Vladi – Ein zarter Schatz im Schatten

Alle Angaben sind Informationen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt, so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter und Größen- sowie Gewichtsangabe können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier “unbekannt” angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind natürlich immer möglich.


Was ist mir passiert?

Ich heiße Vladi. Geboren wurde ich irgendwann im März 2021 – irgendwo draußen, wo niemand auf uns gewartet hat. Mit meinen Brüdern landete ich allein an einer Straße bei Olbia. Wir waren jung, verloren, und wussten nicht, wohin wir gehören. Einer meiner Brüder hatte Glück, durfte reisen und ein Zuhause finden. Mein Bruder Virtus und ich blieben zurück. Wir kamen ins Tierheim, in die L.I.D.A. – unser neues „Zuhause“, das aber alles andere als eines ist.

Wo bin ich?

Ich bin immer noch hier, hinten im Tierheim, wo kaum Besucher hinkommen. Jeden Tag höre ich das Gebell von Hunderten anderen Tieren, das Klirren der Näpfe, das Hecheln, den Lärm. Wenn ich durch das Gitter schaue, sehe ich draußen etwas, das ich nie wirklich kennenlernen durfte: Grün. Wiesen, Bäume, Sonne – vielleicht Menschen, die sich zu mir hinunterbeugen, meinen Namen sagen und mich einfach ansehen.

Wie bin ich?

Ich bin etwas größer, aber zierlicher als mein Bruder Virtus. Mein Fell ist glänzend schwarz, meine Brust leicht grau, meine Augen warmbraun und mein Gesicht schmal und sanft. Meine weichen Schlappohren und meine stille Eleganz erkennt man erst, wenn man mir Zeit lässt.

Ich bin vorsichtig – manchmal auch ängstlich. Ich kenne keine Wohnung, keine Spaziergänge, kein weiches Bett. Menschen machen mir Angst, auch wenn ich mir Nähe wünsche. Ich beobachte, prüfe und entscheide selbst, wann ich mutig genug bin.

Vor etwa einem Jahr schien ich auf einem guten Weg zu sein: Ein Besucher setzte sich still zu uns. Nach einer Weile wagte ich es, näher zu kommen, ließ mich vorsichtig streicheln und spürte ein kleines Glück – ein Lächeln, einfach weil ich wollte, dass jemand bleibt. Auch bei späteren Besuchen war ich zunächst zurückhaltend, doch meine Neugier siegte immer wieder. Ich schnupperte, spürte die Ruhe und Freundlichkeit des Menschen und erlaubte, dass man mich berührte.

Doch inzwischen habe ich wieder Rückschritte gemacht. Die neuen Hunde in unserem Gehege sind ebenfalls ängstlich und unsicher, sodass niemand uns zeigt, dass Menschen nicht bedrohlich sind. Als mich die STREUNERHerzen im Oktober 2025 besuchten, lief ich pausenlos hin und her – unruhig, verunsichert, fast wie gefangen in meiner eigenen Angst.

Ich wünsche mir nichts sehnlicher, als endlich ankommen zu dürfen: in einem Zuhause, das mir Sicherheit, Ruhe und Liebe schenkt. Ein Ort, an dem ich aufhören kann, ständig auf der Hut zu sein, und endlich zeigen darf, dass ich ein treuer, sensibler und liebenswerter Hund bin.

Was suche ich?

Ich suche Menschen, die mich wirklich so sehen, wie ich bin: vorsichtig, sensibel und liebevoll. Menschen, die mir Zeit geben, Vertrauen aufzubauen, und die verstehen, dass ich bisher nur wenig von der Welt kennengelernt habe. Ein liebevolles Zuhause oder eine Pflegestelle, in der Ruhe, Geduld und Herz großgeschrieben werden, wäre für mich das Größte.

Ich bin ein Deutsch-Kurzhaar-Mischling, ein Jagdhund-Typ, und wir wissen nicht, wie ausgeprägt meine jagdlichen Instinkte sind. Ob ich später sehr ambitioniert jagen werde oder eher gelassen bleibe – das kann man nur langsam gemeinsam herausfinden.

Es ist wichtig, dass meine neuen Menschen Erfahrung mit sensiblen oder zurückhaltenden Hunden haben und mir Sicherheit geben, statt mich zu bedrängen. Ein souveräner Ersthund, an dem ich mich orientieren kann, wäre für mich sehr hilfreich. Ein sicher eingezäunter Garten, in dem ich mich frei bewegen darf, würde mir ermöglichen, Schritt für Schritt anzukommen. Ich brauche Menschen, die mir das Hunde-Einmaleins behutsam beibringen und verstehen, dass ich am Anfang zurückhaltend sein werde.

