Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.
Was ist mir passiert?
Das Ende einer langen Fangaktion war erreicht. Über zwei Jahre kümmerten wir uns in Kooperation mit der L.I.D.A. um die Hunde in einem stillgelegten Fabrikgelände in Olbia. Zahlreiche Hunde sind uns in diesen zwei Jahren in die Falle getappt, aber ein paar entwischten uns immer wieder. Irgendwann ließen wir durch professionelle – bezahlte – Hundefänger die letzten Hunde, u.a. eine Mutter mit vier Welpen, einfangen. So kam die kleine Gaia, die nun als letzte der Welpen übrig ist, in unser Kooperationstierheim.
Wo bin ich?
Gaia lebt weiterhin in der L.I.D.A. auf Sardinien. Mittlerweile bewohnt sie mit Ulisse ein sehr kleines, enges Gehege. Zwar wirkt das Zusammenleben der beiden harmonisch und einigermaßen ruhig, doch die beengten Verhältnisse und der stetige Lärm der umliegenden Gehege belasten sie sehr.
Der Kiesboden im Gehege bereitet sowohl Gaia als auch Ulisse sichtliches Unbehagen. Gaia humpelt häufig oder weicht auf den schmalen Betonrand aus, um das Laufen auf den Steinen zu vermeiden. Ihre Bewegung, die ohnehin knapp ist, wird dadurch noch mehr eingeschränkt. Für einen Hund mit so viel Lebensfreude ist die Situation kaum auszuhalten.
Wie bin ich?
Trotz der schwierigen und lauten Umgebung zeigt Gaia ein bemerkenswert freundliches, offenes und lebensfrohes Wesen. Sie begegnet Menschen mit echter Freude, sucht aktiv den Kontakt und nimmt jede Form der Zuwendung dankbar an. Ihre Ausstrahlung ist warm, positiv und voller Hoffnung – als würde sie trotz allem immer noch daran glauben, dass irgendwo ein Platz für sie wartet.
Auch optisch ist Gaia eine außergewöhnlich schöne Hündin:
Sie hat weiß-beiges, mittellanges, seidiges Fell, das im Sonnenlicht fast zu leuchten scheint. Ihre bernsteinfarbenen Augen, umrahmt von einer auffälligen, dunklen Kontur, verleihen ihrem Blick eine Tiefe, die man nicht vergisst. Wer ihr einmal in die Augen schaut, spürt sofort ihre Sensibilität und ihren Wunsch nach Nähe.
Gaia hat eine natürliche Energie und eine fröhliche, offene Art, die sie zu einem echten Sonnenschein macht. Trotz aller Entbehrungen hat sie ihren Charakter bewahrt – freundlich, zugänglich, voller Lebensfreude. Natürlich wird sie in der neuen Welt vieles kennenlernen müssen, doch aufgrund ihres neugierigen, zugewandten Wesens gehen wir davon aus, dass sie diese Schritte mit Zeit und Verständnis sehr gut meistern wird.Top of Form
Was suche ich?
Für Gaia suchen wir einen Platz in ländlicher Umgebung. Sie ist sicherlich kein Stadthund und wäre mit viel Lärm und Trubel komplett überfordert. Gaia kennt nichts außer dem Leben hinter Gittern und braucht daher hunde-erfahrene Menschen, denen bewusst ist, dass auch eine Mülltonne oder eine Plastiktüte etwas Neues darstellen kann.
Ein souveräner Zweithund, der Gaia an die Pfote nehmen und ihr die Welt „erklären“ kann, wäre sicherlich sehr hilfreich, aber keine Bedingung, solange ihr euch in der Hundekommunikation auskennt und Gaia liebevoll, aber klar in euer Leben einführen könnt. Weder Mitleid noch zu viel Rücksichtnahme helfen diesen Hunden, aber man braucht das Bewusstsein, das jeder Hund sich in seiner eigenen Geschwindigkeit an das neue Leben gewöhnt. Wo wir vielleicht Dankbarkeit erwarten, erleidet der Hund einen Kulturschock, denn wir reißen ihn aus der gewohnten Sicherheit, der Routine und den vertrauten Gerüchen und Geräuschen heraus.
Auch Gaia kennt kein Leben in der Zivilisation, sprich: sie kennt kein Autofahren, keine Spaziergänge an der Leine mit Halsband oder Geschirr, kein Alleinbleiben etc. Wie bei einem Welpen fängt man mit dem kleinen Einmaleins an und geht je nach Reaktion zur nächsten Stufe über. Daher werden vor allem Geduld und Zeit für den Hund und seine Eingewöhnungszeit benötigt.
