Kira Mia – Eine Seele von Hund

Die Informationen stammen von unseren sardischen Kollegen und Tierärzten vor Ort. Alle Hunde werden/wurden meistens mehrfach von den Vermittlern besucht und auch beurteilt – so gut dies in den jetzigen Lebensumständen möglich ist. Alter, Größen- und Gewichtsangaben können abweichen. Wir können keine weiteren Auskünfte im Umgang mit Kindern und Katzen geben, wenn hier „unbekannt“ angegeben ist. Krankheiten sind nicht bekannt, sofern keine Krankheit angegeben ist. Schlummernde Krankheiten sind natürlich immer möglich.


Was ist mir passiert?

Kira Mia ist eine Streunerin aus Arzachena, im Norden von Sardinien. Sie wurde dort im Frühjahr 2022 mit ihrer Wurfschwester ausgesetzt. Bereits letzten Sommer gab es immer wieder Sichtungen von zwei braunen Welpen, so richtig bewegt hat sich jedoch nichts. Die Einheimischen legten an manchen Stellen Futter und Wasser für die Hunde aus. Aktiv werden und die zwei Streuner einfangen, wollte jedoch niemand. Im Winter geschah dann das Unvermeidliche: die zwei Hündinnen wurden gleichzeitig trächtig.

Eines Tages kam die Nachricht, dass sich Kira Mia und Kara Mia in einem Garten eines tierlieben Paares versteckt haben. Dort fanden sie einen trockenen Unterschlupf für ihre Welpen. Leider erlitt Kira Mia bei der Geburt einen Gebärmuttervorfall und ihr einzig überlebender Welpe wurde von dem jungen Paar aufgezogen und letztlich adoptiert.

Da Kira Mia misstrauischer und vorsichtiger ist als ihre Schwester, dauerte es, bis sie in eine organisierte Lebendfalle ging. Ein Glück für die Hündin, denn lange hätte sie nicht mit dem Gebärmuttervorfall überlebt. Ihr weiteres Glück, dass das Gewebe noch nicht nekrotisch war. Kira Mia wurde in einer Spezialklinik operiert: die Gebärmutter wurde entfernt und das nach außen gestülpte Gewebe nach innen verlegt.

Wo bin ich?

Kira Mia lebt seit Mai 2024 auf einer Pflegestation eines deutschen Ehepaars auf Sardinien. Dort teilt sie ihr Gehege mit einem kleineren Rüden und beide verstehen sich prächtig. Tagsüber dürfen sie in einen großen Auslauf und sind dort mit Rüden und Hündinnen zusammen. Auch hier zeigt sie sich sehr sozial. Sie wird auf das Leben in Deutschland vorbereitet, kennt schon das Geschirr und die Leine.

Wie bin ich?

Kira Mia zeigt sich als Powerpaket. Sie ist sehr neugierig und freut sich immer riesig, sobald es hinausgeht zum Spaziergang. Teilweise zeigt sie sich auf den ersten Spaziergängen in ihrem Leben noch recht unsicher. So waren auf den ersten Spaziergängen vorbeifahrende Autos angsteinflößend, doch bereits nach wenigen Tagen war das überhaupt kein Problem mehr. Sie lernt sehr schnell und saugt alles Neue auf wie ein Schwamm. Vor Männern hat sie ein wenig Angst – wenn man ihr jedoch Zeit gibt und sie nicht bedrängt, dann ist das Eis schnell gebrochen.

In Situationen, die sie noch überfordern, zeigt sie ganz deutlich ihre Unsicherheit. Wenn man jedoch ganz ruhig bleibt, dann orientiert sie sich an ihrer Bezugsperson und meistert alles sehr gut. Sie ist ein toller Hund – überaus freundlich zu Rüden, Hündinnen und Katzen (wenn diese Hunde kennen und nicht weglaufen).

Kira Mia hat definitiv Jagdtrieb – Katzen, die vor ihr weglaufen, würde sie auf jeden Fall verfolgen. Sie ist sehr menschenbezogen und weint jedes Mal, wenn ihre Bezugsperson sie mit ihrem Hundefreund alleine lässt.

