Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind immer möglich.
Was ist mir passiert?
Frank kenne ich seit seiner Welpenzeit. Gemeinsam mit seinen drei Brüdern wurde er in einem Industriegebiet in Olbia gefunden und in das überfüllte Tierheim L.I.D.A. gebracht. Hier wuchs er auf – ohne Spaziergänge, ohne liebevolle Ansprache, ohne die Möglichkeit, die Welt außerhalb der Gitterstäbe kennenzulernen. Während zwei seiner Brüder ihre Gehege nach und nach verlassen durften, warten Frank und Sinatra immer noch. Drei lange Jahre.
Wo bin ich?
Noch immer sitzt Frank in einem der größten Tierheime auf Sardinien, der L.I.D.A. in Olbia, umgeben von Hunderten anderer Hunde. Weil es zwischen ihm und seinen Brüdern in der Pubertät zu Spannungen kam, wurde er von ihnen getrennt und lebt nun mit zwei anderen Rüden zusammen – einem kastrierten und einem unkastrierten. Das Zusammenleben funktioniert gut, doch echte Abwechslung oder menschliche Nähe gibt es kaum. Niemand hat Zeit für ihn, niemand nimmt ihn mit auf einen Spaziergang oder schenkt ihm die Aufmerksamkeit, nach der er sich so sehnt.
Wie bin ich?
Frank ist ein fröhlicher, aufgeschlossener Rüde, der neugierig und menschenbezogen ist. Er sucht aktiv den Kontakt, genießt jede Streicheleinheit und lehnt sich voller Vertrauen an seinen Menschen. Dabei hat er eine angenehme Energie – er ist weder aufdringlich noch hektisch, sondern begegnet Menschen mit einer ruhigen und freundlichen Art.
Seine soziale Kompetenz zeigt sich auch im Umgang mit anderen Hunden. Er lebt derzeit problemlos mit zwei Rüden zusammen und ist ein souveräner, aber nicht übergriffiger Hundepartner. Frank ist eher derjenige, der die Dinge im Blick hat und gerne das Sagen hat, aber er agiert dabei nicht aggressiv. Seine Hundekumpels akzeptieren seine Art – doch ob ein potenzieller Ersthund in seinem neuen Zuhause harmoniert, müsste individuell betrachtet werden.
Natürlich können wir Franks Verhalten nur aus der aktuellen Situation im Tierheim beurteilen. Dort gibt es wenig Abwechslung, klare Strukturen und kaum Außenreize. Wie er sich in einem Zuhause entwickeln wird, hängt von vielen Faktoren ab. Neue Eindrücke, Geräusche, Spaziergänge und das Leben in einem Haus können ganz neue Seiten an ihm zeigen. Diese Veränderungen bringen immer eine gewisse Überraschung mit sich, aber mit Geduld, Wissen und der richtigen Führung kann man ihn in die richtigen Bahnen lenken.
Seine Mischung aus Maremmano und Schäferhund macht ihn zu einem intelligenten, eigenständigen Hund, der sowohl Schutzinstinkt als auch eine enge Bindung zum Menschen in sich trägt. Er wird nicht auf blinden Gehorsam setzen, sondern einen Menschen brauchen, der ihn versteht, anleitet und ihm zeigt, dass er nicht selbst entscheiden muss.
Was suche ich?
Frank braucht Menschen, die ihm Zeit geben, langsam in seinem neuen Zuhause anzukommen und die vielen Selbstverständlichkeiten eines normalen Alltags kennenzulernen. Er wird die Welt draußen mit Neugier, aber auch mit Unsicherheit entdecken – daher ist es wichtig, dass seine neuen Menschen ihn ruhig und souverän begleiten.
Da er als Maremmano-Schäferhund-Mischling eine eigenständige Art mitbringt, wünschen wir uns für ihn hundeerfahrene Menschen, die wissen, dass ein solcher Hund nicht blind gehorcht, sondern mitdenkt und Entscheidungen trifft. Ein strukturierter Alltag, klare Regeln und Vertrauen auf beiden Seiten werden ihm Sicherheit geben.
Um ihn bestmöglich in sein neues Leben zu integrieren, empfehlen wir ausdrücklich den Besuch einer guten Hundeschule. Hier kann er nicht nur weiter in seiner Sozialisierung gefördert werden, sondern seine Menschen bekommen Unterstützung dabei, ihn sicher zu führen und Fehler im Umgang mit ihm zu vermeiden.
Die Voraussetzungen für Franks neues Zuhause:
– Möglichst Haus mit sicher eingezäuntem Gartengrundstück
– Menschen, die in ihrer Kommunikation klar und konsequent sind
– Hundeerfahrung, insbesondere mit selbstständigen Rassen
– Verständnis für einen Hund, der nicht einfach „funktioniert“, sondern mitdenkt
– Bereitschaft, ihn als Familienmitglied ins Leben zu integrieren – kein reiner Hofhund
– Regelmäßige Spaziergänge und Beschäftigung
– Ländliche Umgebung
Frank ist bereit für ein neues Leben – wer schenkt ihm endlich die Chance, die er so lange verdient hat?
Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Frank kann nach Deutschland ausreisen.