Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.
Was ist mir passiert?
Bracco wurde gemeinsam mit seinem Bruder Baldo gefunden – beide nur wenige Wochen alt, beide hungrig und auf sich gestellt. Auf einem Feld nahe Possada hatten sie versucht zu überleben, indem sie Müllsäcke durchwühlten, die am Straßenrand standen. Schließlich kamen sie in eine private Pflegestelle, doch auch dort fehlte es an allem: Die beiden wuchsen isoliert auf einem abgelegenen Grundstück auf, in einem provisorischen Gehege ohne ausreichenden Schutz vor Wetter und ohne Kontakt zu Menschen oder anderen Hunden.
Diese frühen Erfahrungen haben Bracco geprägt – aber nicht gebrochen. Er trägt sein sanftes Wesen trotz allem in sich.
Wo bin ich?
Bracco lebt heute in der Hundepension Oasi del Cane. Dort kann er auf einen kleinen Freilaufbereich, der ihm Bewegung und Abwechslung ermöglicht. Zwar wohnt er in einer Einzelbox, aber im Freilauf trifft er regelmäßig auf andere Hunde, kann spielen, sich lösen und soziale Erfahrungen sammeln.
Auf dem großen Gelände werden Spaziergänge und Trainingseinheiten angeboten – und genau diese helfen Bracco, die Welt Stück für Stück besser zu verstehen.
Wie bin ich?
Bracco ist ein Charmeur – nicht laut, nicht aufdringlich, aber einfach herzerwärmend. Sein Strubbelfell, seine unverwechselbare Zipfelfrisur und der sanfte Ausdruck machen ihn zu einem Hund, der sofort im Gedächtnis bleibt. Doch sein Äußeres ist nur die Zugabe zu seinem sanften, sensiblen Wesen.
Er steckt noch mitten in seiner Entwicklung. Beim Besuch im April 2025 zeigte er sich an der Leine noch deutlich unsicher, besonders wenn neue Reize und ungewohnte Situationen auf ihn einwirkten. Draußen war er vorsichtig, manchmal sogar skeptisch – aber immer bemüht, alles richtig zu machen.
Beim Besuch im Oktober 2025 sah man wieder die Entwicklung in kleinen Schritten:
Man konnte sehen, wie sehr er sich entwickelt hat. Bracco lief deutlich besser an der Leine, orientierte sich an seiner Bezugsperson und suchte deren Nähe. Die Schmuseeinheiten, die er früher nur vorsichtig zugelassen hatte, genoss er jetzt sichtlich.
Ja – er schaut noch skeptisch in die Welt, prüft und wägt ab. Aber seine Fortschritte sind sichtbar, fühlbar, rührend.
Fremden Menschen gegenüber bleibt Bracco zurückhaltend, beobachtend. Doch wenn man ihm Zeit lässt, öffnet er sich – langsam, aber dafür ehrlich. Dann kommen sie zum Vorschein: sein feines Wesen, seine Neugier, sein leises Vertrauen.
Er schenkt kleine Momentaufnahmen, die tief berühren: ein vorsichtiger Schritt, ein sanftes Schwanzwedeln, ein Blick, der mehr Vertrauen sagt als Worte.
Bracco ist kein Hund, der laut ruft: „Hier bin ich!“
Er ist einer, der gehofft werden möchte. Einer, der entdeckt werden will. Einer mit großem Potenzial – still, sanft und wunderbar.
Was suche ich?
Bracco hat noch viel Nachholbedarf, was das Leben außerhalb eines sicheren Rahmens angeht. Er braucht Menschen, die ihm mit Geduld, Einfühlungsvermögen und liebevoller Klarheit begegnen. Menschen, die ihm zeigen, wie bunt und groß die Welt ist – und die ihm gleichzeitig Schutz bieten, wenn alles zu viel wird.
Er braucht Führung, Sicherheit und jemanden, der ihm hilft, Situationen zu verstehen und sich darin zurechtzufinden. Bracco möchte in seinem eigenen Tempo lernen, wachsen und Vertrauen fassen dürfen.