Wer mir diesen Raum gibt, wird erleben, wie ein vorsichtiger Hund, der bisher nur aus dem Schatten heraus die Welt kannte, langsam auftaut, neugierig wird und sein Herz öffnet. Ich möchte endlich ankommen, Geborgenheit spüren und erleben, dass man mich bedingungslos liebt.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Vladi kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 01.03.2021

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Deutsch Kurzhaar-Mischling

Schulterhöhe

ca. 58 cm

Gewicht

Liegt nicht vor

Geschlecht

Männlich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

L.I.D.A. Olbia, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Ja, souveräner Ersthund

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Beate Roeder


Vermittlung Angsthunde

Telefon: (0152) 04 42 88 96
E-Mail: beate.roeder@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Deutsch Kurzhaar

Reinrassige Deutsch Kurzhaar

Geschichte bzw. Herkunft

Geschichtlich geht die Entstehung der Rasse auf Hunde zurück, die im Mittelmeerraum für die Beiz- und Netzjagd auf Federwild eingesetzt wurden. Aufgabe der Hunde war, das Federwild bei der Jagd durch „Vorstehen“ anzuzeigen und in große Netze zu treiben (beim sog. Vorstehen „friert“ der Hund sozusagen in der Bewegung ein, die Rute trägt er fast waagerecht in Verlängerung des Rückens, sein Blick ist fixierend auf die Beute gerichtet, dabei wird häufig ein Vorderlauf angehoben).

Optisch ähnelten die Hunde dem Bracco Italiano. Welche Hunderassen genau im Ursprung verwendet wurden, lässt sich nicht eindeutig belegen. Um den damals deutlich schwereren Hund zu „veredeln“, kreuzte man vermutlich englische Pointer und französische Bracken ein und erhielt einen schlankeren und hochbeinigeren Hund. Über Spanien, Frankreich und Flandern gelangten diese Hunde auch an deutsche Fürstenhöfe. 1750 wurde die erste Doppelflinte gebaut und von dem Zeitpunkt an stieg die Nachfrage nach Hunden mit außergewöhnlicher Vorstehleistung rapide an. Die Hunde sollten das Wild aufspüren und es dem Jäger so lange ruhig anzeigen, bis er nah genug für den Schuss war.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Deutsch Kurzhaar immer weiter zu einem extrem vielseitigen Jagdgebrauchshund, der – vor allem bei Jägern – sehr beliebt ist. Sei es das Anzeigen von Wild, das Apportieren der Beute oder die Nachsuche – als Vollgebrauchshund übernimmt der Deutsch Kurzhaar alle Aufgaben vor und nach dem Schuss für den Jäger. Der Deutsch Kurzhaar gilt als eigenständige Rasse und wird vom Deutsch Drahthaar abgegrenzt.

Rassebeschreibung
  • FCI Standard: Nr. 119
  • Gruppe: 7. Vorstehhunde
  • Sektion: 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Tpy „Braque“
  • Herkunft: Deutschland
  • Körperbau: Groß, edel, harmonisch, muskulös
  • Kopf: Trocken, markant, weder zu leicht noch zu schwer
  • Ohren: Hoch und breit angesetzt, glatt, dicht am Kopf herabhängend, nach unten abgerundet
  • Rute: Hoch angesetzt, im Ansatz kräftig, sodann sich verjüngend, mittellang
  • Fell: Kurzes, dichtes Haarkleid, noch kürzer und dünner am Kopf und Behang
  • Fellfarben: Schwarzschimmel, Braunschimmel mit und ohne Platten und Tupfen
  • Gangwerk: Raumgreifend, mit viel Schub und entsprechendem Vortritt, in Vorder- und Hinterhand gerade und parallel
  • Schulterhöhe: Rüden: 62-66 cm, Hündin: 58-63 cm
  • Gewicht: Je nach Größe zwischen 20 kg und 32 kg
Charakter

Der Deutsch Kurzhaar ist ein typischer Jagdhund und damit nach Rassestandard mit allen Eigenschaften ausgestattet, die einen solchen ausmachen. Ein ausgeprägter Geruchssinn, Arbeitsfreude und die Tendenz zu selbstständigen Entscheidungen zeichnen den Vierbeiner aus.