Was suche ich?

Kira Mia zeigt das Wesen eines Segugio, wie auch schon oben beschrieben. Sie ist sehr sensibel und feinfühlig. Daher suchen wir Menschen, die der jungen Hündin sowohl die Zeit geben anzukommen, sie aber schon mit aktivem Training bestücken und die Hündin nicht in ihren Unsicherheiten allein lassen. Oftmals werden unsichere und ängstliche Hunde einfach sich selbst überlassen in dem Glauben, dass dies das Beste ist – das ist allerdings ein großer Irrglaube. Ein unsicherer Hund braucht die Sicherheit durch seinen Menschen und das gut dosiert, damit er sich uns anschließt und mit dem Vertrauen sich auch auf neue Situationen ohne Angst einlassen kann.

Wir wünschen uns hundeerfahrene Menschen, die die Körpersprache der Hunde kennen und deuten können. Ebenso wünschen wir uns einen vorhandenen souveränen, aber nicht dominanten Hund in der Familie, an dem sie sich orientieren kann.

Die ersten zwei Wochen sollte Kira Mia nur im Haus und Garten ankommen dürfen. Das Vertrauen zu euch muss sich langsam aufbauen und sie sollte im Haus und Garten Sicherheit bekommen. Dann kann es auf die ersten kurzen Spaziergänge außerhalb des Hauses gehen. Durch die Routine wird Stück für Stück Sicherheit und Vertrauen aufgebaut.

In Zukunft wünschen wir uns dann auch lange Spaziergänge in der Natur, sowie Kopfauslastung durch Hundekurse wie Mantrailing, Fährtenarbeit, aber auch Longieren können wir uns gut vorstellen.

Es sollte trotzdem ein ruhiger Haushalt sein, also ohne kleine Kinder. Ein Haus oder eine Wohnung mit Garten, der gut gesichert ist und die ländliche Umgebung sind ein Muss für die Vermittlung von Kira Mia.

Wichtig ist nochmal festzuhalten, dass Kira Mia bisher noch nie wirklich in einem Haus oder einer Wohnung gelebt hat. Sie kennt unseren Alltag nicht und hat noch nie einen Bus, einen Traktor oder einen Fahrradfahrer gesehen.

Wenn du Kira Mia so ein Leben anbieten könnt, dann freue ich mich auf deinen Kontakt.

Wir vermitteln bundesweit. Die Koffer sind gepackt und Kira Mia kann nach Deutschland ausreisen.

Geboren

ca. 20.01.2022

Alterskategorie

Erwachsene

Rasse

Segugio Italiano Mischling

Schulterhöhe

ca. 55 cm

Gewicht

ca. 25 kg

Geschlecht

Weiblich

Kastriert

Ja

Geimpft

Ja

Gechippt

Ja

Mittelmeerkrankheiten

Test folgt nach Einreise

Krankheiten

Keine bekannt

Handicap

Nein

Aufenthaltsort

Pflegestelle, Sardinien

Gesucht wird

Pflegestelle, Zuhause

Hundeverträglichkeit

Ja

Katzenverträglichkeit

Ja

Kinderlieb

Unbekannt

Jagdtrieb

Unbekannt

Garten

Ja

Zweithund

Ja, souveräner Ersthund

Hundeschule

Ja

Ansprechpartner

Stefanie Richter


Mitglied des Vorstands
Vermittlung Herdenschutzhunde

Telefon: (0177) 32 68 50 9
E-Mail: stefanie.richter@streunerherzen.com

Video

Rassebeschreibung

Wir stellen vor: Segugio Italiano – der italienische Laufhund

Segugio Italiano a pelo raso (kurzhaariger Laufhund)
Segugio Italiano a pelo forte (drahthaariger Laufhund)