Seine zukünftige Familie sollte bereit sein, seine Welt behutsam zu erweitern, mit ihm zu arbeiten und ihn körperlich wie geistig auszulasten. Denn vermutlich trägt er einen Teil Spinone – einen italienischen Jagdhund – in sich. Wenn er erst einmal richtig im Leben angekommen ist, könnte dieser Anteil spürbarer werden und ein Bedürfnis nach Bewegung und Beschäftigung mit sich bringen.
Bracco braucht Zeit, Geduld, Verständnis und Menschen, die sein leises Wesen wertschätzen. Dann wird er sich zu einem treuen, liebevollen Begleiter entwickeln – zu einem Hund, der sich tief bindet und sein Herz ganz denen schenkt, die ihn sehen.
Speziell für Bracco suchen wir folgende Haltungsbedingungen:
– Haus mit Gartengrundstück, sicher und hoch eingezäunt.
– Klare Menschen, die in ihrer Kommunikation mit dem Hund konsequent und eindeutig sind.
– Hundeerfahrene Menschen
– Menschen, die Vertrauen gegen Vertrauen setzen, um eine intensive Bindung mit dem Hund einzugehen
– Er sollte als Familienhund gehalten werden und nicht auf dem Grundstück bleiben müssen
– Tägliche Spaziergänge müssen auf der Tagesordnung stehen
– Ländliche Umgebung
Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Bracco kann nach Deutschland ausreisen.
🍀 Bis Bracco ein Zuhause gefunden hat, sucht er liebe Paten, die ihn an die Pfote nehmen. Hier findest du weitere Informationen zu den Patenschaften: https://streunerherzen.com/patenschaften/
Rassebeschreibung 1
Wir stellen vor: Spinone Italiano
Reinrassige Spinoni Italiani

Geschichte bzw. Herkunft
Es wird vermutet, dass die Rasse im italienischen Piemont ihren Ursprung hat und man geht davon aus, dass es sich um einen der ältesten Vorstehhunde handelt. So ist dieser Hundetyp schon auf der Wandmalerei von Andrea Mantegna „Die Rückkehr der Kardinals Gonzaga (1450)“ und auf einem Gemälde von Annibale Carracci (1560 bis 1609) zu finden. Jacques Espée de Selincourt schreibt 1683 in seinem Buch Le Parfait Chasseur (Der perfekte Jäger), dass die besten Griffons aus Italien und Piemont kommen und nimmt dabei Bezug auf den Spinone. Gerade weil es sich um eine alte Rasse handelt, sind die Ursprünge unklar und es gibt verschiedene Theorien, die weit auseinander liegen. Tale, ein Kynologe aus dem 16. Jahrhundert, vermutet die Herkunft des Spinone in der Verbindung von russischen Griffons mit dem Bracco Italiano. Eine andere Theorie vermutet die Herkunft bei einem inzwischen ausgestorbenen spanischen Vorstehhund.
Während des Zweiten Weltkriegs starb der Spinone fast aus. Dabei spielte auch die Tatsache eine Rolle, dass viele italienische Jäger begannen mit anderen Vorstehhunden zu jagen, die aus dem Ausland kamen – wie Setter, Pointer oder Deutsch Drahthaar. Im Gegenzug wurde der Spinone auch in andere Länder exportiert, so dass sich die Zuchtpopulation erholte.
Rassebeschreibung
- FCI Gruppe 7: Vorstehhunde
- Sektion 1: Kontinentale Vorstehhunde
- Größe: Rüden 60 – 70cm, Hündinnen 58 – 65cm
- Gewicht: Rüden 32 – 37kg, Hündinnen 28 – 30kg
Erscheinungsbild
- Hund von kräftigem, derbem und widerstandsfähigem Körperbau mit kräftigen Knochen, gut entwickelter Muskulatur und einer rauen Behaarung. Wichtige Proportionen: Sein Körperbau ist nahezu quadratisch. Die Rumpflänge entspricht der Widerristhöhe, mit einer Toleranz von 1 bis 2cm mehr Rumpflänge. Die Länge des Kopfes entspricht 4/10 der Widerristhöhe; seine Breite beträgt, in Höhe des Jochbeinbogens gemessen, weniger als die Hälfte seiner Länge. Die Lende misst in der Länge etwas weniger als ein Fünftel der Widerristhöhe.
