancau noch viel lernen muss. Dazu gehören Leinenführigkeit und Hundebegegnungen. Aber es sollte Dir klar sein, dass es nicht darum geht, Tancau möglichst vielen Reizen auszusetzen, um ihm die Stadt oder das Reisen näher zu bringen. Tancau ist ein Hund, der am besten in eine ländliche Gegend passt und zu einem Menschen, der ein ruhiges Leben führt. Du musst kein Einsiedler sein, aber viel Trubel, Besuch und Hektik passen nicht zu Tancau. Ein Zweithund ist kein Muss, eine Hündin darf aber gerne im Haushalt leben.

Er ist definitiv ein Hund, der hundeerfahrene Menschen braucht, die Zeit für ihn haben und eine enge Mensch-Hund-Beziehung leben wollen.

Da Tancau derzeit körperlich eingeschränkt ist, suchen wir Menschen für ihn, die ihn nicht überfordern und das richtige Maß an Bewegung und Ruhe finden. Wir können noch nicht sagen, wie viel Bewegung für Tancau in Zukunft gut sein wird und wünschen uns flexible Menschen, die offen sind für die weitere Entwicklung und die bei Bedarf Physiotherapie mit ihm machen.

Wir wünschen uns für Tancau:
– möglichst Haus mit Garten, gut und ausreichend hoch eingezäunt
– Klare Menschen, die in ihrer Kommunikation mit dem Hund konsequent und eindeutig sind
– Hundeerfahrene Menschen
– Menschen, die keinen Befehlsempfänger suchen, sondern einen Hund, der sehr selbstständig denkt und handelt
– Menschen, die Vertrauen gegen Vertrauen setzen, um eine intensive Bindung mit dem Herdenschutzhund einzugehen
– Er sollte als Familienhund gehalten werden und nicht auf dem Grundstück bleiben müssen
– Tägliche Spaziergänge müssen auf der Tagesordnung stehen
– Ländliche Umgebung

Wir vermitteln bundesweit, wenn du dazu bereit bist, Tancau auf der Pflegestelle kennenzulernen und abzuholen.

Geboren

ca. 01.09.2021

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Pastore Fonnese-Mischling

Schulterhöhe

ca. 61 cm

Gewicht

ca. 25 kg

Geschlecht

Männlich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Anaplasmose positiv, Babesiose vogeli positiv, Rest negativ

Krankheiten

Ja, siehe Mittelmeerkrankheiten

Handicap

Hyperextensionssyndrom (Durchtrittigkeit) links, bereits operiert;
aktuell deutliches Hinken vorne links, das derzeit abgeklärt wird

Aufenthaltsort

47661 Issum

Bundesland

Nordrhein-Westfalen

Gesucht wird

Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja, mit Hündinnen

Katzenverträglichkeit

Ja

Kinderlieb

Ja, ab ca. 16 Jahren

Jagdtrieb

Ja

Garten

Ja

Zweithund

Gerne, kein Muss

Hundeschule

Bedingt

Ansprechpartner

Alexandra Bauer


Vermittlung Herdenschutzhunde

Telefon: (0162) 64 28 09 4
E-Mail: alexandra.bauer@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Pastore Fonnese

Reinrassige Pastore Fonnese


Geschichte bzw. Herkunft

Die Geschichte der Rasse reicht weit zurück. Es heißt, dass der Pastore Fonnese aus einem kleinen sardischen Dorf namens Fonni stammt. Der am höchsten gelegene Ort in Sardinien, an den Hängen des Gennargentu, im Herzen der Insel und umgeben von jahrhundertealten Wäldern und prähistorischen Funden, ist das sardische Skigebiet schlechthin. Dort soll der sardische Schäferhund seinen Ursprung gefunden haben. Er wurde nicht nur zum Bewachen, Dirigieren und Lenken von Nutztieren, sondern auch im Krieg vom Militär eingesetzt. Mittlerweile sind die Hunde auf der ganzen Insel zu finden und werden ab und an sogar zur Wildschweinjagd eingesetzt. Vom FCI ist die Rasse nicht anerkannt.

