Bettina – Zarte, agile Schönheit mit Bewegungslust

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind natürlich immer möglich.


Was ist mir passiert?

Bellina und Bettina waren zeitlebens in einem Zwinger eingesperrt. Eine typische Jagdhund-Haltung auf Sardinien.

Vor zwei Jahren übernahmen wir die beiden Hündinnen in unsere Obhut und wir brachten sie in eine Hundepension. Dies sollte der Startschuss in ein neues Leben für sie sein. Doch das ging leider nach hinten los. Bellina und Bettina zogen sich immer mehr zurück, der Trubel in der Pension, das Kommen und Gehen von fremden Menschen überforderte die beiden Hündinnen. Haben sie in ihrem früheren Leben mit wenigen Eindrücken durch die abgelegene Haltung, fern von Menschen, quasi abgeschottet in einem Zwinger gelebt, war hier die Reizüberflutung zu groß, bzw. sie wurden mit ihren Ängsten allein gelassen. Ihre Lösung war, sich tief in ihre Box zu verkriechen und das „Draußen“ auszublenden.

Wo bin ich?

Seit Ende November 2023 leben die beiden nun auf unserer neuen Station, dem Weinberg. Dort gibt es vier großzügige Boxen und die Möglichkeit, im Rudel mit den anderen Hunden den Tag in einem Freilauf zu verbringen.

Wie bin ich?

Beide Hündinnen sind absolut sensible, freundliche Hunde. Seit ihrem Umzug auf den Weinberg leben die beiden auf. Menschenhände, welche sie noch nie gespürt haben, streicheln ihre langen Schlappohren. Da wird genüsslich gegrunzt oder einfach nur die Augen geschlossen, um die Zuwendung zu genießen. Sie springen mit den anderen Hunden im Freilauf, lernen auf hündisch, dass so ein Leben auch fröhliche, verspielte Seiten haben kann. Es wird gebuddelt, gescharrt, in der Sonne entspannt. Wenn sich die beiden in ihre Körbchen zurückziehen, geschieht dies, weil sie sich entspannen möchten nach all den Abenteuern und Eindrücken des Tages.

Bettina ist die zugänglichere Hündin. Sie nimmt schneller Kontakt zum Menschen auf und ist im ganzen Wesen neugieriger. Ihr Kopf und ihr Körperbau sind schmaler und die Schlappohren sind bei beiden Schwestern rassebedingt vorhanden. Bettina hat ein sportliches Auftreten, ist sehr grazil. Sie rennt gerne und viel, buddelt gerne, ganz sicher wird sie viel Freude an Nasenarbeit haben. Noch ist sie ein wenig unsicher, wenn es um Spielaufforderungen durch die anderen Hunde geht. Sie lernt jeden Tag in großen Schritten, wie man sich sozial verhält. Sie ist dabei eher unterwürfig, zeigt keine Dominanz.

Noch sind beide bei neuen Menschen unsicher – zu lange haben sie gelernt, dass Menschen komisch sind. Zu den Menschen, die sie nun seit drei Wochen betreuen, haben sie vom ersten Tag an Vertrauen. Ich bin mir sicher, dass beide bereit sind, ihren „Für-immer-Menschen“ zu finden.  Beide haben eine gute Chance, schnell in einen deutschen Alltag zu finden, wenn sie vernünftig durch den Menschen begleitet werden.

Was suche ich?

Wir suchen Menschen, die ländlich wohnen und entweder über ein Haus mit gut eingezäuntem Garten verfügen oder einer Parterre Wohnung mit Zugang zum eingezäunten Garten. Der Zaun sollte eine Mindesthöhe von 1,40 m betragen. Es sollte ein souveräner Ersthund vorhanden sein, an dem sich Bettina gut orientieren kann.