Zusammengefasst suchen wir für Maremmani-Mischlinge wie Gaia:
– Haus mit großem Garten, sicher eingezäunt,
– Klare Menschen, die in ihrer Kommunikation mit dem Hund konsequent und eindeutig sind,
– Hundeerfahrene Menschen,
– Menschen, die keine Befehlsempfänger suchen, sondern einen Hund, der sehr selbstständig denkt und handelt,
– Menschen, die Vertrauen gegen Vertrauen setzen, um eine intensive Bindung mit dem Herdenschutzhund einzugehen,
– Sie sollte als Familienhund gehalten werden und nicht auf dem Grundstück bleiben müssen,
– Tägliche Spaziergänge müssen auf der Tagesordnung stehen,
– Ländliche Umgebung.
Gaia ist eine positive, liebevolle und sensible Hündin. Sie wird dir in ihrem eigenen Tempo ihr Vertrauen schenken – und wenn dieser Moment kommt, ist er etwas ganz Besonderes. Es ist der Augenblick, für den jeder Hundebesitzer lebt: ein stilles, echtes Ankommen, ein Band, das man nicht erzwingen kann.
Ein Moment, der unbezahlbar ist.
Möchtest du ihn mit Gaia erleben?
Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Gaia kann nach Deutschland ausreisen.
Update:
Gaia befindet sich seit dem 07.02.2026 auf einer Pflegestelle in Deutschland. Sobald sie sich eingelebt hat, werden wir mehr berichten.
Wir vermitteln bundesweit, wenn du bereit bist, Gaia auf ihrer Pflegestelle kennenzulernen und abzuholen.
Rassebeschreibung 2
Wir stellen vor: Englischer Setter
Reinrassige Setter

Geschichte bzw. Herkunft
Was die Herkunft des Setters angeht, gibt es keine eindeutigen Dokumente. Auf vielen alten Gemälden ist ein mittelgroßer, langhaariger, meist weiß-bunter Jagdhund dargestellt, die damals “Vogelhunde” genannt wurden und wohl als die Vorfahren all unser langhaarigen Jagdhunde wie Spaniel, Große und Kleine Münsterländer, Deutsche Wachtel und anderer angesehen werden können. Es besteht die Vermutung, dass der Setter aus einer Kreuzung großer Spaniels mit dem Pointer hervorging. Bezeugt ist, dass 1555 der Earl of Northumberland Spaniels zum Vorstehen und Vorliegen abrichtete und die Hunde dieser speziellen Jagdweise als “Sitting Spaniels”, später auch als “Sitting Dogs” oder abgekürzt “Sitter” bezeichnet wurden Daraus soll sich der Name “Setter” abgeleitet haben.
In alten englischen Berichten wurde noch keine Trennung zwischen Spaniel und Setter gemacht, es ist unklar, wann die Trennung der beiden Rassen erfolgte, Anfang des 19. Jahrhunderts ist dann aber in der zeitgenössischen Literatur von “Setter” die Rede.
Ebenso besteht Unklarheit darüber, wann die Trennung der Setterrassen nach Haarfarben in Englisch Setter, Irisch Setter und Gordon Setter stattfand, sie kann lediglich auf den Zeitraum zwischen 1865 und 1875 eingegrenzt werden.
Auch das erste Vorkommen von Settern in Deutschland kann nicht klar belegt werden, am hannoverschen Königshof tauchen die ersten Exemplare Mitte des 19.Jahrhunderts auf.
Zu Beginn der systematischen Setterzucht wurde der Farbe noch keine große Bedeutung beigemessen, es gab sogar reinschwarze Exemplare. Ordnung in diesen Mischmasch brachte zunächst Edvard Laverack, der 1825 mit der systematischen Zucht des Englischen Setters begann. Dabei legte er anfangs noch großen Wert auf die jagdlichen Eigenschaften, bald jedoch wurde seine Zucht zu einer reinen Schönheitszucht, die durch exzessive Inzucht einen völlig homogenen Typ, der von manchen nur noch als” Laverack-Setter ” bezeichnet wurde, hervorbrachte. Er bevorzugte die belton-farbigen Hunde, also solche, die farbige Punkte oder Sprenkel auf weißem Untergrund aufwiesen.
