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Silas

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Charmanter Macho findet sein Glück

Als wir von Silas Schicksal erfuhren, waren wir geschockt und setzten alles daran, ihm zu helfen! Nicht nur, dass er auf Sardinien an der Kette gehalten wurde – sein Besitzer hielt es trotz einer schweren Verletzung am Bein nicht für nötig, ihn tierärztlich behandeln zu lassen. Letztendlich wurde er quasi von der Kette mitgenommen. Da er schon Fieber hatte, wurde kurzentschlossen operiert, sogar eine Hauttransplantation musste durchgeführt werden. Silas wäre bei seinem Besitzer kurze Zeit später gestorben – das war Rettung in letzter Minute!

Seine Genesung schritt täglich voran und wir waren alle sehr froh, dass - Dank eines spontanen Pflegestellen-Angebots - seine Weiterbehandlung in unserer Kooperationsklinik in Deutschland erfolgen konnte. Nach einer Woche Klinikaufenthalt konnte Silas in seine liebevolle Pflegefamilie entlassen werden, die ihn fürsorglich päppelte, so dass es ihm schon bald wieder gut ging. Das einst so schüchterte Kerlchen hatte sich zurück ins Leben gekämpft und zeigte seinem Pflegefrauchen immer mehr, dass ein wahrer Macho in ihm steckt! Pöbeleien an der Leine und penetrante „Diskussionen“ standen auf der Tagesordnung. Pflegefrauchens Nerven wurden ordentlich strapaziert und schnell wurde ein kompetenter Hundetrainer kontaktiert.

Andererseits war Silas ein Goldstück, verschmust und absolut liebenswert. Er hatte als Kettenhund niemals gelernt, dem Menschen zu vertrauen – daraus resultierten seine großen Unsicherheiten. Mit der nötigen Zeit, Geduld und Konsequenz würde Silas sich zu einem tollen Begleiter entwickeln, da waren wir uns sicher.

Und eines Tages kam dann eine vielversprechende Anfrage für den wilden Italiener. Neben den üblichen Formalitäten wurden viele Gespräche geführt und schnell war klar, das könnte passen…Der erste Besuchstermin verlief gut und Frauchen ließ sich von Silas Gemecker nicht beeindrucken. Im Gegenteil – nach diesem Tag stand für sie fest: Das ist ihr Hund und sie würde keinen andern haben wollen!

Silas, du hast großes Glück gehabt, denn dein Frauchen wird mit dir durch dick und dünn gehen. Sie hat sich von deinen Unsicherheiten und den bestehenden Problemen nicht abschrecken lassen, sondern insbesondere das Gute in dir gesehen mit dem Ziel vor Augen, dir Sicherheit zu geben, damit du ein unbeschwertes Leben an ihrer Seite führen kannst. Du hast es so sehr verdient, endlich glücklich zu sein und ich bin sehr froh darüber, dass ihr beiden euch gefunden habt!

Silas hat am 17.06.2017 sein Körbchen in Aachen bezogen und entwickelt sich prächtig.

Lesen Sie hier Frauchens Bericht:

„Liebe Beate, liebe Anke,

Silas ist nun seit dem 17.06.17 ein Öcher Jung(hund) und bereichert mein Zuhause genauso wie mein Büro jeden Tag mehr. Sein Zuhause hat er nach einer ausgiebigen Erkundungstour direkt für gut befunden, nur die Sache mit dem Sofa, auf das er nun nicht mehr darf, ist zu Anfang nicht gut angekommen und wurde entsprechend gemeckert. Er hat sich schnell in der Wohnung eingefunden und direkt gesetzte Regeln gut akzeptiert: Küche ist tabu, wenn ich drin bin, aber er schaut dann natürlich immer vom Flur aus zu, ob es nicht doch vielleicht Wurst gibt. Mein Schlafzimmer ist tabu, auch das akzeptiert er ohne Gejammer und mittlerweile haben wir nach zweimal „dollen fünf Minuten“ auch die Sache mit dem Sofa geregelt. Mit anderen Worten: wir lernen uns beide täglich besser kennen und - ich hoffe, das sieht der kleine Kerl auch so - wollen uns nicht mehr hergeben. Er ist ein ziemlich kleiner italienischer Macho an der Leine, wenn andere Hunde in der Nähe sind...dann wird gekläfft und gezerrt. Auch das wird langsam besser. Mit manchen Hunden hat er sogar trotz Leine problem- und vor allem lautlosen Kontakt, bei anderen wird schon pauschal aus der Ferne losgelegt.

Damit wir beide noch besser miteinander umgehen lernen, sind wir direkt in einer Hundeschule. Der erste Termin war nur für uns, da gab es direkt schon umsetzbare Kleinigkeiten, die vieles vereinfachen...ich als Hundeneuling lerne auch gerne dazu. Der zweite Termin war schon heftiger: offenes Hundetraining in der Stadt.....Silas war kaum zu beruhigen mit den ganzen anderen Hunden...man kennt uns nun. Entsprechend geschafft waren wir beide anschließend. Und doch hat es auch wieder viel Neues gebracht und es wurde, auch wenn es kaum so aussah, viel gelernt. Sonntags haben wir nun regelmäßig Hundetraining in der Gruppe, der Termin war der schönste bisher. Nachdem die Hunde an der Leine den Platz erstmal erkundet haben, kamen wir in der Mitte zusammen und durften unsere Vierbeiner loslassen, damit man sich kennenlernt....mir ist das Herz aufgegangen...Silas war mit seinen 45 Zentimetern der kleinste Hund, ganz sicher der lauteste und was unfassbar war: auch der schnellste....es war so eine Freude, ihn mit den anderen Hunden zusammen zu sehen....es wurde beschnuppert, gespielt, gebellt, gerannt....! Also hat Silas gar kein Problem mit Hunden...und von daher vertraue ich ihm täglich mehr.