Wir wünschen uns hundeerfahrene Menschen, die sowohl die Kommunikation des Hundes verstehen als auch in der Lage sind, einen unsicheren Hund zu begleiten. Es sollten keine Rückzugsmöglichkeiten in Form von Boxen oder Höhlen bereitstehen, und Bettina sollte nicht verhätschelt werden. Genau das wären die falschen Ansätze. Sie muss ins Leben geführt werden, Unsicherheiten weitgehend ignoriert werden, damit sie lernt, dass alles nicht schlimm ist. Zuallererst sollte es aber viele Vertrauensübungen in den eigenen vier Wänden geben und Spaziergänge erst einmal durch Gartengänge ausgesetzt werden. Bis Bettina ausreichend Vertrauen hat, um dann die ersten Schritte außerhalb ihrer sicheren Festung zu machen. Auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Ruhe und Aktivität/Übungen muss die ersten Wochen geachtet werden, damit Bettina auch alles verarbeiten kann. Bettina sollte an einer sogenannten Hausleine geführt werden, die permanent am Halsband angebracht ist. Über das Arbeiten mit der Hausleine geben wir euch gerne weitere Informationen bei Bedarf. Für den Hund bedeutet sie Sicherheit und Verbundenheit mit euch. Ihr habt die Möglichkeit, sie nicht übergriffig zu behandeln und ihr den Respekt entgegenzubringen, den sie benötigt.

Vermutlich wird Bettina eine typische Jagdhündin mit dem angenehmen Charakter sein. Das bedeutet, dass sie im Haus sehr unauffällig und lieb ist. Wenn sie dann ausreichend Selbstvertrauen aufgebaut hat und „angekommen ist“ – und hier spreche ich ggf. von einigen Wochen bis Monate – wird sie draußen Jagdtrieb zeigen, den man aber sicherlich gut lenken kann, wenn man Spaß an der Arbeit mit Hund hat.

Der Haushalt an sich sollte ein ruhiger Haushalt sein. Sprich keine kleinen Kinder – grundsätzlich würde ich an Kinder ab 16 Jahre denken, die einfühlsam sind und keine Erwartungshaltung an den Hund haben.

Es wird sicherlich Zeiten geben, an denen man manchmal verzweifeln mag, aber die Sprünge, die Bettina machen wird, wenn ihr euch an ein paar Grundregeln haltet, werden euer Herz berühren und eine unglaubliche Bindung zwischen euch zaubern.

Nachdem sie dann mal richtig Vertrauen gefasst hat und angekommen ist, sollte jedem klar sein, dass wir hier über einen Jagdhund-Mischling sprechen, der entsprechend Auslauf und Kopfauslastung benötigt. Damit meine ich lange und ausgiebige, interessante Spaziergänge sowie den Besuch einer Hundeschule und auch geistige Auslastung. Spaß an der gemeinsamen Arbeit zwischen Hund und Mensch setze ich voraus.

Wenn ihr euch nun in den Haltungsbedingungen findet und auch den Mut und den Ehrgeiz habt, aus Bettina einen Familienhund zu machen, dann freue ich mich über euren Anruf oder eine Mail.

Es wäre wunderbar zu wissen, dass jemand die Chance nutzen möchte, um Bettina aus der Vergangenheit zu befreien und das nicht nur aus Mitleid, sondern mit dem Gedanken und der Lust, gemeinsam etwas zu schaffen.

Wir suchen eine Pflegestelle oder eine Endstelle für Bettina.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Bettina kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 01.05.2017

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Bracco Italiano Mischling

Schulterhöhe

ca. 47cm

Gewicht

ca. 17kg

Geschlecht

Weiblich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

1. Test:, Babesiose vogeli positiv, Rest negativ

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

Station Weinberg, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Ja, souveräner Ersthund

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Stefanie Richter


Mitglied des Vorstands
Vermittlung Hunde

Telefon: (0177) 32 68 50 9
E-Mail: stefanie.richter@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Bracco Italiano

Bracco Italiano Mischlinge

Geschichte bzw. Herkunft

Die Geschichte des Bracco Italiano geht zurück bis in das fünfte Jahrhundert v. Chr.. Schon Xenophon, ein Schüler des Sokrates, beschrieb zu dieser Zeit die Hunderasse. Die Jäger der Antike wollten eine Hunderasse züchten, die besonders gut für die Jagd auf Federvieh geeignet war. Der Bracco Italiano ist aus einer Kreuzung zwischen den kräftigen Molossern und arabischen und afrikanischen Windhunden entstanden. Im Laufe der Jahrhunderte wurden immer wieder Jagdhunde beschrieben, die dem heutigen Bracco Italiano entsprechen.