- Haar: Länge am Körper: 4 bis 6cm, kürzer am Fang, Kopf, Ohren, Vorderseiten der Gliedmaßen und auf den Pfoten. Auf der Rückseite der Gliedmaßen ist das Haar bürstenartig, zeigt aber nie Fransen. Lange und steife Haare zieren die Augenbrauenbogen und die Lefzen; sie bilden dabei dichte Augenbrauen, Schnurrbart und Kinnbart. Das Haar ist steif, hart, dicht und eher anliegend. Es gibt keine Unterwolle.
Rassespezifische Charakterzüge
Der Spinone Italiano ist eine sanfte, tolerante und gesellige Hunderasse, der ein unterhaltsamer Gefährte ist und menschliche Gesellschaft liebt – sei es beim Spiel im Garten oder wenn er nach einem langen Spaziergang zufrieden zu deinen Füßen liegt. Ein aktives Zuhause, das ihm viel Bewegung an der frischen Luft bietet, ist unerlässlich.
Naturgemäß umgänglich, gelehrig und geduldig, der Spinone ist ein erfahrener Jäger in allen Gebieten; unermüdlich geht er bereitwillig ins dornige Unterholz oder wirft sich ins kalte Wasser. Er besitzt eine bemerkenswerte Veranlagung zum starken und schnellen Trab; von Natur aus ist er ein hervorragender Apportierhund.
Haltungsempfehlung
Der Spinone Italiano ist zwar ein umgänglicher, freundlicher und ruhiger Hund, wenn er gut ausgelastet ist, muss aber trotzdem konsequent und mit viel Geduld erzogen werden. Wenn dies geschieht, so lässt er sich leicht führen. Wer diesen Hund nicht richtig erzieht, läuft Gefahr, dass der Spinone macht was er will und dass sein Sturkopf mehr und mehr zum Vorschein kommt.
Besonders wichtig ist es bei dieser Rasse, ein enges Vertrauensverhältnis zum Hund aufzubauen und ihm klarzumachen, dass der Mensch führt. Für Anfänger eignet sich dieser Hund, wenn sie es schaffen, ihm die entsprechende Erziehung zukommen zu lassen.
Ein Spinone Italiano sollte auf dem Land in einem Haus mit Nähe zur Natur gehalten werden, da er sich viel und frei bewegen muss. Er hält sich am liebsten im Freien auf und sollte viel Auslauf bekommen. Zudem ist vor allem in jungen Jahren wichtig, dass der Hund eine Beschäftigung erhält, die seine Instinkte fordert. Der Garten des Spinone sollte gut gesichert sein, denn dieser italienische Vorstehhund wird aufgrund seines Jagdtriebs dazu neigen, sich allein auf die Jagd zu begeben, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt.
Der Spinone Italiano als klassischer Jagdhund benötigt viel Bewegung und sollte entsprechend seiner stark ausgeprägten Instinkte gefördert und beschäftigt werden. Das heißt, dass für diesen Hund am besten Beschäftigungen in Frage kommen, die der Jagd möglichst ähnlich sind. Ein Spinone wird mit großer Motivation auf der Fährte seine gute Nase einsetzen und alle Gegenstände finden, anzeigen und apportieren, die er suchen soll. Genauso wird er beim Mantrailing sehr erfolgreich sein können und den zu suchenden Menschen wahrscheinlich in Rekordgeschwindigkeit aufspüren. Natürlich ist ein Spinone Italiano aber auch ein ausgezeichneter Begleiter bei bewegungsintensiven Aktivitäten, wie Wandern, Joggen oder Fahrrad fahren.
Gesundheit – Lebenserwartung
Der Spinone Italiano hat eine durchschnittliche Lebenserwartung von 12 Jahren. Es handelt sich also um eine robuste Hunderasse mit guter Gesundheit.
Der Spinone Italiano neigt als sehr aktiver Hund nicht zu Übergewicht. Gegen Kälte und Nässe ist er aufgrund seines rauen Fells recht gut gewappnet, Hitze verträgt der Vorstehhund wie die meisten anderen auch eher nicht so gut.
Spinone Italiano Mischlinge
