Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.
Was ist mir passiert?
Adamo ist einer von sieben Welpen, die mutterseelenallein an einer Touristenattraktion auf Sardinien gefunden wurden. Von der Mutter fehlte jede Spur – vermutlich wurden sie ausgesetzt. Die örtliche Polizei brachte sie ins staatliche Tierheim Canile Comunale Tortolì, dort fehlte es damals jedoch an allem. Einer der Welpen verstarb bald darauf, zwei fanden ein Zuhause auf Sardinien und zwei in Deutschland. Seit vier langen Jahren warten Adamo und seine Schwester Amelie noch immer Tag für Tag auf ihre große Chance!
Wo bin ich?
Adamo lebt seit seiner Entdeckung im Canile Comunale Tortolì, wo ein kleiner Beton-Zwinger sein gesamter Lebensraum ist. Spaziergänge, Wiesen, Spaß, Nähe – all das kennt er nicht. Kein Halsband, keine Leine, kein menschlicher Alltag, der Sicherheit gibt. Das bedeutet: Adamo muss die Welt von Grund auf kennenlernen. Aber: Er bringt die Bereitschaft mit, wenn man ihm nur den Raum gibt.
Wie bin ich?
Adamo ist ein Hund, der leise spricht – nicht mit Lauten, sondern mit Blicken und kleinen Gesten. Er ist zurückhaltend, fast vorsichtig in jedem Schritt, den er in die Welt wagt. Am liebsten würde er in seinem Zwinger bleiben, dort, wo er Schutz findet und wo ihm nichts Unbekanntes zu nahekommt.
Auf der Piazza ist er noch sehr unruhig, rennt aufgeregt hin und her, als wüsste er nicht, wohin er mit all seinen Gefühlen soll.
Er bleibt meist einen Schritt hinter seiner Schwester, beobachtet sie aufmerksam, als würde er sich an ihrem Mut festhalten. Während sie vorangeht, bleibt er für einen Moment stehen, schaut, wägt ab – und erst dann folgt er ihr.
Doch trotz seiner Unsicherheit zeigt Adamo kleine, zarte Zeichen von Vertrauen. Er nimmt Leckerchen aus der Hand, vorsichtig, fast ehrfürchtig, als wollte er sagen: Ich möchte, aber ich brauche Zeit.
Adamo ist kein Hund der großen Schritte, sondern einer der kleinen Wunder. Und mit Zeit, Ruhe und Verständnis werden diese Wunder immer häufiger.
Er zeigt keinerlei Aggression, keine Abwehr, kein Knurren. Im Gegenteil: Er zieht sich zurück, wenn ihm etwas zu viel wird.
Bei unserem letzten Besuch im April 2026 zeigte sich Adamo nach wie vor schüchterner als seine Schwester Amelie. Besonders auffällig ist, wie „mutig“ er im Zwinger ist – dieser kleine, begrenzte Raum scheint ihm eine Art Sicherheit zu geben, die er draußen nicht hat. Dieses Bild erfüllt uns mit gemischten Gefühlen: Es ist traurig zu sehen, wie sehr er Schutz braucht, um überhaupt mutig zu sein. Und dennoch steckt in ihm eine ungebrochene Neugier, die Hoffnung macht. Helft uns, dass diese Neugier nicht versiegt, dass sie wachsen und er die Welt mit Zuversicht entdecken kann – weit über die Grenzen seines kleinen, sicheren Bereichs hinaus.
Was suche ich?
Adamo braucht Menschen, die seine leisen Töne hören. Die ihn nicht überfordern, sondern ihm Schritt für Schritt zeigen, dass das Leben mehr bereithält als Beton und Gitter. Für Adamo suchen wir:
- Einen souveränen Ersthund, an dem er sich orientieren kann
- Ein ruhiges Zuhause, idealerweise ländlich gelegen
- Menschen mit Geduld, Hundeverstand und Herz
- Routine, Sicherheit und eine klare Struktur
Adamo kennt bislang nur das Tierheim. Er hat nie ein Haus von innen gesehen und keinen Alltag erlebt. Umso wichtiger ist ein stabiler, sicherer Rahmen für ihn. Ein Mensch, der ihm nichts aufzwingt, sondern ihm die Welt erklärt – in seinem Tempo.
