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Canile Comunale Tortoli

Neuer Kooperationspartner ist das das staatliche Tierheim von Tortoli "Canile Comunale Tortoli".

Wo liegt Tortoli?

Tortolì ist eine Stadt auf der italienischen Mittelmeerinsel Sardinien. Sie hat ca. 11.035 Einwohner und eine Fläche von 39,97 km². Sie ist die Hauptstadt der Provinz Ogliastra.

In der Nähe von Tortolì befindet sich einer der vier Flughäfen Sardiniens, im Vorort Arbatax ein Hafen. Die Stadt wird von Tourismus geprägt, denn diese Region Sardiniens ist für ihre besonders schönen Küsten, Strände und ihr sehr klares Meerwasser bekannt. Aus geologischer Sicht ist der Strand von Cea aufgrund seiner roten Porphyr-Felsen und der Basaltintrusionen besonders interessant.

Tortoli besitzt einen Bahnhof an der schmalspurigen Bahnstrecke Mandas-Arbatax, der in den Sommermonaten vom Trenino Verde bedient wird.

Das Canile Comunale Tortoli

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Das staatliche Tierheim von Tortoli wurde 2003 gebaut und in Betrieb genommen. Es befindet sich im Besitz der Gemeinde und seine Führung wird alle drei Jahre ausgeschrieben. Bei der Wahl der Betreibergesellschaft durch die Gemeinde spielt Geld eine wesentliche Rolle: es wird darauf geachtet, dass eine Gesellschaft oder eine Person gewählt wird, die nicht viel Geld benötigt, um das Tierheim zu verwalten. Aktuell leitet Stefano Piu das Tierheim, der von der Gemeinde pro Jahr nur wenig finanzielle Unterstützung für alle anfallenden Kosten erhält. Dazu gehören die Gehälter für ihn und seine Helfer, die Kosten für Futter, medizinische Versorgung, für Instandsetzungsmaßnahmen, etc.

Das Tierheim Tortoli ist für 240 Hunde ausgelegt. Es verfügt über ein Hauptgebäude, in dem das Büro des Tierheimleiters untergebracht ist, eine kleine Quarantänestation, vier Hundeanlagen und ein Ambulatorio. Gegenüber des Hauptgebäudes befindet sich zudem eine Lagermöglichkeit für Futter. Die Hundeanlage ist in vier Bereiche aufgeteilt:

  • Der Bereich für Hündinnen
  • Der Bereich für Rüden
  • Ein gemischter Bereich
  • Ein Bereich für Neuankömmlinge

Die Bereiche sind eingezäunte, rechteckige Gelände. Darauf befinden sich jeweils links und rechts von einer kleinen Freifläche die Zwinger. Diese bestehen aus Betonböden, einem kleinen, vorderen Teil unter freiem Himmel und einer Tür mit Hundeklappe, die in einen kleinen Raum führt. Dort liegen Paletten für die Hunde zum Schlafen. In den Gehegen leben derzeit 2 - 3 Hunde zusammen, je nach Größe. Einmal am Tag werden die Zwinger gereinigt, dann dürfen die Hunde für wenige Minuten in den Auslauf, die kleine Freifläche. Die meisten Hunde genießen diese Zeit, sie rennen herum und erledigen ihr Geschäft. Man könnte fast meinen, sie wären stubenrein, denn nur höchster Not verrichten sie ihr Geschäft auf den wenigen Quadratmetern ihres Zwingers.


(Plan des Tierheims)

Wenn ein Hund im Tierheim ankommt, steht er für die ersten 30 Tage unter der Kontrolle der Gesundheitsbehörde (ASL). Er wird geimpft und bekommt einen Mikrochip. Diese Kosten trägt die Gesundheitsbehörde.

Am 31. Tag wird der Hund vom Tierheim übernommen, die Gesundheitsbehörde hat dann nur noch die Kontrollfunktion inne. Ab jetzt sorgt die Betreibergesellschaft finanziell für das Tier. Ihre Gelder sind jedoch stark begrenzt, so dass der Hund z. B. aus Kostengründen nicht erneut geimpft werden kann.

