Tinto – 10 Jahre hinter Gittern – ein Leben, das nie beginnen durfte

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.


Was ist mir passiert?

Ich heiße Tinto. Seit vielen, vielen Jahren lebe ich im Canile Comunale Tortolì auf Sardinien. Nicht vorübergehend. Nicht als Zwischenstation. Sondern fast mein ganzes Leben. Während andere Hunde Familien fanden, Spaziergänge erlebten und geliebt wurden, blieb ich zurück. Mein Alltag besteht aus Warten. Jeder Tag gleicht dem anderen. Einmal am Tag öffnet sich die Zwingertür zum Reinigen. Dann darf ich für wenige Minuten in den kleinen Auslauf vor meinem Zwinger. Diese kurzen Momente sind alles, was ich von Freiheit kenne. Danach schließt sich die Tür wieder und ich warte weiter.

Wo bin ich?

Das Canile Tortolì ist seit vielen Jahren meine ganze Welt. Beton statt Wiesen, Gitterstäbe statt Freiheit. Kein weiches Körbchen, kein ruhiger Rückzugsort, kein Zuhause. Heute bin ich 10 Jahre alt. Mehr als die Hälfte meines Lebens ist vergangen, ohne dass mich jemals jemand nach Hause geholt hat. Ohne Familie. Ohne Geborgenheit. Ohne zu wissen, wie es sich anfühlt, wirklich anzukommen.

Wie bin ich?

Ich bin ein ruhiger, vorsichtiger Bretone-Mischling mit Stummelrute. Eigentlich gelten Bretonen als fröhliche, intelligente und aktive Hunde. Doch ich hatte nie die Möglichkeit, die Welt kennenzulernen oder mich zu entwickeln. Mein Leben spielte sich fast ausschließlich hinter Gittern ab. Menschen gegenüber bin ich noch zurückhaltend. Berührungen sind mir fremd, aber ich lasse sie ruhig zu. Wenn die Tierschützer mich besuchen, erkunde ich neugierig meine Umgebung und genieße die seltenen Momente außerhalb des Zwingers. Auch wenn diese Freiheit überwältigend ist, gehe ich am Ende immer freiwillig zurück. So traurig es klingt, ist mein Zwinger der einzige Ort, den ich kenne und in dem ich mich sicher fühle.

Viele Jahre teilte ich meinen Zwinger mit der ängstlichen Hündin Rina. Gemeinsam haben wir gelernt, keine Erwartungen mehr zu haben und uns gegenseitig Halt zu geben. Beim Besuch der STREUNERHerzen im April 2026 zeigte ich kleine Fortschritte. Vorsichtig suchte ich die Nähe der Menschen, holte mir ein Leckerli ab und wedelte sogar kurz mit der Rute. Für viele Hunde sind das Kleinigkeiten. Für mich waren es große Schritte und ein Zeichen, dass ich Vertrauen lernen kann.

Kurz danach durfte Rina auf eine Pflegestelle ausreisen. Für sie begann ein neues Leben. Für mich blieb alles beim Alten. Nach all den Jahren musste ich mich von meiner einzigen Vertrauten und Freundin verabschieden und zurückbleiben. Wie schwer dieser Abschied für mich war, kann niemand wissen. Nun warte ich allein weiter auf die Chance, die auch mein Leben verändern könnte.

Was suche ich?

Ich suche Menschen mit Herz, Geduld und Verständnis. Menschen, die nichts von mir erwarten und mir die Zeit geben, die ich brauche. Ein ruhiges Zuhause, gerne mit einem souveränen Ersthund, an dem ich mich orientieren kann, und ein sicher eingezäunter Garten würden mir den Start erleichtern. Ich wünsche mir kein aufregendes Leben. Ich wünsche mir die einfachen Dinge, die für andere Hunde selbstverständlich sind: ein weiches Bett, Spaziergänge, Sicherheit und das Gefühl, irgendwo dazuzugehören. Auch wenn mir vielleicht nicht mehr viele Jahre bleiben, könnten es die wichtigsten meines Lebens werden.