Unabhängig von Adamo wünschen wir uns für Maremmano-Mischlinge grundsätzlich folgende Voraussetzungen:
– Möglichst freistehendes Haus mit großzügigem Gartengrundstück, sicher und hoch eingezäunt
– Klare Menschen, die in ihrer Kommunikation mit dem Hund konsequent und eindeutig sind
– Hundeerfahrene Menschen
– Menschen, die keine Befehlsempfänger suchen, sondern einen Hund, der sehr selbstständig denkt und handelt
– Menschen, die Vertrauen gegen Vertrauen setzen, um eine intensive Bindung mit dem Herdenschutzhund einzugehen
– Er sollte als Familienhund gehalten werden und nicht auf dem Grundstück bleiben müssen
– Tägliche Spaziergänge müssen auf der Tagesordnung stehen
– Ländliche Umgebung
Adamo ist ein stiller, sensibler Hundemann, der seine Menschen vielleicht nie mit stürmischer Freude begrüßen wird. Doch wer Geduld, Herz und Erfahrung mitbringt, wird in ihm einen treuen, sanften Gefährten finden, der jede Entwicklung doppelt wertvoll macht.
Er ist kein Hund „von der Stange“. Er ist ein feines Wesen, das sich zurückhält und genau darin liegt sein besonderer Zauber. Mit der richtigen Unterstützung wird Adamo sich entfalten und zu einem wunderbaren Begleiter heranwachsen.
Wenn du spürst, dass Adamo zu dir passt, dann melde dich. Er wartet – schon viel zu lange.
Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Adamo kann nach Deutschland ausreisen.
Rassebeschreibung 2
Wir stellen vor: Englischer Setter
Reinrassige Setter

Geschichte bzw. Herkunft
Was die Herkunft des Setters angeht, gibt es keine eindeutigen Dokumente. Auf vielen alten Gemälden ist ein mittelgroßer, langhaariger, meist weiß-bunter Jagdhund dargestellt, die damals “Vogelhunde” genannt wurden und wohl als die Vorfahren all unser langhaarigen Jagdhunde wie Spaniel, Große und Kleine Münsterländer, Deutsche Wachtel und anderer angesehen werden können. Es besteht die Vermutung, dass der Setter aus einer Kreuzung großer Spaniels mit dem Pointer hervorging. Bezeugt ist, dass 1555 der Earl of Northumberland Spaniels zum Vorstehen und Vorliegen abrichtete und die Hunde dieser speziellen Jagdweise als “Sitting Spaniels”, später auch als “Sitting Dogs” oder abgekürzt “Sitter” bezeichnet wurden Daraus soll sich der Name “Setter” abgeleitet haben.
In alten englischen Berichten wurde noch keine Trennung zwischen Spaniel und Setter gemacht, es ist unklar, wann die Trennung der beiden Rassen erfolgte, Anfang des 19. Jahrhunderts ist dann aber in der zeitgenössischen Literatur von “Setter” die Rede.
Ebenso besteht Unklarheit darüber, wann die Trennung der Setterrassen nach Haarfarben in Englisch Setter, Irisch Setter und Gordon Setter stattfand, sie kann lediglich auf den Zeitraum zwischen 1865 und 1875 eingegrenzt werden.
Auch das erste Vorkommen von Settern in Deutschland kann nicht klar belegt werden, am hannoverschen Königshof tauchen die ersten Exemplare Mitte des 19.Jahrhunderts auf.
Zu Beginn der systematischen Setterzucht wurde der Farbe noch keine große Bedeutung beigemessen, es gab sogar reinschwarze Exemplare. Ordnung in diesen Mischmasch brachte zunächst Edvard Laverack, der 1825 mit der systematischen Zucht des Englischen Setters begann. Dabei legte er anfangs noch großen Wert auf die jagdlichen Eigenschaften, bald jedoch wurde seine Zucht zu einer reinen Schönheitszucht, die durch exzessive Inzucht einen völlig homogenen Typ, der von manchen nur noch als” Laverack-Setter ” bezeichnet wurde, hervorbrachte. Er bevorzugte die belton-farbigen Hunde, also solche, die farbige Punkte oder Sprenkel auf weißem Untergrund aufwiesen.
Laveracks Nachfolger wurde R.L. Purcell Llewellin, der zunächst schottische (Gordon) Setter, dann irische und mit zwei Rüden aus der Laverack Zucht schließlich auch Englische Setter züchtete. Er legte zunächst zwar wieder Wert auf die jagdlichen Eigenschaften, exportierte dann aber im großen Stil in die USA und Kanada, so dass auch seine Zucht zu einer Massenproduktion wurde , bei der natürlich die Qualität auf der Strecke blieb.