Die Geschichte der heutigen Form der Bracci Italiani, wie die italienischen Vorstehhunde in der Mehrzahl genannt werden, geht zurück bis weit ins 18. Jahrhundert. Zu dieser Zeit waren zwei Formen bekannt: der kastanienbraune Bracco Lombardo und der Bracco Piemontese mit seinen orangefarbenen Abzeichen. Der Bracco Lombardo war dabei für die Jagd in der Lombardei gezüchtet worden. Mit seinem weit ausholenden, trabenden Gang war er bestens geschaffen für die Jagd in den Wäldern der Lombardei. Der Bracco Piemontese hingegen fand sich mit seiner Trittsicherheit in den Hügeln und Gebirgen des Piemonts hervorragend zurecht. Später wurden diese beiden Typen gekreuzt und daraus entstand die heutige Form des Bracco Italiano. Bekannt war er weiterhin fast nur in Italien.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Bracci Italiani, wie viele andere Hunderassen, fast ausgestorben. Doch engagierte Züchter bauten die Zucht wieder auf und am 19. Februar 1949 definierte der ENCI, der italienische Rassehunde-Verband, die Rassestandards, die heute noch gelten und von der FCI anerkannt wurden.

Heute ist der Bracco Italiano weit über die Grenzen Italiens hinaus bekannt und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Auch in Deutschland wird der imposante Jagdhund immer beliebter.

Rassebeschreibung
  • FCI Standard: Nr. 202
  • Gruppe: 7. Vorstehhunde
  • Sektion: 1.1 Kontinentale Vorstehhunde, Typ „Braque“
  • Herkunft: Italien
  • Körper: Ein robuster und harmonischer Körperbau mit einer kraftvollen Erscheinung
  • Kopf: Eckig und in Höhe der Jochbeinbögen schmal
  • Ohren: Lange Schlappohren
  • Rute: Am Ansatz dick, gerade, mit einer leichten Tendenz zur Verjüngung. In Bewegung und besonders bei der Suche wird sie waagerecht oder fast waagerecht getragen
  • Haarkleid: Kurz, dicht und glänzend, feiner und kürzer am Kopf, an den Ohren, am vorderen Teil der Läufe und an den Pfoten. Farbe: weiß, weiß mit orangen oder braunen Flecken, weiß mit orangen Sprenkeln oder kastanienbraun mit weißen Flecken
  • Gangwerk: Ausgedehnter und schneller Trab, mit kraftvollem Vortrieb aus der Hinterhand
  • Widerristhöhe: Rüden: 58 – 67cm, Hündin: 55 – 62cm
  • Gewicht: Je nach Größe zwischen 25 und 40kg
Charakter

Der Bracco Italiano zeigt die typischen Charakterzüge eines Jagdhundes. Er verfügt über einen hellwachen Sinn, jedoch ohne Nervosität und gilt als ein sanftmütiger und feinfühliger Riese. Von Natur aus hat er ein eher ruhiges, freundliches und ausgeglichenes Wesen, was ihn zu einem guten Familien- und Begleithund macht. Durch seine Sensibilität spürt er die Stimmung in seiner Umgebung.  Doch auch wenn er als kinderfreundlich gilt, sollte man ihn nie mit einem kleinen Kind allein lassen. Denn mit seinen 30 bis 40 Kilogramm ist er nicht gerade ein Fliegengewicht.

Fremden gegenüber begegnet er als besonnener, menschenbezogener Hund mit freundlichen Absichten oder aus reiner Neugier.