Bitte lass nicht zu, dass mein ganzes Leben hinter Gittern endet. Zeig mir, dass es noch eine andere Welt gibt als Beton, Gitterstäbe und Warten.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Tinto kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 01.01.2016

Alterskategorie

Erwachsene, Senioren

Rasse

Bretonen-Mischling

Schulterhöhe

ca. 50 cm

Gewicht

Liegt nicht vor

Geschlecht

Männlich

Kastriert

Nein

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

Canile Comunale Tortoli, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Ja

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Tanja Beer


Vermittlung Jagdhunde

Telefon: (0176) 45 67 84 38
E-Mail: tanja.beer@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Épagneul Breton (Bretone, Bretonischer Vorstehhund)

Reinrassige Bretonen

Geschichte bzw. Herkunft

Der Bretone stammt aus Frankreich, aus dem Herzen der Bretagne. Als relativ kleinen Vorsteher, sehr dem holländischen Kooikerhondje ähnelnd, würde man ihn von seinem Äußeren her eher zu den Stöberhunden zählen. Bereits der griechisch-römische Schriftsteller Oppian berichtete 200 n.Chr. von einem kleinen Jagdhund der Bretonen, der durch seinen außerordentlichen Geruchssinn allen anderen Jagdhunden überlegen war. Freunde der Rasse weisen auch immer wieder auf zahlreiche Darstellungen von Bretonen auf Gobelins und Gemälden des späten Mittelalters und der Renaissance hin. Jedoch meinen auch andere Nationalitäten, in diesen Abbildungen „ihre“ Rasse (Kooikerhondje, Zwergspaniel) zu erkennen. Es handelt sich einfach um einen kleinen, langhaarigen „Vogelhund“, der in Haltung, Farbe und Bewegung große Ähnlichkeit mit dem heutigen Bretonen hat und der damals beim Adel und den reichen Bürgern ein beliebter Jagdhund war. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand durch Kreuzung mit Spaniels und Settern der Epagneul Breton, für den in seinem Ursprungsland Frankreich 1907 ein eigener Rassestandard erstellt wurde.

Rassebeschreibung
  • Gruppe: 7. Vorstehhunde
  • Sektion: 1.2 Kontinentale Vorstehhunde
  • Größe: Rüden 48 – 51cm, Hündinnen 47 – 50cm
Erscheinungsbild
  • Körper: Harmonischer Körperbau, kräftiges Knochengerüst, kompakt, stämmig aber nicht grob, eher im Quadrat stehend, recht elegant
  • Ohren: Hoch angesetzt, dreieckig, breit, eher kurz, teilweise von gewelltem Haar bedeckt, sehr beweglich
  • Augen: Leicht schräg, aufgeweckter, sanfter Ausdruck, leicht ovale Form, vollständig pigmentierte Augenlider, wobei die Farbe der Iris harmonisch zu der des Haarkleides passt
  • Nasenschwamm: Breit, feucht, gut geöffnete, weite Nasenlöcher, die Farbe soll zur Farbe des Haarkleides passen
  • Fang: Gerader Nasenrücken
  • Kiefer/Zähne: Komplettes Scherengebiss erwünscht
  • Rute: Hoch angesetzt, horizontal oder in leicht abfallender Linie getragen, oft-besonders bei der Arbeit- heftig wedelnd, auch Stummelrute oder fehlende Rute kommt vor
  • Haare: Auf dem Körper fein, nicht seidig, schlicht oder leicht gewellt, nie gekräuselt, am Kopf und an den Vorderseiten der Gliedmaßen kurz, die Hinterseiten der Gliedmaßen sind reich befedert
  • Farben: Weiß-orange, weiß-schwarz, weiß-braun, mit Scheckung in Form von unregelmäßigen Platten, bei dreifarbigen Hunden kommen lohfarbene Abzeichen hinzu (orange bis dunkel-falbfarben), eine schmale Blässe ist erwünscht, einfarbiges Haarkleid ist nicht zulässig
  • Gangwerk: Die verschiedenen Gangarten sind kraftvoll, regelmäßig und lebhaft, im Gelände ist der Galopp die bevorzugte Gangart
Rassespezifische Charakterzüge

Der Bretone ist ein vielseitig einsetzbarer Vorstehhund, der sich durch seine exzellente Nase, seine konzentrierte und weiträumige Feldsuche, sowie sein festes Vorstehen auszeichnet. Auch in der Arbeit nach dem Schuss hat er sich bewährt und er wird gelegentlich sogar zur Schweißarbeit eingesetzt.

Dank seines ausgeglichenen Wesens passt er sich unterschiedlichsten Situationen gut an. Er gilt als ausgeglichen und gesellig und hat sich überwiegend als leichtführig erwiesen. Außerdem ist er im Allgemeinen kinderfreundlich und kann bei entsprechender Auslastung auch als Familienhund gehalten werden.

Haltungsempfehlung

Wie jeder andere Hund auch, sollte der Bretone mit Geduld und Konsequenz erzogen werden, er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können .Er muss ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden. Idealerweise sollte ihm eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann, dazu eignet sich jede Art von Nasenarbeit.


Bretonen Mischlinge