Notruf für Touristen

Was muss und kann ich tun, wenn ich ein Tier im Urlaub auf Sardinien finde?

Sardinien ist wunderschön, eine Trauminsel, die jeden Besucher in seinen Bann zieht. Traumhafte Strände, türkisblaues Meer, duftende Macchia, unberührte Natur im Hinterland, idyllische Dörfchen.

Doch Sardinien ist nicht nur Traumurlaub, viele Urlauber werden mit dem auf der Insel allgegenwärtigen Tierelend konfrontiert. Struppige, kranke Katzen prägen manches Straßenbild; hungrige, abgemagerte Katzen siedeln sich an Hotelanlagen an, in der Hoffnung, von den Küchenabfällen satt zu werden. Man sieht Kitten, die mangels Kastrationen ungewollt das Licht der Welt erblicken, mit verklebten Augen und Nasen kämpfen sie jeden Tag ums Überleben.

Im Landesinneren trifft man auf Jagdhunde – in kleinen, verschmutzen Zwingern eingesperrt. Abgemagerte Kettenhunde, die an einsamsten Orten sich selbst überlassen werden. Herdenschutzhunde auf den vielen Weiden; humpelnd, verletzt, ohne Zugang zu Wasser und Futter.

Aus eigener Erfahrung kenne ich das Gefühl, wie erdrückend es sein kann, im Urlaub mit Tierelend konfrontiert zu werden. Als wir im Jahr 2008 das erste Mal Urlaub auf Sardinien gemacht haben, fanden wir an einer Hotelanlage in der glühenden Mittagshitze einen kleinen Welpen. Dehydriert, fast verhungert, kauerte das Bündel allein im Schatten und wartete auf den Tod. Jeder hat das Winseln gehört, doch niemand wollte helfen. An der Hotelrezeption sagte man uns, man wolle keine Hunde und man könne auch nicht helfen.

Wir waren völlig ohnmächtig, überfordert mit einem hilflosen Tier, in einem fremden Land. Niemand konnte uns helfen, Ratschläge geben. So mussten wir uns selbst durchfragen, einen Tierarzt suchen – entscheiden, was wir mit dem kleinen Welpen machen. Viel Schreckliches hatten wir gehört über die berüchtigten Canile. Letztlich erfuhren wir aber auch viel Unterstützung durch Sarden, die uns ermöglichten, nach einem langen Prozedere den Hund zu adoptieren.

Lana ist mittlerweile eine 14 Jahre alte Hündin, sie genießt immer noch ihr Hundeleben bei uns.

In den letzten Jahren hat sich sehr vieles auch zum Positiven entwickelt. Immer mehr Tierschutzvereine sind auf Sardinien aktiv und auch bei den Einheimischen entwickelt sich eine Sensibilität hin zu den Tieren.

Trotzdem gibt es auch heute noch viel Tierelend. Wenn du mit offenen Augen und offenem Herzen deinen Urlaub auf der Insel verbringst, kann es gut sein, dass du eine Situation vorfindest, in denen ein Tier in Not ist.

Findest du ein herrenloses, krankes, verletztes Tier, beobachtest du Missstände oder Vernachlässigung an deinem Urlaubsort, auf die du aufmerksam machen möchtest?

Du kannst dich gerne mit uns in Verbindung setzen. Je mehr Informationen bei der ersten Kontaktaufnahme zur Verfügung stehen, desto schneller können wir dem Tier helfen.

Bitte orientiere dich bei deiner Kontaktaufnahme an den fünf folgenden W`s:

1. Wo ist das Ereignis?

Gib den Ort des Ereignisses so genau wie möglich an und dokumentiere die Situation vor Ort möglichst genau. Nimm genaue Geo Koordinaten, z.B. mit Google Maps. Gerade in abgelegenen Gegenden brauchen wir eine genaue Position, mit einer möglichst detaillierten Umgebungsbeschreibung (zum Beispiel Kilometerangaben, Straßentyp, Fahrtrichtung, Besonderheiten wie Müllstellen, Schilder).

2. Wer ruft oder schreibt uns an?

Wenn du uns eine E-Mail schreibst, schicke bitte direkt auch deine Telefonnummer mit. So gelingt die Kontaktaufnahme schneller und einfacher.

3. Was ist dem Tier geschehen?

Mache Bilder und wenn möglich ein Video des Tieres. Je besser du uns das Tier und seine Umstände beschreiben kannst, desto größer ist die Chance, dass wir schnell und effektiv helfen können.

4. Wie ist die Situation des Tieres?

Viele Hunde in Sardinien laufen frei, meist ohne Halsband, auf der Straße umher und doch haben sie ein Zuhause. Katzen auf Kolonien sind per Gesetz geschützt. Sie dürfen nicht einfach so aus ihrem angestammten Umfeld entfernt werden.

Frage bitte Anwohner, Hotel- oder Restaurantpersonal, sowie Vermieter, ob das Tier bekannt ist.

Bitte beachte:

  • Betrete keine privaten Grundstücke, um ein Tier zu befreien oder mitzunehmen, das kann dir als Diebstahl ausgelegt werden. Rufe bei Misshandlung unbedingt die Polizei.
  • Schätze die Lage des Tieres ein – wie ist der Ernährungs- und Gesundheitszustand des Tieres? Hat es offensichtliche Verletzungen? Wirkt es gepflegt oder ungepflegt?
  • Im Notfall und bei einem Unfall: Rufe die örtliche Polizei und warte, bis diese eintrifft. Wirst du Zeuge eines Unfalls mit Fahrerflucht, notiere dir das Kennzeichen.

5. Wende dich nur an einen Verein

Bitte kontaktiere erst einmal nur EINEN der auf Sardinien aktiven Vereine. Damit sind die Zuständigkeiten eindeutig und es werden keine Ressourcen gebunden, die an anderer Stelle nötig sind. Sind wir in einem Gebiet nicht tätig, stimmen wir uns mit den anderen Vereinen und unserem Netzwerk auf Sardinien ab.

Da wir alle ehrenamtlich im Verein tätig sind, kann es manchmal zu Wartezeiten kommen. Bitte habe daher Verständnis, wenn wir dir manchmal nicht sofort antworten.

Das Wichtigste zum Schluss:

Du selbst und deine persönliche Einsatzbereitschaft tragen einen großen Teil zur Rettung des Tieres bei! Je mehr du bereit bist, auch in deinem wohlverdienten Urlaub zu helfen, deine wertvolle Urlaubszeit zu opfern, desto effektiver können wir als Verein dem Tier helfen!

Ansprechpartner vor Ort

Bei weiteren Fragen wende dich bitte an:

Celine Pederzolli


Ressortleitung / Koordination Projekttiere Sardinien,
Touristennotrufe

Telefon: +49 151 72 42 28 04 
E-Mail: celine.pederzolli@streunerherzen.com

Bankverbindung

STREUNERHerzen e.V.
Kreissparkasse Köln
IBAN DE93370502990157284821
BIC COKSDE33


  

Spendenformular 142 KB
Hier
findest du Informationen zu unseren Spendenbescheinigungen.