Zugleich gilt der Deutsch Kurzhaar als eine sehr zuverlässige, anpassungsfähige und ausgeglichene Hunderasse, die eine enge Bindung zum Halter braucht. Voraussetzung hierfür ist eine artgerechte Haltung, die ihm die Möglichkeit gibt, sich auszupowern und seinem Jagdtrieb nachzugehen. Sein Bewegungsdrang sollte nicht unterschätzt werden. Im Idealfall wird ihm eine jagdliche Führung zuteil.

Mit anderen Hunden versteht sich ein Vertreter der Rasse gut. Katzen und Kleintiere könnte er als Jagdbeute betrachten. Er ist sehr menschenbezogen und folgt daher bei richtiger Erziehung seinem Besitzer. Auf fremde Menschen reagiert er scheu und achtsam.

Haltung

Temperament und Bewegungsdrang des fleißigen Jagdhundes setzen ein Zuhause mit genügend Platz und Auslauf voraus. Die Rasse eignet sich nicht für die Haltung in der Großstadt oder einer Etagenwohnung. Ideal ist ein Haus mit einem sicher umzäunten Garten, in dem der Hund sich frei bewegen kann. Der Platz des Deutsch Kurzhaar ist im Haus mit direktem Kontakt zur Familie.

Der Deutsch Kurzhaar wurde und wird speziell für die Jagd gezüchtet. Trotz seines familien- und kinderfreundlichen Wesens ist er kein typischer Familienhund. Als Jagdgebrauchshund ist er auf jagdliche Beschäftigung angewiesen. Für Jäger sind diese Vorstehhunde ideale Partner. Beim Vorstehen erstarrt der Hund in der fließenden Bewegung, sobald er Wild wittert. Häufig hebt er dabei einen Vorderlauf an und fixiert die Beute. In dieser Körperhaltung verharrt er, bis sein Jagdpartner ihm ein anderes Kommando erteilt. Das Vorstehen liegt ihm ebenso im Blut, wie das Aufstöbern und Apportieren der Beute.

Der Hund benötigt viel Bewegung und beinahe ständige Beschäftigung. Außerdem möchte er gefordert werden. Fehlen diese Voraussetzungen, wird der Hund schnell unausgeglichen, destruktiv und nervös.

Erziehung

Für den lernwilligen und leistungsfähigen Deutsch Kurzhaar ist eine einfühlsame, aber durchsetzungsfähige Führung unerlässlich. Eine harte und brutale Erziehung quittiert der Hund mit Sturheit und Abneigung. Mit einem einfühlsamen Training folgt er seinem Partner von ganz allein und bemüht sich, das erwartete Verhalten zu zeigen. In dieser engen Bindung ist der Deutsch Kurzhaar leicht zu trainieren.

Diese Hunderasse eignet sich nicht für Anfänger, auch wenn sich die Erziehung des Vollgebrauchshundes, bedingt durch seine vielen guten Eigenschaften, für erfahrene Hundehalter und vor allem für jene, die auf eine jagdliche Ausbildung setzen, als unkompliziert gestaltet. Wird der Deutsch Kurzhaar körperlich und geistig ausgelastet, erweist er sich als ein treuer Begleiter, der sich zuverlässig führen lässt und sein Temperament gut zügeln kann.

Bei dieser Hunderasse ist viel Auslauf ein Muss! Lange Spaziergänge, Joggen oder Radfahren sind gute Möglichkeiten, um den Deutsch Kurzhaar auszulasten. Um die ausdauernde Fellnase mit dem ausgeprägten Geruchssinn auch geistig bei Laune zu halten, eignen sich Aufgaben wie Fährtenarbeit, Mantrailing oder Dummyarbeit. Da der Deutsch Kurzhaar gerne apportiert, kannst du als “Beute” Futterdummys oder Wurfdummys verwenden.

Doch nicht nur im Wald ist der Deutsch Kurzhaar gerne aktiv. Auch als Schlittenhund hat er sich bewiesen und wird in skandinavischen Ländern genau für diese Aufgabe eingesetzt.

Passt ein Deutsch Kurzhaar zu mir?

Ein Deutsch Kurzhaar passt perfekt zu dir, wenn:

  • du einen freundlichen und lernwilligen Hund suchst, der aber doch sehr selbstständig in seinem Denken ist
  • du gerne in der Natur bist und einen Hund mit großer Ausdauer suchst
  • du hundeerfahren bist und weißt, einen möglichen Jagdtrieb positiv umzulenken
  • du einen Hund möchtest, der sich zwar grundsätzlich leicht erziehen lässt, aber dennoch eine klare Führung braucht
  • du ein Haus in ländlicher Umgebung mit gut gesichertem Garten besitzt.

Deutsch Kurzhaar Mischlinge