Prävention Hunde

Es besteht Aufklärungsbedarf bezüglich Hundekastration in der Bevölkerung. Für viele Sarden ist der Hund ein Nutztier, der bei der Jagd unterstützt oder die Schafherden bewacht. Es gibt noch die tradierte Vorstellung, dass kastrierte Hunde „minderwertig“ sind und ihre Arbeit nicht mehr gut verrichten können. So kommt es sehr oft zu ungewollten Trächtigkeiten und die Welpen werden entsorgt, sprich: ausgesetzt, getötet oder man gibt sie bestenfalls im Tierheim ab.

Die Kastration ihres Tieres ist für viele Sarden finanziell nicht leicht zu stemmen. Da es nicht ungewöhnlich ist, dass Halterhunde auch „ohne Begleitung“ Gassi gehen, kommt manche Hündin trächtig zurück. Wohin mit den Babies?

Hier beginnt unsere Aufgabe! Lies hier, wie unsere Arbeit funktioniert und wie du uns mit kleinen und großen Spenden unterstützen kannst!

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Am Anfang sind die Hundewelpen noch “Nesthocker”, das heißt, sie werden blind, taub (Augen und Ohren sind bei der Geburt verschlossen) und völlig hilflos geboren und sind voll und ganz auf die Hilfe der Hundemutter angewiesen. Ohne die Mutter hätten die Kleinen keine Überlebenschance: sie ernährt die Welpen, putzt sie und hält sie warm. In der kühleren Jahreszeit bedeutet das, dass wir für Schutz vor Wind, Regen und Kälte sorgen müssen. In den heißen Sommermonaten braucht es Schatten und Schutz vor Hitze. Daher braucht es ja nach Jahreszeit unterschiedliche Dinge: Handtücher, Leintücher, Holzplanken, Schrauben, Wellblechdach für improvisierte Wurfkisten.

Bei Milchmangel der Hündin oder je nach Wurfgröße müssen wir durch entsprechende energie- und eiweißreiche Ernährung korrigieren. Das bedeutet, Futter für die Mutter zu kochen oder den Familien Rezepte an die Hand zu geben, wie die Mutter unterstützt werden kann. Oft zeigen sich die Sarden sehr aufgeschlossen für unsere praktischen Tipps wie Knochenbrühe, Haferflocken oder Ziegenmilch mit Honig.

In der Regel fährt man jeden zweiten Tag zur Familie, bis man die Sicherheit hat, dass die Welpen gesund sind und sich gut entwickeln. Ganz wichtig für die optimale körperliche Entwicklung ist das regelmäßige Entwurmen ab der zweiten Lebenswoche. Bei den meisten Hündinnen kommt auch eine Ektoparasiten-Prophylaxe dazu.

Sobald die Welpen zahnen und flügge werden, gilt es, die Familien bei der Stange zu halten. Die Welpen beginnen nun richtig Arbeit zu machen und es braucht viel Überzeugung, um die Besitzer zu motivieren. Man braucht nun Material, um Zäune zu ziehen, damit die Welpen weiterhin sicher sind. Spezielles Welpenfutter und nahrhaftes Futter für die Mama runden das Paket ab. 

Wenn alles rund läuft, können die Kleinen bis zur Ausreise bei der Familie bleiben. Oft müssen sie aber nach circa 6-7 Wochen in unsere Auffangstation umziehen.

Aufklärung ist das A und O, um den Welpenschwemmen entgegenzuwirken. Aus diesem Grund erschufen wir das Projekt „Welpenstation – Ort der Geborgenheit“Wir arbeiten direkt vor Ort zusammen mit den Bewohnern Sardiniens, kastrieren ihre Hündinnen, begleiten sie in den ersten Wochen, wo die Babies noch ihre Mama brauchen und übernehmen dann die Welpen. 

Die Einheimischen wissen um unser Engagement, ungewollte Welpen aufzunehmen und im Gegenzug die Mütter zu kastrieren. Je nach Saison erreichen uns fast täglich Hilferufe von Sarden, die von unserer Arbeit gehört haben. Denn bei uns muss niemand eine „brutta figura“ machen. Viel mehr stehen wir jeglichen Fragen der Besitzer mit Rat, vor allem Tat zur Seite. Wir wissen, es ist eine große Verantwortung, aber lassen wir Fragen unbeantwortet, überlassen wir die Welpen ihrem Schicksal.

Für eine kleine hilflose Hundeseele gibt es nichts Wichtigeres als die Mutterhündin, daher ist es unser Ziel, wenn die Gegebenheiten vorliegen, so lange wie möglich die Familien direkt zu unterstützen. Wunderbar ist es zu erleben, wie die Familien so etwas wie Freude erfahren, aber auch Liebe geben und Verantwortung für ihre Welpen übernehmen. Für uns bedeutet diese Art der Prävention enorm viel Arbeit: wir fahren zu den verschiedenen Orten, sind Tag und Nacht ansprechbar und das bei der normalen täglichen Tierschutzarbeit. Den Familien dabei mit Respekt, aber auch Konsequenz zu begegnen, ist dabei das Geheimnis. Die Erfahrung zeigt, dass wir damit einen Impuls geben. Die Welpen werden nicht entsorgt, sondern dürfen erst einmal bei der Mutter bleiben, dann übernehmen wir sie und die Mutter wird kastriert.

Viele enge Banden werden hier geschlossen, denn es gibt sie auch, die Sarden mit Herz. Sie erfreuen sich an den Bildern und Videos der Kleinen in ihren neuen Familien und manch ein Welpe, der in Deutschland seine Familie gefunden hat, durfte im Urlaub schon seine Mutter kennenlernen. Damit wir diese Arbeit fortführen können, brauchen wir Ihre Unterstützung. Die Fahrten zu den Familien sind zeitaufwändig, es gibt nur wenige, vertraute Volontäre, die in ihrer Freizeit die Mühen der Hausbesuche auf sich nehmen. Lange Fahrten zu entlegenen Orten, Stunden vor Ort, oder ständige telefonische Erreichbarkeit sind Voraussetzung. Erwähnenswert sind die freundschaftlichen Verbindungen und die positiven Kontakte vor Ort, die durch unsere Hilfe entstehen.

Für uns ist es Prävention und aktiver Tierschutz zugleich.

Sie sind sozialisiert, wachsen angstfrei und behütet auf und werden auf ihr späteres Leben in einer Familie vorbereitet. 

Schaue auf unsere Vermittlungsseiten. Sie alle suchen noch ein Zuhause.

Wie kannst du helfen?

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Wir brauchen Hilfe in vielen Bereichen. 

Sei dabei und helfe denen, die keine eigene Stimme haben und auf uns angewiesen sind!