Lee – Zwischen Beton und Hoffnung – ein Herz wartet!

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.


Was ist mir passiert?

Immer wieder werden im Industriegebiet von Olbia Hunde ausgesetzt. Mal sind es alte und kranke Tiere, mal trächtige Hündinnen, oder einfach auch nur ein Wurf. Alle diese Tiere sind ungewollt und werden sich selbst überlassen, egal ob sie schon ein Zuhause hatten oder das Leben nur Leid für sie brachte.

So wurden unsere vier Setter-Mischlinge ebenfalls von zwei sardischen Tierschützerinnen im Industriegebiet von Olbia gesichert und in unser Partnertierheim gebracht.

Wo bin ich?

Lee wartet – ebenso wie seine Brüder Lou und Logan – in unserem Kooperationstierheim L.I.D.A. voller Hoffnung darauf, dass sich eines Tages die Tür zu einem liebevollen Zuhause für ihn öffnet. Alle drei kamen als unschuldige Welpen ins Tierheim und wurden nie gesehen, nie ausgewählt. Inzwischen sind sie erwachsene Hunde und kennen nichts anderes als Beton, Gitter und Einsamkeit.

Wie bin ich?

Lee ist ein Hund von ganz besonderer Ausstrahlung. Sein dichtes, silbergraues Fell schimmert wunderschön im Sonnenlicht und verleiht ihm eine fast majestätische Erscheinung. Trotzdem wird er leider oft übersehen – etwas, das man kaum nachvollziehen kann. Aktuell lebt Lee in einer Hundegruppe und zeigt sich dort durchweg sozial und verträglich.

Bei unserem Besuch im Oktober 2025 begegnete uns Lee noch vorsichtig und zurückhaltend. Und doch spürt man sofort, dass dieser Hund so gern Vertrauen fassen möchte. Seine Augen suchen den Kontakt zum Menschen, sein Interesse ist deutlich, nur seine Unsicherheit hält ihn noch ein wenig auf Abstand. Er beobachtet aufmerksam, tastet sich langsam heran und braucht Zeit, um sich sicher zu fühlen. Begegnet man ihm ruhig und geduldig, beginnt er Schritt für Schritt Vertrauen aufzubauen. Diese vorsichtigen Annäherungen sind besonders berührend, denn sie zeigen, wie viel Feingefühl und Bereitschaft in diesem sensiblen Rüden stecken. Mit einem verständnisvollen Umfeld, festen Bezugspersonen und der nötigen Zeit wird aus seiner Scheu ganz sicher echte Nähe und Bindung entstehen.

Was suche ich?

Für Lee wünschen wir uns ein Zuhause bei jagdhunderfahrenen Menschen oder bei solchen, die bereit sind, sich intensiv und verantwortungsvoll mit den besonderen Bedürfnissen eines Jagdhundes auseinanderzusetzen. Seine zukünftigen Menschen sollten Verständnis dafür haben, dass Lee Zeit braucht, um in kleinen Schritten anzukommen, und dass er eine sanfte, klare Kommunikation sowie einen ruhigen Umgang benötigt. Mit einer guten Mischung aus liebevoller Konsequenz, Geduld, geistiger Auslastung und Einfühlungsvermögen hat Lee das große Potenzial, sich zu einem treuen, ausgeglichenen und sehr bereichernden Begleiter zu entwickeln.

Lee sucht aktive, naturverbundene Menschen, die Freude an ausgedehnten Spaziergängen haben. Apportierspiele, Mantrailing oder vergleichbare Beschäftigungen würden ihm sicherlich auch gefallen. Auch der Besuch einer Hundeschule, gerne ergänzt durch weiterführende Kurse, wäre für Lee eine wertvolle Unterstützung, um Sicherheit zu gewinnen und die Bindung zu seinen Menschen weiter zu festigen.

Da für Lee vieles neu ist – etwa das Leben im Haus, Alltagsgeräusche und unbekannte Abläufe – sucht er ein Zuhause, in dem keine sofortige Perfektion erwartet wird. Geduld, Ruhe, feste Routinen und eine freundliche, klare Kommunikation helfen ihm dabei, Vertrauen aufzubauen. Idealerweise lebt Lee in einer ländlichen oder sehr ruhigen Umgebung, fernab von städtischer Hektik. Ein sicher eingezäunter Garten würde ihm zusätzliche Sicherheit bieten. Ein freundlicher, souveräner Ersthund könnte ihm zudem Orientierung und Halt geben.