Ca. 100 Hunde werden jährlich in die eigene Region vermittelt. Sie enden meistens als Ketten-, Wach- oder Jagdhunde. Dabei liegen Kettenhunde wirklich ihr Leben lang an der kurzen Kette und mit viel Glück gehört eine kleine Hundehütte dazu. Sie müssen in diesem kleinen Radios ihr Geschäft verrichten und schlafen. Resultierend hieraus sind Muskelschwund, Abmagerung, mangelnde Sozialisierung. Wach- und Jagdhunde werden im Hof des Hauses gehalten, oft auch in winzig kleinen Schuppen ohne Tageslicht und mit nur wenig Futter. Die einzige Auslaufgelegenheit für Jagdhunde ist die Jagd, für die sie selten ausgebildet werden. Der für Hunde so wichtige Kontakt zu ihren Haltern ist kaum gegeben. Es gibt nur wenige Tiere, die nach der Vermittlung vor Ort ein schönes Hundeleben führen dürfen.

Kooperation STREUNERHerzen e.V. & Canile Comunale Tortoli

Durch Zufall stießen die STREUNERHerzen auf das staatliche Tierheim. Von einer Kollegin, die sich hauptsächlich um die Prävention bei Katzen kümmert, bekamen wir ein Bild von einer Hündin. Diese Hündin sah sehr krank aus und unsere Kollegin bat uns um Hilfe. Wir wollten mehr wissen - woher die Hündin stammte, was mit ihr wäre und bekamen so Kontakt zum Tierheim Tortoli. Die Hündin wurde von uns nach Deutschland geholt. Immer häufiger tauschten wir uns mit dem zuständigen Amtsveterinär und dem Tierheimleiter aus. Eine Kollegin reiste in das Tierheim Tortoli und brachte Bilder sowie persönliche Eindrücke mit.

Anfang April machten sich zwei STREUNERHerzen Vorstandmitglieder und ein Übersetzer auf, um die Kooperationsmöglichkeit vor Ort zu besprechen. Wir wurden freundlich empfangen. Der Amtsveterinär, die Tierärztin und der Tierheimleiter begleiteten uns durch das Tierheim. Wir durften alles sehen und sprachen viel über die Möglichkeiten vor Ort.

Das Tierheim Tortoli machte einen guten und sehr gepflegten Eindruck auf uns. In den ersten 30 Minuten fragten wir uns mehrmals, wo hier überhaupt Hilfe nötig wäre? Aber dann sahen wir die Tiere und wussten, wo der Ansatzpunkt für Hilfe lag. Es gibt keinerlei Gelder für Medikamente oder Operationen. Die finanziellen Mittel reichen gerade für das günstigste Futter und oft wird am Ende des Monats auch hieran gespart. All das sieht man den Hunden leider deutlich an. Es gibt viele verletzte Tiere, die seit Monaten und Jahren mit gebrochenen Knochen, offenen Wunden, fehlenden Gliedmaßen oder Mittelmeerkrankheiten im Tierheim leben. Darunter sind auch Hunde, die bereits 2003 in das Tierheim kamen.

An diesem Tag, dem 03.04.2015, haben wir uns zu einer Kooperation entschlossen.

Leider vergingen die drei Jahre unter der Leitung von Sandro sehr schnell und bei der erneuten Ausschreibung im Jahr 2018 erhielt seine Organisation nicht den Zuschlag. Für den Verein war dies ein trauriger Moment, denn in den drei Jahren entstand nicht nur eine gute Kooperation bei denen vielen Tieren geholfen wurde, sondern auch eine Freundschaft mit Sandro. Auch, wenn sich Sandro erneut um die Tierheimleitung bewarb, erhielt er nicht den Zuschlag. Er musste sich daher schweren Herzen zurückziehen und so lief auch unsere Kooperation mit dem Canile aus. Eine kurzfristige Lösung wurde gefunden und eine ältere Dame zur Tierheimleiterin benannt - so lange bis eine neue Ausschreibung fertig gestellt sein würde. In dieser Zeit gelang es uns noch viele unserer Schützlinge nach Deutschland zu holen, dennoch mussten wir traurig einige zurücklassen.

Die Ausschreibung zog sich dahin und wir konnten nichts mehr machen. Im April 2019 kam es dann erneut über Kontakte zu einem Besuch des Vorstands im Canile, wobei man den neuen Tierheimleiter kennenlernte. Die Tierheimleitung wurde an Stefano Piu übertragen, der das Herz am richtigen Fleck hat. Die Gespräche waren vielversprechend und Stefano war von einer Unterstützung unsererseits nicht abgeneigt.

Und so konnten wir im Sommer 2019 die Kooperation mit dem Canile Comunale Tortoli wieder fortsetzen.

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