Segugio Italiano Mischlinge


Geschichte bzw. Herkunft

Der Segugio (Plural: Segugi) ist ein italienischer Laufhund, der speziell zur Jagd auf Hasen und Wildschweine gezüchtet wurde. Seine Herkunft reicht bis weit in die Antike zurück, es gilt als sicher, dass sie die Nachkommen von Jagdhunden sind, die bereits von phönizischen Kaufleuten nach Italien eingeführt wurden. Zahlreiche Zeichnungen belegen das Vorkommen von Hunden in Ägypten, die dem heutigen Segugio sehr ähnlich waren. Die typischen Hängeohren dieses Laufhundes sind ein Zeichen von fortgeschrittener Domestikation. Es ist also anzunehmen, dass dieser Hund nach Italien kam, aus ihm der heutige Segugio entstand und dort über die Jahrhunderte fast unverändert erhalten blieb. Hunde dieses Typs stehen neben den Statuen der “Jagenden Diana” im Museum von Neapel und der “Bogenschießenden Diana” im Vatikanmuseum.

Eine zweite Theorie ist, dass es sich beim heutigen Segugio um einen Nachfahren der alten Keltenbracke handelt.

Die Glanzzeit des italienischen Laufhundes fällt in die Renaissance, wo, wie auch in Frankreich, der Adel aufwändige Jagden veranstaltete, bei denen Jagdhunde in der Meute Hasen, Füchse und Kaninchen jagten. Der Niedergang der Segugi-Zucht begann in Italien mit der Französischen Revolution, mit der der Adel seine jagdlichen Privilegien verlor. Darüber hinaus war die Jagd mit Laufhunden durch den Einsatz von Feuerwaffen überflüssig geworden. In Folge dessen wurden Bastarde in die Rasse eingekreuzt, die reinrassige Zucht ging verloren.

Der Segugio Italiano verdankt sein Überleben einigen engagierten Jägern, die sich für den Wiederaufbau der Zucht einsetzten. 1948 wurde bei der ENCI (nationaler italienischer Verband für das Hundewesen, entspricht dem VDH in Deutschland) 120 Segugi registriert, bis 1990 war die Anzahl der eingetragenen Tiere auf etwa 5000 angewachsen. Die Hunde werden heute auch in Arbeitstests geprüft, um ihre Gebrauchseigenschaften zu erhalten, der Segugio Italiano wird heute fast ausschließlich zur Hasenjagd eingesetzt.

Rassebeschreibung

Die folgende Beschreibung gilt für den kurzhaarigen und drahthaarigen Segugio, Unterschiede beim Drahthaar werden extra hinzugefügt.

  • FCI Gruppe 6: Lauf- und Schweißhunde
  • Sektion 1.2: Mittelgroße Laufhunde
  • Herkunft: Italien
  • Körper: Kräftiger Körperbau, gute Muskulatur, ohne die geringste Spur von Fett
  • Ohren: Herabhängend, so gedreht, dass es nach vorne zeigt, von dreieckiger Form
  • Rute: Hoher Rutenansatz, dünn an der Wurzel und auf ihrer ganzen Länge, so lang, dass ihre Spitze den Fersenhöcker berührt, die Rute der drahthaarigen Variante ist im Ansatz kräftiger
  • Haare: Kurzes Haar auf dem ganzen Körper, harsche Textur, dicht, engstehend, gleichmäßig glatt;
    Das Haar der drahthaarigen Variante ist unverkennbar rau, ausgenommen auf Kopf, Behang, Rute und Fang, die Haarlänge soll 5cm nicht überschreiten, unter den Lefzen bildet das Haar einen sogenannten Bart
  • Farben: Umfassen das ganze Spektrum von einfarbigem Falb und schwarz/lohfarben, die roten Abzeichen befinden sich am Fang, an den Augenbrauen an der Brust und an den Gliedmaßen, weiß darf an Fang und Schädel auftreten, auch erlaubt als “Stern” auf der Brust, es ist jedoch nicht sehr erwünscht, je weniger vorhanden, desto besser; der der schwarz/lohfarbene Hund darf einen weißen Bruststern tragen (tricolor Segugio); braun (kaffee-, leberfarben ) ist nicht zulässig;
    Beim Drahthaar umfassen die Farben das ganze Spektrum von einfarbigem Falb, von dunkelrotem und berußtem Falb bis hin zum hellen Falb, sowie Schwarz und Loh.
  • Widerristhöhe: Rüden: 52 – 60cm, Hündin: 50 – 58cm
  • Gewicht: Je nach Größe zwischen 18 und 28kg
Charakter