Lee wartet voller Hoffnung, dass sich endlich auch für ihn die Tür zu einem liebevollen Zuhause öffnet.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Lee kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 01.04.2022

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Setter Mischling

Schulterhöhe

ca. 52 cm

Gewicht

Liegt nicht vor

Geschlecht

Männlich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

L.I.D.A. Olbia, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Unbekannt

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Gerne, kein Muss

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Tanja Beer


Vermittlung Jagdhunde

Telefon: (0176) 45 67 84 38
E-Mail: tanja.beer@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Englischer Setter

Reinrassige Setter


Geschichte bzw. Herkunft

Was die Herkunft des Setters angeht, gibt es keine eindeutigen Dokumente. Auf vielen alten Gemälden ist ein mittelgroßer, langhaariger, meist weiß-bunter Jagdhund dargestellt, die damals „Vogelhunde“ genannt wurden und wohl als die Vorfahren all unser langhaarigen Jagdhunde wie Spaniel, Große und Kleine Münsterländer, Deutsche Wachtel und anderer angesehen werden können. Es besteht die Vermutung, dass der Setter aus einer Kreuzung großer Spaniels mit dem Pointer hervorging. Bezeugt ist, dass 1555 der Earl of Northumberland Spaniels zum Vorstehen und Vorliegen abrichtete und die Hunde dieser speziellen Jagdweise als „Sitting Spaniels“, später auch als „Sitting Dogs“ oder abgekürzt „Sitter“ bezeichnet wurden Daraus soll sich der Name „Setter“ abgeleitet haben.

In alten englischen Berichten wurde noch keine Trennung zwischen Spaniel und Setter gemacht, es ist unklar, wann die Trennung der beiden Rassen erfolgte, Anfang des 19. Jahrhunderts ist dann aber in der zeitgenössischen Literatur von „Setter“ die Rede.

Ebenso besteht Unklarheit darüber, wann die Trennung der Setterrassen nach Haarfarben in Englisch Setter, Irisch Setter und Gordon Setter stattfand, sie kann lediglich auf den Zeitraum zwischen 1865 und 1875 eingegrenzt werden.

Auch das erste Vorkommen von Settern in Deutschland kann nicht klar belegt werden, am hannoverschen Königshof tauchen die ersten Exemplare Mitte des 19.Jahrhunderts auf.

Zu Beginn der systematischen Setterzucht wurde der Farbe noch keine große Bedeutung beigemessen, es gab sogar reinschwarze Exemplare. Ordnung in diesen Mischmasch brachte zunächst Edvard Laverack, der 1825 mit der systematischen Zucht des Englischen Setters begann. Dabei legte er anfangs noch großen Wert auf die jagdlichen Eigenschaften, bald jedoch wurde seine Zucht zu einer reinen Schönheitszucht, die durch exzessive Inzucht einen völlig homogenen Typ, der von manchen nur noch als“ Laverack-Setter “ bezeichnet wurde, hervorbrachte. Er bevorzugte die belton-farbigen Hunde, also solche, die farbige Punkte oder Sprenkel auf weißem Untergrund aufwiesen.

Laveracks Nachfolger wurde R.L. Purcell Llewellin, der zunächst schottische (Gordon) Setter, dann irische und mit zwei Rüden aus der Laverack Zucht schließlich auch Englische Setter züchtete. Er legte zunächst zwar wieder Wert auf die jagdlichen Eigenschaften, exportierte dann aber im großen Stil in die USA und Kanada, so dass auch seine Zucht zu einer Massenproduktion wurde , bei der natürlich die Qualität auf der Strecke blieb.

Nach seinem Tod wurde der Englische Setter in England mehr und mehr zu einem reinen Ausstellungshund, während auf dem Kontinent mehr Gewicht auf die seine jagdlichen Leistungen gelegt wurden. Besonders in Italien werden Englische Setter in Field Trials leistungsgeprüft.

