Wir stellen vor: Bracco Italiano

Reinrassige Bracci Italiani
Geschichte bzw. Herkunft

Die Geschichte des Bracco Italiano geht zurück bis in das fünfte Jahrhundert v. Chr.. Schon Xenophon, ein Schüler des Sokrates, beschrieb zu dieser Zeit die Hunderasse. Die Jäger der Antike wollten eine Hunderasse züchten, die besonders gut für die Jagd auf Federvieh geeignet war. Der Bracco Italiano ist aus einer Kreuzung zwischen den kräftigen Molossern und arabischen und afrikanischen Windhunden entstanden. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Jagdhunde beschrieben, die dem heutigen Bracco Italiano entsprechen.

Die Geschichte der heutigen Form der Bracci Italiani, wie die italienischen Vorstehhunde in der Mehrzahl genannt werden, geht zurück bis weit ins 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren zwei Formen bekannt: der kastanienbraune Bracco Lombardo und der Bracco Piemontese mit seinen orangefarbenen Abzeichen. Der Bracco Lombardo war dabei für die Jagd in der Lombardei gezüchtet worden. Mit seinem weit ausholenden, trabenden Gang war er bestens geschaffen für die Jagd in den Wäldern der Lombardei. Der Bracco Piemontese hingegen fand sich mit seiner Trittsicherheit in den Hügeln und Gebirgen des Piemonts hervorragend zurecht. Später wurden diese beiden Typen gekreuzt und daraus entstand die heutige Form des Bracco Italiano. Bekannt war er weiterhin fast nur in Italien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Bracci Italiani, wie viele andere Hunderassen, fast ausgestorben. Doch engagierte Züchter bauten die Zucht wieder auf und am 19. Februar 1949 definierte der ENCI, der italienische Rassehunde-Verband, die Rassestandards, die heute noch gelten und von der FCI anerkannt wurden.

Heute ist der Bracco Italiano weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch in Deutschland wird der imposante Jagdhund immer beliebter.

Rassebeschreibung
  • FCI Standard: Nr. 202
  • Gruppe: 7. Vorstehhunde
  • Sektion: 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ „Braque“
  • Herkunft: Italien
  • Körper: Ein robuster und harmonischer Körperbau mit einer kraftvollen Erscheinung
  • Kopf: Eckig und in Höhe der Jochbeinbögen schmal
  • Ohren: Lange Schlappohren
  • Rute: Am Ansatz dick, gerade, mit einer leichten Tendenz zur Verjüngung. In Bewegung und besonders bei der Suche wird sie waagerecht oder fast waagerecht getragen
  • Haarkleid: Kurz, dicht und glänzend, feiner und kürzer am Kopf, an den Ohren, am vorderen Teil der Läufe und an den Pfoten. Farbe: weiß, weiß mit orangen oder braunen Flecken, weiß mit orangen Sprenkeln oder kastanienbraun mit weißen Flecken
  • Gangwerk: Ausgedehnter und schneller Trab, mit kraftvollem Vortrieb aus der Hinterhand
  • Widerristhöhe: Rüden: 58 – 67cm, Hündin: 55 – 62cm
  • Gewicht: Je nach Größe zwischen 25 und 40kg
Charakter

Der Bracco Italiano zeigt die typischen Charakterzüge eines Jagdhundes. Er verfügt über einen hellwachen Sinn, jedoch ohne Nervosität und gilt als ein sanftmütiger und feinfühliger Riese. Von Natur aus hat er ein eher ruhiges, freundliches und ausgeglichenes Wesen, was ihn zu einem guten Familien- und Begleithund macht. Durch seine Sensibilität spürt er die Stimmung in seiner Umgebung.  Doch auch wenn er als kinderfreundlich gilt, sollte man ihn nie mit einem kleinen Kind allein lassen. Denn mit seinen 30 bis 40 Kilogramm ist er nicht gerade ein Fliegengewicht.

Fremden gegenüber begegnet er als besonnener, menschenbezogener Hund mit freundlichen Absichten oder aus reiner Neugier.