Nach seinem Tod wurde der Englische Setter in England mehr und mehr zu einem reinen Ausstellungshund, während auf dem Kontinent mehr Gewicht auf die seine jagdlichen Leistungen gelegt wurden. Besonders in Italien werden Englische Setter in Field Trials leistungsgeprüft.
Rassebeschreibung
- Gruppe: 7. Vorstehhunde
- Sektion: 2.1 Britische und irische Vorstehhunde
- Größe: Rüden 65 – 68cm, Hündinnen 61 – 65cm
Erscheinungsbild
- Körper: Von mittlerer Größe, elegant in Erscheinung und Bewegung
- Ohren: Von mittlerer Länge, tief angesetzt, in einer Falte flach anliegend, der obere Teil ist mit feinem, seidigen Haar bedeckt, die Spitzen sind samtig
- Augen: Lebhaft, sanft und ausdrucksvoll, von haselnussbraun bis dunkelbraun, je dunkler, umso besser, nur bei Hunden mit der Farbe liver-belton ist ein helleres Auge zulässig, Augenform oval
- Nasenschwamm: Schwarz oder leberbraun, passend zur Farbe des Haarkleids, weit geöffnete Nasenlöcher
- Fang: Mäßig tief und viereckig mit nicht zu hängenden Lefzen
- Kiefer/Zähne: Kräftige Kiefer mit komplettem Scherengebiss
- Rute: In Linie des Rückens angesetzt, mittellang, in einer leichten Kurve getragen, jedoch ohne Aufwärtstendenz, lange Befederung, die knapp unterhalb des Rutenansatzes beginnt, sich zur Mitte hin verlängert, dann zum Rutenende hin wieder kürzer wird, das Haar ist lang, glänzend, weich, seidig und gewellt, aber keinesfalls gelockt, in der Bewegung schlägt die Rute lebhaft von einer Seite zur anderen
- Haare: Vom Hinterkopf in Höhe des Behangs beginnend über den Körper verteilt leicht gewellt und seidig, aber nicht gelockt, die Oberschenkel der Hinterläufe und die Vorderläufe bis fast an die Pfoten sollen schön befedert sein
- Farben: Schwarz und weiß (blue belton), orange und weiß (orange belton), zitronenfarben und weiß (lemon belton), leberbraun und weiß (liver belton), auch tricolor ist gestattet, dieses besteht aus blue belton oder liver belton und tan, bei allen Farben werden Hunde mit überall vorhandener Tüpfelung (= belton) solchen mit großen Farbplatten vorgezogen
- Gangwerk: Freie, anmutige Bewegungen, die den Eindruck von Schnelligkeit und Ausdauer vermitteln, freie Bewegung aus den Sprunggelenken mit kraftvollem Schub
Rassespezifische Charakterzüge
Der Setter ist ein hochpassionierter Jagdhund, dessen typische Arbeit die Suche nach Federwild ist. Er sucht dabei mit hoher Geschwindigkeit ein ihm zugewiesenes Gelände auf Wild ab. Nimmt er Witterung auf, verharrt er regungslos (=Vorstehen) und zeigt seinem Hundeführer so den Sucherfolg an. Den Setter zeichnet besonders seine hohe Bereitschaft, mit seinem Hundeführer zusammenzuarbeiten aus.
Seine Jagdpassion ist zwar tief verwurzelt, dank seines ausgeglichenen und freundlichen Wesens ist er jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch als Familienhund geeignet.
Er ist, wie eigentlich alle Jagdhunde, zuhause ein ruhiger Hausgenosse und sein natürlicher, einfach unwiderstehlicher Charme begeistert seine Liebhaber immer wieder aufs Neue.
Haltungsempfehlung
Wie jeder andere Hund auch, sollte der Setter mit Geduld und Konsequenz erzogen werden, er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können .Er muss ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden und braucht natürlich Familienanschluss.
Wer sich für einen Setter entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass er einen hochpassionierten, sehr aktiven Arbeitshund zu sich nimmt, dem er die Möglichkeit geben muss, seine Neigungen auszuleben.
Idealerweise sollte ihm dazu eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann, dazu eignet sich jede Art von Nasenarbeit (Mantrailing, Rettungshundeausbildung, Fährtenarbeit, …).
Setter Mischlinge
