Geduld, Vertrauen und Prävention – Wie wir einer scheuen Hündin helfen konnten
Auf einem privaten Grundstück eines älteren Herrn hatte sich über die Jahre eine Hundegruppe vermehrt. Da der Grundstücksbesitzer aus gesundheitlichen Gründen seit Langem nicht vor Ort sein kann, kümmert sich ein engagierter Einheimischer täglich um die Tiere. Er versorgt sie jeden Abend mit Futter.
Über die letzten Jahre hinweg konnten alle Hunde auf dem Grundstück kastriert werden – nur diese letzte Hündin war einfach nicht greifbar.
Sie hatte gelernt, vorsichtig zu sein. Ursprünglich war sie ein Haushund, der einst angeschafft wurde – wie die anderen Hunde ist sie mit der Zeit verwildert und hat sich Zurückhaltung angewöhnt: Abstand halten, beobachten und niemandem zu schnell vertrauen. Während die anderen Hunde nach und nach gesichert, kastriert und zurückgesetzt werden konnten, blieb sie stets auf Distanz. Nicht aus Sturheit, sondern aus Erfahrung.
Uns war schnell klar, dass wir sie nur mit viel Geduld und einem gut durchdachten Plan sichern konnten. Unser Ziel war es, sie möglichst stressfrei mit einer Lebendfalle einzufangen, um sie anschließend kastrieren zu lassen.
Eine Rettung, die sorgfältige Vorbereitung erforderte.
Über Wochen wurde die Hündin täglich zur gleichen Uhrzeit angefüttert. Dabei zeigte sich ein klares Muster: Sie kam erst aus ihrem Versteck, nachdem wir das Grundstück verlassen hatten.
Das stellte uns vor eine besondere Herausforderung. Wäre einer der bereits kastrierten Hunde zuerst in die Falle gegangen und die Hündin hätte dies beobachtet, hätte sie vermutlich daraus gelernt und die Falle künftig gemieden. Deshalb wurden die zutraulichen Hunde bewusst an einer anderen Stelle gefüttert, um sie von der Falle fernzuhalten.
Zusätzlich installierten wir eine Kamera, mit deren Hilfe wir den Tagesablauf der Hündin genau beobachten konnten. Jeden Abend gegen 18:30 Uhr betrat sie zuverlässig die Falle, um zu fressen.
Nachdem wir Gewissheit über ihr Fressverhalten gewonnen hatten, wagten wir den entscheidenden Versuch.
Zunächst wurden die anderen Hunde abgelenkt. Anschließend legten wir das Futter in die Falle und alle Helfer verließen das Grundstück. Über die Kamera konnten wir beobachten, wann die Hündin die Falle betrat und im richtigen Moment auslösen.
Endlich war es geschafft: Die Hündin war gesichert.
Bereits für den nächsten Tag vereinbarten wir einen Termin beim Tierarzt zur Kastration. Die erste Nacht verbrachte die Hündin bei uns. Sie war verständlicherweise sehr verängstigt und verweigerte zunächst das Futter. Vermutlich war es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie so engen Kontakt zu Menschen hatte.
Nach der Operation blieb sie weitere fünf Tage in unserer Obhut. Während dieser Zeit konnten wir ihre Wundheilung kontrollieren und sie medikamentös versorgen. Anschließend durfte sie in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren – zu ihrem Rudel, auf das Grundstück und in das Leben, das sie kennt.
Mit einem entscheidenden Unterschied: Sie wird keine weiteren Welpen mehr zur Welt bringen.
Genau darum geht es bei Prävention.
Nicht erst dann zu helfen, wenn neues Leid entstanden ist, sondern den Kreislauf frühzeitig zu durchbrechen.
Die Kastration dieser Hündin kostete rund 200 Euro.
200 Euro, die verhindern können, dass sich ihre Geschichte in wenigen Monaten wiederholt.
Mit unserem Spendenmarathon bis zum 15. September sammeln wir genau für solche Fälle: für Kastrationen, medizinische Versorgung und nachhaltige Präventionsarbeit auf Sardinien.
Jede Spende hilft uns, nach der Sommerpause sofort handeln zu können und möglichst vielen Tieren eine Zukunft ohne ungewollten Nachwuchs zu ermöglichen.
Ansprechpartner
Bei weiteren Fragen wende dich bitte an:
Prävention:
Spendenbetreuung:
Ines Paschmanns
![]()
Betreuung SOS Aufrufe/Sonderaufrufe, allgemeine Spenden
Telefon: (0152) 34 22 19 40
E-Mail: ines.paschmanns@streunerherzen.com
Bankverbindung
STREUNERHerzen e.V.
Kreissparkasse Köln
IBAN DE93370502990157284821
BIC COKSDE33
Spendenformular 229 KB
Hier findest du Informationen zu unseren Spendenbescheinigungen.