Mit seinen Artgenossen ist er nicht immer so freundlich. Außerhalb seines Reviers sind ihm andere Hunde recht egal, solange sie ihm nicht seinen Rang streitig machen und ihn anpöbeln. Doch in seinem Revier wird er keine Konkurrenz dulden. Bei alledem ist er lernwillig und intelligent. Er lernt schnell und vergisst nie, im Guten wie im Schlechten. Und er ist ein Hund, der mitdenkt und verstehen möchte, warum er eine Anweisung ausführen soll.

Draußen zeigt er sich als Vollblutjagdhund, der gewissenhaft seine Fährte verfolgt. Der Bracco Italiano möchte unbedingt lernen und gefallen. Man sollte aber bedenken, dass diese Hunde sensibel sind und das Training daher sanft durchgeführt werden sollte. Diese Hunderasse ist nicht optimal für Hundeanfänger.

Haltung

Als typischer Begleithund in der Stadt eignet sich der freiheitsliebende Bracco Italiano nicht. In der Natur zu sein und seinen Aufgaben nachzugehen, liegt ihm im Blut. Im Idealfall lebt die italienische Bracke auf dem Land. Ein Zuhause mit einem großen, gut gesicherten, hoch umzäunten Grundstück, auf dem er sich bei Wind und Wetter frei bewegen kann, sollte gegeben sein.

Am liebsten wäre der Bracco Italiano wohl in einem Jägerhaushalt zu Hause. Ist dies nicht der Fall, sollte seine Familie unbedingt sportlich und naturverbunden sein.

Wird der Bracco Italiano nicht für rassetypische Aktivitäten eingesetzt, ist besonders auf die körperliche und geistige Auslastung zu achten. Hundesportarten wie Mantrailing, Fährtensuche, Dummytraining oder Apportieren würden ihm großen Spaß machen.

Erziehung

Der Bracco Italiano hat einen sehr sensiblen Charakter. Hektik, Chaos und massiver Lärm sind nicht sein Ding und auch bei der Erziehung und Ausbildung kommt man mit Ungeduld, Druck und harten Methoden niemals zum Ziel.

Bei der Erziehung sollte man auf eine ruhige, konsequente Führung achten, aber keine große Härte einsetzen, da dies aufgrund seines sensiblen Charakters schnell zu einer Fehlkommunikation führen kann.  Der Bracco Italiano ist von Natur aus lernwillig und würde alles dafür tun, um seinen Menschen zu gefallen. Wichtig ist daher, ihm zu verstehen zu geben, weshalb man bestimmtes Verhalten unterbindet bzw. verbietet. Hierbei sollte man ruhig, aber beherzt reagieren und dem Schüler, sobald er dann das gewünschte Verhalten zeigt, sofort wieder die vertraute Zuwendung schenken. Der Bracco Italiano ist ein Hund, der wirklich nachdenkt, und nur wenn er auf seine Weise versteht, warum er bestraft wird, sein Verhalten entsprechend korrigiert.

Bei der Erziehung des Bracco Italiano muss man auch beachten, dass er ein Spätzünder ist und länger als andere Hunde benötigt, um richtig erwachsen zu werden. In der Regel dauert das zweieinhalb Jahre. Man braucht also viel Liebe, Geduld und einen langen Atem für seine Erziehung. Doch der treue Bracco Italiano wird es einem danken und bei einer guten Erziehung zu einem tollen Kameraden werden.

Passt ein Bracco Italiano zu mir?

Ein Bracco Italiano passt perfekt zu dir, wenn:

  • du einen freundlichen und lernwilligen Hund suchst, der aber doch sehr selbstständig in seinem Denken ist
  • du gerne in der Natur bist und einen Hund mit großer Ausdauer suchst
  • du hundeerfahren bist und weißt, einen möglichen Jagdtrieb positiv umzulenken
  • du einen familien- und kinderfreundlichen Hund suchst
  • du einen Hund möchtest, der sich zwar grundsätzlich leicht erziehen lässt, aber dennoch eine klare Führung braucht
  • du ein Haus in ländlicher Umgebung mit gut gesichertem Garten besitzt.
Bracco Italiano Mischlinge