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Macario

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– das Paradies kann überall sein

Wie kostbar und intensiv beinahe fünf glückliche Jahre sein können, wenn man einer 10-jährigen sardischen Straßenkaterseele sein Herz und seine Tür öffnet, das hat Tamino (ehemals Macario) mit seiner lieben Familie erfahren dürfen.

Wir möchten an dieser Stelle seiner Familie unendlichen Dank dafür sagen, dass Tamino hier in Deutschland noch so viel Liebe erleben durfte. Wir freuen uns jedes Mal so sehr, wenn auch die Seniorenkatzen aus unserer Vermittlung noch eine solche Chance bekommen dürfen. Als fast 15-jähriger Kater ist Tamino am 1. April über die Regenbogenbrücke gegangen.

Hier schreibt Taminos Frauchen, wie die glücklichen Jahre mit ihm waren:

„Als Tamino bei uns einzog, war er ein zitterndes, geschorenes Häufchen Elend. Von seinen ersten zehn Lebensjahren ist nicht viel bekannt, aber sein Verhalten sprach Bände…Besonders mit Männern und Besenstielen musste er besonders schlechte Erfahrungen gemacht haben.

Wir hatten ihn adoptiert, weil uns sein anhängliches Vorstellungsvideo so sehr gerührt hatte. So wollten wir noch einem ungewollten Tierschutzkater ein Heim bieten, mit der Option auf vielleicht ein paar Schmuseeinheiten. Tamino gab uns das recht bald – und noch viel, viel mehr. Nachdem er sich kurzzeitig versteckt hatte, taute er in wenigen Tagen recht schnell auf und zeigte uns seinen wunderbaren, freundlichen und auch verspielten Charakter. Es dauerte nicht lange, da kam er ins Bett zum Schmusen und Kuscheln. Mein Mann und er bauten eine besonders innige Beziehung auf und beendeten jeden Abend mit einer ausgedehnten Kuschelrunde.

Es gibt tausend wunderbare Kleinigkeiten über diesen herrlichen Kater zu berichten. Wir wollten einen „Tamino“, den Heldentenor aus Mozarts Zauberflöte. Dieser entpuppt sich in der Oper als echter Feigling- und das passte, ohne dass wir das wussten, genau auf unseren Schatz: mit seinen zu Bestzeiten mehr als sieben Kilo Lebendgewicht, seinen Riesenpfoten und seiner unglaublichen Kraft war er dennoch leicht zu verängstigen und nahm schon vor seinem Schatten Reißaus. Das wollten wir ändern und ihm den Rest seines Lebens bei uns zu einer angstfreien und wunderbaren Zeit machen. Er bekam viele Streicheleinheiten, wir spielten mit ihm, wann immer er wollte, er bekam das beste Futter und viele Leckerlis, Freigang in einer gärtenreichen Wohngegend und hatte insgesamt das Paradies auf Erden. Und als sein Nasenpolyp entfernt war, gab es nichts mehr, das ihn aufhalten konnte. Sein Fell explodierte förmlich und über vier Jahre hatten wir so eine fröhliche, freche und gleichzeitig brave plüschige Knutschkugel mit Schmusebauch, der in Sachen Kuscheln alles mit sich machen ließ, es auch mit seinem wunderbar hohen Stimmchen einforderte und dem man echte Küsse aufs Mäulchen drücken konnte. Ein Traum! Im vorletzten Jahr zog dann seine große Liebe ein, Bonnie, eine feurige kleine Ukrainerin. Sie war nur halb so groß wie er und ein Fünftel so alt, aber der sardische Charmeur lief noch einmal zu Bestform auf – die Beiden spielten und rauften, als gäbe es keinen Altersunterschied.

Vor circa sechs Wochen änderte sich das jäh. Minchen hatte es schon seit einiger Zeit etwas langsamer angehen lassen, doch wir dachten, das läge am Alter oder am Winter. Dann stellte er an einem Sonntag urplötzlich das Fressen ein. Mehrere Arztbesuche folgten, Tablettengaben, Infusionen. Eines nachts verabschiedete ich mich schon von ihm, doch mein Mann wollte noch einmal in die Klinik. Mehrere Ärzte checkten ihn durch, diverse Diagnosen wurden durchgespielt, wir bekamen neue Mittel und versuchten Tamino wieder aufzubauen. Es gab nur ein kurzes Aufflackern. Von heute auf morgen war er plötzlich orientierungslos, fand sein Klo nicht mehr und litt offensichtlich an starken Schmerzen. Es tat weh ihm nicht helfen zu können. Für eine letzte Diagnostik wurde er sediert, aber wachte nicht mehr richtig auf. Als die Ärztin sagte es bestünde keine begründete Hoffnung mehr, gingen wir am 1. April unter vielen Tränen und Herzschmerz unseren letzten Weg mit ihm. Er ließ sich noch mal den Kopf kraulen und küssen, wir streichelten ihn ganz sanft und sagten, wie sehr wir ihn lieben. Und der Blick in seinen Augen sagte uns, dass es jetzt gut für ihn sei.

Jetzt ruht er im Garten mit Blick auf sein Zuhause. So ist er niemals fort von uns.

Es wird noch eine sehr lange Zeit dauern, bis es nicht mehr so furchtbar wehtut. Im Augenblick können wir uns nicht vorstellen, dass das Loch, das Tamino hinterlässt, jemals wieder geflickt werden kann.

Wir möchten uns bei Ihrem Verein, den STREUNERHerzen, recht herzlich bedanken. Sie haben uns ermöglicht, einen so wunderbaren Kater kennen und lieben lernen zu dürfen.

Vielen, vielen Dank für Alles!“



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