Die schönsten Jahre kamen zum Schluss

Viel zu viele Jahre verbrachte Miro in der L.I.D.A. in Olbia. Jahr um Jahr verging hinter Zäunen, während andere Hunde ausreisen durften und ihr Glück fanden. Miro blieb zurück. Er war ein Angsthund, vorsichtig, unsicher und geprägt von einem Leben, das ihm wenig Anlass gegeben hatte, Menschen zu vertrauen.

Als sich im Februar 2021 seine Familie für ihn entschied, war er bereits knapp acht Jahre alt. Viele hätten an ihm vorbeigeschaut. Zu groß die Ängste, zu lang die Zeit im Tierheim, zu ungewiss die Zukunft. Doch genau dieser Hund bekam seine Chance.

Und was für eine Chance das war.

Aus Miro wurde Joschi. Ein Hund, der lernen durfte, dass Berührungen schön sein können. Dass Spaziergänge Freiheit bedeuten. Dass ein Zuhause Sicherheit schenkt. Dass Menschen nicht nur Angst machen, sondern auch Liebe, Geduld und Geborgenheit schenken können.

Er durfte er Wälder erkunden, über Wiesen schnüffeln, seine kleinen Abenteuer erleben und jeden Tag als geliebtes Familienmitglied genießen. Er fand Freunde, wurde Teil eines Rudels und schlich sich mit seiner sanften Art in die Herzen aller, die ihn kennenlernen durften.

Besonders berührt uns der Gedanke, dass ausgerechnet ein Hund, der so viele Jahre auf seine Chance warten musste, noch fünf wunderbare Jahre erleben durfte. Fünf Jahre voller Wärme, Fürsorge und Liebe. Fünf Jahre, in denen er nicht mehr einer von vielen war, sondern einfach Joschi – ein geliebter Hund.

Seine Familie hat ihm das größte Geschenk gemacht, das wir unseren Schützlingen wünschen können: Sie hat ihm gezeigt, wie sich ein echtes Zuhause anfühlt.

Danke, dass ihr an ihn geglaubt habt. Danke, dass ihr einem alten Angsthund eine Chance gegeben habt. Danke für jeden Spaziergang, jedes Leckerchen, jede streichelnde Hand und jeden glücklichen Tag, den ihr ihm geschenkt habt.

Mach’s gut, Joschi.

Du hast viel zu lange warten müssen. Aber am Ende hast du bekommen, was jedem Hund zusteht: Liebe, Geborgenheit und eine Familie, die dich bis zum letzten Atemzug begleitet hat.

Hier der Abschied seiner Familie:

Im Februar 2021 haben wir Joschi adoptiert, da war er knapp acht Jahre alt und voller Ängste. Berührungen, Türen, die Leine – alles fand er gruselig, und auch die anderen Hunde waren ihm in den ersten Tagen suspekt. Zum Glück war Futter seine große Leidenschaft, und mit der Hilfe von tollen Leckerchen ließ er sich nach und nach davon überzeugen, dass es bei uns doch ganz schön war. Im ersten Jahr hat er Riesenfortschritte gemacht, hat sich mit allen Menschen und Hunden im Haus angefreundet und sich in alle Herzen geschlichen. Bei Besuch war er bis zum Schluss etwas zurückhaltend, umso mehr haben sich Gäste gefreut, wenn er ihnen irgendwann doch vorsichtig einen Keks aus der Hand genommen hat. Spaziergänge hat er schnell lieben gelernt und lief schon bald ohne Leine zuverlässig mit. Nur manchmal, da hat er sich zurückfallen lassen und ist still und heimlich seiner eigenen Wege gegangen. Er ging aber nie jagen, sondern schnüffelte nur mal gemütlich durch den Wald oder über eine Wiese. Nach ein paar Minuten war er immer wieder da, und wir haben ihm seine kleinen Abenteuer gegönnt!

Joschi war fast immer fröhlich; wir haben immer darüber gewitzelt, dass zwischen seinen Beinen und seiner Rute eine direkte Verbindung bestehen muss, denn er schien nicht laufen zu können ohne gleichzeitig fröhlich zu wedeln. Nie hat er sich in den Vordergrund gedrängt, er war immer zufrieden.

Leider hatte er schon lange Hautveränderungen, die sich irgendwann bösartig entwickelten. Dann kam eine schwere Anämie dazu und er wurde sehr schwach. Unsere Ginny hat ihm noch Blut gespendet und ihm dadurch zu einer letzten glücklichen Woche verholfen, aber keine Behandlung schlug an, und irgendwann waren alle Möglichkeiten ausgeschöpft. Zum Glück hatte er keine Schmerzen und durfte sanft bei uns zu Hause einschlafen.

Jetzt fehlt er überall!

Joschi, wir vermissen dich so sehr!!