Rassebeschreibung
  • Gruppe: 7. Vorstehhunde
  • Sektion: 2.1 Britische und irische Vorstehhunde
  • Größe: Rüden 65 – 68cm, Hündinnen 61 – 65cm
Erscheinungsbild
  • Körper: Von mittlerer Größe, elegant in Erscheinung und Bewegung
  • Ohren: Von mittlerer Länge, tief angesetzt, in einer Falte flach anliegend, der obere Teil ist mit feinem, seidigen Haar bedeckt, die Spitzen sind samtig
  • Augen: Lebhaft, sanft und ausdrucksvoll, von haselnussbraun bis dunkelbraun, je dunkler, umso besser, nur bei Hunden mit der Farbe liver-belton ist ein helleres Auge zulässig, Augenform oval
  • Nasenschwamm: Schwarz oder leberbraun, passend zur Farbe des Haarkleids, weit geöffnete Nasenlöcher
  • Fang: Mäßig tief und viereckig mit nicht zu hängenden Lefzen
  • Kiefer/Zähne: Kräftige Kiefer mit komplettem Scherengebiss
  • Rute: In Linie des Rückens angesetzt, mittellang, in einer leichten Kurve getragen, jedoch ohne Aufwärtstendenz, lange Befederung, die knapp unterhalb des Rutenansatzes beginnt, sich zur Mitte hin verlängert, dann zum Rutenende hin wieder kürzer wird, das Haar ist lang, glänzend, weich, seidig und gewellt, aber keinesfalls gelockt, in der Bewegung schlägt die Rute lebhaft von einer Seite zur anderen
  • Haare: Vom Hinterkopf in Höhe des Behangs beginnend über den Körper verteilt leicht gewellt und seidig, aber nicht gelockt, die Oberschenkel der Hinterläufe und die Vorderläufe bis fast an die Pfoten sollen schön befedert sein
  • Farben: Schwarz und weiß (blue belton), orange und weiß (orange belton), zitronenfarben und weiß (lemon belton), leberbraun und weiß (liver belton), auch tricolor ist gestattet, dieses besteht aus blue belton oder liver belton und tan, bei allen Farben werden Hunde mit überall vorhandener Tüpfelung (= belton) solchen mit großen Farbplatten vorgezogen
  • Gangwerk: Freie, anmutige Bewegungen, die den Eindruck von Schnelligkeit und Ausdauer vermitteln, freie Bewegung aus den Sprunggelenken mit kraftvollem Schub
Rassespezifische Charakterzüge

Der Setter ist ein hochpassionierter Jagdhund, dessen typische Arbeit die Suche nach Federwild ist. Er sucht dabei mit hoher Geschwindigkeit ein ihm zugewiesenes Gelände auf Wild ab. Nimmt er Witterung auf, verharrt er regungslos (=Vorstehen) und zeigt seinem Hundeführer so den Sucherfolg an. Den Setter zeichnet besonders seine hohe Bereitschaft, mit seinem Hundeführer zusammenzuarbeiten aus.

Seine Jagdpassion ist zwar tief verwurzelt, dank seines ausgeglichenen und freundlichen Wesens ist er jedoch unter bestimmten Voraussetzungen auch als Familienhund geeignet.

Er ist, wie eigentlich alle Jagdhunde, zuhause ein ruhiger Hausgenosse und sein natürlicher, einfach unwiderstehlicher Charme begeistert seine Liebhaber immer wieder aufs Neue.

Haltungsempfehlung

Wie jeder andere Hund auch, sollte der Setter mit Geduld und Konsequenz erzogen werden, er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können .Er muss ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden und braucht natürlich Familienanschluss.

Wer sich für einen Setter entscheidet, muss sich darüber im Klaren sein, dass er einen hochpassionierten, sehr aktiven Arbeitshund zu sich nimmt, dem er die Möglichkeit geben muss, seine Neigungen auszuleben.

Idealerweise sollte ihm dazu eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann, dazu eignet sich jede Art von Nasenarbeit (Mantrailing, Rettungshundeausbildung, Fährtenarbeit, …).


Setter Mischlinge