Wie die meisten Jagdhunde ist der Segugio Italiano im Haus eher ruhig, fast unauffällig, im Freien aber ein Vollblutjagdhund, der dazu tendiert, seine Nase ununterbrochen am Boden zu haben. Hat er einen interessanten Geruch entdeckt, so tut er das durch den ihm eigenen Jagdlaut kund. Bei der Jagd ist er ein harter und ausdauernder Hund, der sich an unterschiedliche Gelände anpasst, er besitzt extreme Widerstandsfähigkeit und Schnelligkeit.

Fremden gegenüber zeigt sich der Segugio Italiano manchmal etwas reserviert, besonders die rauhaarige Variante, die als eher zurückhaltend, weniger überschwänglich, folgsam, ruhig und nachdenklich bei der Arbeit gilt.

Mit Artgenossen hat er als typischer Meutehund im Allgemeinen kein Problem.

Haltung

Als Meutehund eignet sich der Segugio Italiano gut für die Mehrhundehaltung. Wie jeder andere Hund auch, muss er mit Geduld und Konsequenz erzogen werden. Er eignet sich jedoch eher für erfahrene Hundehalter, die mit seinem Jagdtrieb umgehen können. Da seine Jagdpassion ausgesprochen stark ausgeprägt ist, kann er u.U. überhaupt nicht abgeleint werden und muss daher ausreichend bewegt und auch geistig ausgelastet werden. Idealerweise sollte ihm eine Alternativbeschäftigung angeboten werden, bei der er seiner Passion nachgehen und seine exzellente Nase einsetzen kann. Aktivitäten wie Mantrailing oder Fährtenarbeit nimmt er mit Begeisterung an.

Er sollte unbedingt einen gut gesicherten Garten zur Verfügung haben, in dem er sich frei bewegen kann. Zu beachten ist hierbei, dass manche Vertreter dieser Rasse wahre Kletterkünstler sind.

Erziehung

Die Erziehung des Segugio Italiano ist mit der nötigen Erfahrung sichtlich einfach. Der ruhige Laufhund hat von Natur aus das Bedürfnis seinem Menschen zu folgen und zeigt einen hohen Grad an Gehorsam. Er lässt sich leicht für ein Training begeistern, wobei er nie hektisch oder unruhig wirkt, aber dennoch hochkonzentriert bei der Sache ist. Neue Dinge lernt er schnell und geht mit wachsamer Neugier gerne voran, wobei er immer ein Ohr offen hat für die Befehle seines Besitzers.

Dennoch ist der Segugio Italiano kein Anfängerhund und sollte mit einer klaren, aber dennoch liebevollen Hand geführt werden. Auf eine harte Hand reagiert der durchaus empfindliche Hund schnell mit Unsicherheit und Angst.

Sicherlich ist es ratsam mit dem Italiener eine Hundeschule oder einen Hundeverein zu besuchen, denn gerade sein Jagdtrieb sollte besonders im Auge behalten werden. Hier hilft es erfahrene Trainer um Rat fragen zu können.

Passt ein Segugio Italiano zu mir?

Ein Segugio Italiano passt perfekt zu dir, wenn:

  • du einen ruhigen und sanften Hund suchst, der gleichzeitig einen hohen Arbeitswillen besitzt
  • du gerne in der Natur bist und einen Hund mit großer Ausdauer suchst
  • du Hundeerfahren bist und weißt, einen möglichen Jagdtrieb positiv umzulenken
  • du einen Zweithund suchst, denn der Segugio lebt am liebsten im Rudel
  • du einen im Haus eher ruhigeren Partner suchst
  • du gerne mit positiver Bestärkung arbeitest, denn der Segugio ist ein recht sensibler Hund
  • du ein Haus mit gut gesichertem Garten besitzt.

Reinrassige Segugio Italiano