Es gibt Hunde, deren Geschichte uns ganz besonders nahegeht. Michela war so eine Hündin.
Fast acht lange Jahre musste sie im Tierheim warten, bis endlich jemand genauer hinsah und ihr die Chance gab, die sie so sehr verdient hatte. Eine wundervolle Pflegefamilie öffnete ihr die Tür in ein neues Leben – und wenig später fand sie bei ihrem Frauchen nicht nur ein Zuhause, sondern ihren Menschen.
Aus Michela wurde Super-Ela, wurde Elchen. Aus einer ängstlichen Hündin wurde eine geliebte Begleiterin, die erleben durfte, wie sich Vertrauen, Geborgenheit, Abenteuer und echte Zugehörigkeit anfühlen. Sie bekam all das, worauf sie so viele Jahre hatte verzichten müssen – und schenkte dafür ihr Herz.
Am 30. April 2026 ist Ela gegangen. Zurück bleiben eine große Leere, unzählige Erinnerungen und vor allem ganz viel Liebe.
Wir sind unendlich dankbar für die Menschen, die Ela damals ihre Chance gegeben haben, und für ihr Frauchen, das ihr all die Jahre ein wundervolles Leben geschenkt hat.
Es tröstet uns zu wissen, dass Ela nach ihrem langen Warten genau das gefunden hatte, was wir uns für jeden unserer Hunde wünschen: einen Ort, an dem sie geliebt wurde, so wie sie war.
Liebe Ela, du hast lange auf dein Glück warten müssen. Aber du hast es gefunden. Und du wirst unvergessen bleiben. ❤️
Hier der Abschied seiner Familie:
Michela – Super-Ela – Elchen
Meine geliebte Ela, du bist als junger Hund mit ca. fünf Monaten ins Tierheim gekommen und dort als Michela fast acht Jahre geblieben. Du hast wirklich lange, lange warten müssen auf die Chance, ein richtiges Hundeleben führen zu dürfen. Schwarz, relativ groß und sehr ängstlich mit Menschen… es gab einfach keine Anfrage. Aber dann, endlich, kam deine Chance und du konntest im Mai 2018 auf eine erfahrene Pflegestelle reisen, die schon vielen Hunden vor dir als Sprungbrett in ein neues Zuhause verholfen hatte. Und dort bist du sehr schnell zur Super-Ela mutiert. Deine Pflegeeltern waren begeistert, wie du dich in kurzer Zeit entwickelt hast!
Im Juli 2018 haben wir uns kennengelernt beim Sommerfest der STREUNERHerzen. Dein Pflegefrauchen und ich haben gequatscht – und du und Rita lagt nebeneinander, als sollte es so sein. Und so ging alles ganz schnell, weil es einfach passte! Mitte Juli bist du eingezogen. Und ja, am Anfang war es auch hier erst mal wieder schwer. Du brauchtest deinen Rückzugsort, Ruhe, Verständnis und Struktur. Und vor allem brauchtest du Rita. Sie war dein Anker, von Anfang an! Rita hast du sehr schnell vertraut, ich musste dich schon etwas länger überzeugen 😊. Du warst völlig unbestechlich, kein Futter konnte dich locken. Ich habe viel beobachtet und gelernt und dir immer wieder aufs Neue gezeigt, dass du mir vertrauen kannst. Und das hast du irgendwann!
Unsere Verbindung war ganz wunderbar, aufrichtig und echt und sehr besonders. Du hast dich unglaublich entwickelt und gezeigt, was für ein mutiges, kluges und wildes Mädchen in dir steckt. Am liebsten warst du mit uns draußen unterwegs. Du liebtest die Waldspaziergänge auf den ganz engen Trampelpfaden, über Baumstämme und in kleine Bäche springen, das war genau deins. Du warst sehr sozial mit anderen Hunden und hast in unseren Familienhunden echte Freunde gefunden. Ihr wart eine tolle Truppe. Wir waren oft zusammen im Urlaub und Holland mit Strand und Dünen war dein Favorit. Und die eigentlich sehr wasserscheue Rita hat durch dich gelernt, dass man in die Nordsee auch reinlaufen kann 😊.
Du warst immer mein besonderes Mädchen. Auch wenn manches Defizit nach fast acht Jahren Tierheim nicht vollständig weggegangen ist, haben wir immer darauf geschaut, was alles geht und nicht, was dich immer noch stresst. Du gingst mit zu Freunden, ins Restaurant und ins Büro, alles kein Problem. Ich habe dich bewundert für deinen Mut, deine Tapferkeit und Unbestechlichkeit. Und war glücklich und auch ein bisschen stolz, dass du mir dein Herz geschenkt hast.
Bei aller Wildheit hat dich das Alter im letzten Herbst kurz nach deinem 15. Geburtstag dann doch eingeholt. Das linke Bein und die Hüften waren schmerzhaft und wurden immer kraftloser. Irgendwann konnte ich dich gar nicht mehr ableinen, weil du dich sonst übernommen hättest. Denn du wolltest immer noch laufen und rennen und es tat mir in der Seele weh, dass du so eingeschränkt warst. Und als ich gerade anfing, mir Gedanken zu machen, wann es nicht mehr lebenswert für dich ist, hast du mir die Entscheidung abgenommen und dich auf deine letzte Reise gemacht. Das war unendlich traurig – aber es passte zu dir, denn du hast dir immer ein bisschen Eigenständigkeit bewahrt.
Mein geliebtes Elchen, jetzt sitze ich hier und obwohl du kein lauter Hund warst, ist alles sehr still und leer. Als du gegangen bist, hast du einen Teil von meinem Herzen mitgenommen und ich weiß, dass ich dich – genauso wie die, die ich vor dir gehen lassen musste – vermissen werde für den Rest meines Lebens. Aber das ist es wert, der Schmerz ist niemals so groß wie die Liebe, die man empfindet und zurückbekommt.