Im Jahr 2016 ergab eine genomische Studie, dass der Pastore Fonnese mit Windhund- und Molosser Rassen aus dem östlichen und südlichen Mittelmeerraum in Verbindung gebracht wird.

Rassebeschreibung
  • Größe: Zwischen 52cm und 60cm
Erscheinungsbild
  • Fellfarben: Grau, schwarz, gestromt, braun oder weiß.
  • Wetterfestes, eher rauhaariges Fell mit kräftiger Unterwolle. Das Haar an Kopf und Hinterteil ist typischerweise kurz, während das im Gesicht um die Augen herum länger ist und um die Schnauze und das Kinn eine bartartige Länge hat. Rüden haben ein längeres und dickeres Fell um den Hals, das eine Mähne bildet.
  • Ein typisches Merkmal der Rasse ist der feurige Ausdruck der Augen, deren Position im Gegensatz zu anderen Hunderassen völlig frontal ist, was dem Hund ein einzigartiges Aussehen verleiht.
Rassespezifische Charakterzüge

Der Pastore Fonnese gilt als sehr charakterstark. Er hat ein lebhaftes und aktives Temperament und zeigt Mut und Intelligenz. Weil er territorial und wachsam ist, hält er stets seine Umgebung aufmerksam im Blick. Mit Misstrauen begegnet er Fremden und zeigt sich abwartend. Seinem Besitzer gegenüber ist er absolut treu, liebevoll und gehorsam, sofern dieser den starken Charakter und die Würde des Hundes respektiert und die freundliche, partnerschaftliche Kooperation fördert. Der Pastore Fonnese neigt dazu, sich einer bestimmten Person eng anzuschließen. Es wird berichtet, dass die Hunde verschiedene Lautäußerungen, die an Knurren erinnern können, und spontanes Pfote geben benutzen, um ihrem Besitzer ihre Wahrnehmungen mitzuteilen. Es heißt, dass der Hirte daran ablesen kann, welches Tier oder welche Gefahr sich in der Nähe befindet. Auch richten viele dieser Hunde sich gerne spielerisch oder freundschaftlich auf die Hinterbeine auf.

Haltungsempfehlung

Wer Freude an aktiver Freizeitgestaltung mit seinem Hund hat und offen für verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten ist, findet in einem Pastore Fonnese den richtigen Partner. Neben aktiver Bewegung kann man mit dem Pastore Fonnese auch Mantrailing, Longieren oder ähnliche Arbeiten durchführen. Er schätzt sowohl die körperliche als auch die geistige Auslastung sehr. Untätigkeit und Langeweile liegen ihm überhaupt nicht.

Zu beachten ist aber auch, dass diese Hunderasse als Wach- und Schutzhund und zur Wildschweinjagd dient. Die Hunde verfügen über sehr feine Sinne und können im falschen Umfeld überempfindlich auf Umweltreize reagieren. Es liegt nicht in ihrer Natur, offen auf Fremde zuzugehen oder sich ständig neuen und wechselnden Situationen zu stellen.

Deshalb ist ein ländliches Zuhause ideal. Im städtischen Umfeld würde der Hund aufgrund der Reizintensität und vieler fremder Menschen und Artgenossen überfordert werden. Hundeerfahrung und Sensibilität sind ein Muss, um die Signale des Hundes richtig deuten und für die Ausbildung nutzen zu können.

Das Wach- und Schutzverhalten, das sich darin äußern kann, sowohl den Besitz als auch den Besitzer zu verteidigen, sollte im besten Fall geschätzt, respektiert und in akzeptable Bahnen gelenkt werden. Es sollte aber zumindest nicht als übermäßig störend empfunden werden und es sollte keinesfalls, bewusst oder unbewusst, gefördert werden.


Pastore Fonnese Mischlinge