Mit seinen Artgenossen ist er nicht immer so freundlich. Außerhalb seines Reviers sind ihm andere Hunde recht egal, solange sie ihm nicht seinen Rang streitig machen und ihn anpöbeln. Doch in seinem Revier wird er keine Konkurrenz dulden. Bei alledem ist er lernwillig und intelligent. Er lernt schnell und vergisst nie, im Guten wie im Schlechten. Und er ist ein Hund, der mitdenkt und verstehen möchte, warum er eine Anweisung ausführen soll.

Draußen zeigt er sich als Vollblutjagdhund, der gewissenhaft seine Fährte verfolgt. Der Bracco Italiano möchte unbedingt lernen und gefallen. Man sollte aber bedenken, dass diese Hunde sensibel sind und das Training daher sanft durchgeführt werden sollte. Diese Hunderasse ist nicht optimal für Hundeanfänger.

Haltung

Als typischer Begleithund in der Stadt eignet sich der freiheitsliebende Bracco Italiano nicht. In der Natur zu sein und seinen Aufgaben nachzugehen, liegt ihm im Blut. Im Idealfall lebt die italienische Bracke auf dem Land. Ein Zuhause mit einem großen, gut gesicherten, hoch umzäunten Grundstück, auf dem er sich bei Wind und Wetter frei bewegen kann, sollte gegeben sein.

Am liebsten wäre der Bracco Italiano wohl in einem Jägerhaushalt zu Hause. Ist dies nicht der Fall, sollte seine Familie unbedingt sportlich und naturverbunden sein.

Wird der Bracco Italiano nicht für rassetypische Aktivitäten eingesetzt, ist besonders auf die körperliche und geistige Auslastung zu achten. Hundesportarten wie Mantrailing, Fährtensuche, Dummytraining oder Apportieren würden ihm großen Spaß machen.

Erziehung

Der Bracco Italiano hat einen sehr sensiblen Charakter. Hektik, Chaos und massiver Lärm sind nicht sein Ding und auch bei der Erziehung und Ausbildung kommt man mit Ungeduld, Druck und harten Methoden niemals zum Ziel.

Bei der Erziehung sollte man auf eine ruhige, konsequente Führung achten, aber keine große Härte einsetzen, da dies aufgrund seines sensiblen Charakters schnell zu einer Fehlkommunikation führen kann.  Der Bracco Italiano ist von Natur aus lernwillig und würde alles dafür tun, um seinen Menschen zu gefallen. Wichtig ist daher, ihm zu verstehen zu geben, weshalb man bestimmtes Verhalten unterbindet bzw. verbietet. Hierbei sollte man ruhig, aber beherzt reagieren und dem Schüler, sobald er dann das gewünschte Verhalten zeigt, sofort wieder die vertraute Zuwendung schenken. Der Bracco Italiano ist ein Hund, der wirklich nachdenkt, und nur wenn er auf seine Weise versteht, warum er bestraft wird, sein Verhalten entsprechend korrigiert.

Bei der Erziehung des Bracco Italiano muss man auch beachten, dass er ein Spätzünder ist und länger als andere Hunde benötigt, um richtig erwachsen zu werden. In der Regel dauert das zweieinhalb Jahre. Man braucht also viel Liebe, Geduld und einen langen Atem für seine Erziehung. Doch der treue Bracco Italiano wird es einem danken und bei einer guten Erziehung zu einem tollen Kameraden werden.

Passt ein Bracco Italiano zu mir?

Ein Bracco Italiano passt perfekt zu dir, wenn:

  • du einen freundlichen und lernwilligen Hund suchst, der aber doch sehr selbstständig in seinem Denken ist
  • du gerne in der Natur bist und einen Hund mit großer Ausdauer suchst
  • du hundeerfahren bist und weißt, einen möglichen Jagdtrieb positiv umzulenken
  • du einen familien- und kinderfreundlichen Hund suchst
  • du einen Hund möchtest, der sich zwar grundsätzlich leicht erziehen lässt, aber dennoch eine klare Führung braucht
  • du ein Haus in ländlicher Umgebung mit gut gesichertem Garten besitzt.

Reinrassige Bracco Italiano

Notfall