Laveracks Nachfolger wurde R.L. Purcell Llewellin, der zunächst schottische (Gordon) Setter, dann irische und mit zwei Rüden aus der Laverack Zucht schließlich auch Englische Setter züchtete. Er legte zunächst zwar wieder Wert auf die jagdlichen Eigenschaften, exportierte dann aber im großen Stil in die USA und Kanada, so dass auch seine Zucht zu einer Massenproduktion wurde , bei der natürlich die Qualität auf der Strecke blieb.
Nach seinem Tod wurde der Englische Setter in England mehr und mehr zu einem reinen Ausstellungshund, während auf dem Kontinent mehr Gewicht auf die seine jagdlichen Leistungen gelegt wurden. Besonders in Italien werden Englische Setter in Field Trials leistungsgeprüft.
Rassebeschreibung
- Gruppe: 7. Vorstehhunde
- Sektion: 2.1 Britische und irische Vorstehhunde
- Größe: Rüden 65 – 68cm, Hündinnen 61 – 65cm
Erscheinungsbild
- Körper: Von mittlerer Größe, elegant in Erscheinung und Bewegung
- Ohren: Von mittlerer Länge, tief angesetzt, in einer Falte flach anliegend, der obere Teil ist mit feinem, seidigen Haar bedeckt, die Spitzen sind samtig
- Augen: Lebhaft, sanft und ausdrucksvoll, von haselnussbraun bis dunkelbraun, je dunkler, umso besser, nur bei Hunden mit der Farbe liver-belton ist ein helleres Auge zulässig, Augenform oval
- Nasenschwamm: Schwarz oder leberbraun, passend zur Farbe des Haarkleids, weit geöffnete Nasenlöcher
- Fang: Mäßig tief und viereckig mit nicht zu hängenden Lefzen
- Kiefer/Zähne: Kräftige Kiefer mit komplettem Scherengebiss
- Rute: In Linie des Rückens angesetzt, mittellang, in einer leichten Kurve getragen, jedoch ohne Aufwärtstendenz, lange Befederung, die knapp unterhalb des Rutenansatzes beginnt, sich zur Mitte hin verlängert, dann zum Rutenende hin wieder kürzer wird, das Haar ist lang, glänzend, weich, seidig und gewellt, aber keinesfalls gelockt, in der Bewegung schlägt die Rute lebhaft von einer Seite zur anderen
- Haare: Vom Hinterkopf in Höhe des Behangs beginnend über den Körper verteilt leicht gewellt und seidig, aber nicht gelockt, die Oberschenkel der Hinterläufe und die Vorderläufe bis fast an die Pfoten sollen schön befedert sein
- Farben: Schwarz und weiß (blue belton), orange und weiß (orange belton), zitronenfarben und weiß (lemon belton), leberbraun und weiß (liver belton), auch tricolor ist gestattet, dieses besteht aus blue belton oder liver belton und tan, bei allen Farben werden Hunde mit überall vorhandener Tüpfelung (= belton) solchen mit großen Farbplatten vorgezogen
- Gangwerk: Freie, anmutige Bewegungen, die den Eindruck von Schnelligkeit und Ausdauer vermitteln, freie Bewegung aus den Sprunggelenken mit kraftvollem Schub
Rassespezifische Charakterzüge
Der Setter ist ein hochpassionierter Jagdhund, dessen typische Arbeit die Suche nach Federwild ist. Er sucht dabei mit hoher Geschwindigkeit ein ihm zugewiesenes Gelände auf Wild ab. Nimmt er Witterung auf, verharrt er regungslos (=Vorstehen) und zeigt seinem Hundeführer so den Sucherfolg an. Den Setter zeichnet besonders seine hohe Bereitschaft, mit seinem Hundeführer zusammenzuarbeiten aus.
Seine Jagdpassion ist zwar tief verwurzelt, dank seines ausgeglichenen und freundlichen Wesens ist er jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch als Familienhund geeignet.
Er ist, wie eigentlich alle Jagdhunde, zuhause ein ruhiger Hausgenosse und sein natürlicher, einfach unwiderstehlicher Charme begeistert seine Liebhaber immer wieder aufs Neue.
Haltungsempfehlung
Wie jeder andere Hund auch, sollte der Setter mit Geduld und Konsequenz erzogen werden, er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können .Er muss ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden und braucht natürlich Familienanschluss.
Wer sich für einen Setter entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass er einen hochpassionierten, sehr aktiven Arbeitshund zu sich nimmt, dem er die Möglichkeit geben muss, seine Neigungen auszuleben.
Idealerweise sollte ihm dazu eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann, dazu eignet sich jede Art von Nasenarbeit (Mantrailing, Rettungshundeausbildung, Fährtenarbeit, …).
Setter Mischlinge