Auch im Büro, wohin er mich tagtäglich begleitet, ist Ruhe eingekehrt. Es wird nicht mehr überall hintergedackelt, man kann auch mal ruhig liegenbleiben…. morgens wird er ausgiebig von den Kolleginnen geknuddelt und dann liegt er entweder auf dem Balkon in der Sonne, vor dem Fenster, auf seinem Platz oder bei einer Kollegin und ratzt ausgiebig...sein Charme öffnet ihm definitiv Türen.

Er liebt das Autofahren, auch da haben wir feste Rituale, damit nicht soviel rumgezappelt wird. Gleiches, wenn wir Gassi gehen wollen....hier bei uns im Wald sind viele Freigänger, das geht mit Silas natürlich noch nicht...von daher kann ich ihn sogar etwas verstehen, aus der Ferne mal zu meckern - wir gehen dann einfach weiter und er beruhigt sich schnell. Ich bin sicher, das wird sich mit der Zeit mehr und mehr geben.

Silas ist definitiv MEIN Hund....und wir arbeiten stetig daran, ein (noch) tolleres Team zu werden.

Liebe Anke, liebe Beate: Euch beiden ganz herzlichen Dank fürs Kümmern, Fragen beantworten und Geschichten anhören, ich fühle mich super aufgehoben...und dass Silas bei Euch in den besten Händen war, ist sicher das beste, was ihm passieren konnte...erst dadurch wurde der Weg nach Aachen geebnet!

Viele Grüße aus Aachen von Verena und Silas“


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Lesen Sie hier die ganze Geschichte von unserem SOS Hund Silas

Ein Leben kurz vor dem Tod

Wir wurden von unserem Partnertierheim, der L.I.D.A. Olbia, um Hilfe gebeten. Als ich in das Tierheim kam, wurde ich sofort in das Ambulatorio geführt. Als ich dem Blick meines sardischen Kollegen folgte, sah ich zuerst in wunderschöne große Augen, gefolgt von einem schweren Verband am Bein.

Ich hockte mich hin und öffnete die Tür von dem Doppelkäfig. Als ich ihn an der Brust und seinem Kopf streichelte, merkte ich sofort, dass der junge Rüde glühte. Er musste Fieber haben. Die Tierärztin und mein Kollege erzählten mir dann die Geschichte und öffneten den Verband.

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Silas, eigentlich zu diesem Zeitpunkt noch namenlos, war in einem kleinen Vorort von Olbia von seinem Herrchen an eine Kette gelegt worden. Dort wurde man auch auf ihn aufmerksam. Das Bein war fast komplett skalpiert und es hing Fleisch aus der großen Wunde. Ein Gespräch mit dem Besitzer war unmöglich. Er kümmerte sich nicht darum, sagte, dass es auch keinen anderen etwas anging und seinem Hund ginge es gut.

So vergingen ein paar Tage. Jeder dieser Tage wurde genutzt, um den Besitzer davon zu überzeugen, dass der Hund in Behandlung müsse und so sterben würde. Aber auch hier wurde der Besitzer eher wütender als dass er Vernunft annahm.

Zu guter Letzt wusste man sich nicht mehr zu helfen und löste die Kette, nahm den Rüden mit und brachte ihn zuerst in unser Partnertierheim. Klar war, dass der Besitzer sich schnell melden würde und vermutlich seinen Hund zurückverlangte, aber die Kollegen konnten nicht zuschauen, wie der hübsche, zutrauliche Rüde so sterben musste. Das Fleisch war in keinem guten Zustand, es war teilweise schon völlig nekrotisch und somit wurde die Situation immer schlimmer. Auch das Fieber zeigte uns schnell, dass uns nicht viel Zeit blieb. Also sagten wir STREUNERHerzen zu, die Klinikkosten auf Sardinien komplett zu übernehmen, Hauptsache, dem wirklich freundlichen Rüden konnten die Schmerzen und das Leid genommen werden.

Zeitgleich versuchten wir eine Pflegestelle in Deutschland zu finden, die den jungen Rüden aufnehmen würde nach seiner dreiwöchigen Wartezeit wegen der Tollwutimpfung (Reisebedingung). Wir fanden eine Pflegestelle, die alles stehen und liegen ließ und sich sofort für den Rüden entschied. Unendlich dankbar für die schnelle Zusage zu helfen, konnten wir nun weiter planen. Die Tochter der Pflegestelle, die als erstes sagte, "Mama, wir müssen dem armen Hund helfen", vergab den Namen Silas und somit hatte unser Hund ohne Namen auch endlich seinen eigenen Namen.

In der Klinik auf Sardinien wurde die Wunde behandelt. Das nekrotische Gewebe wurde entfernt und alles gesäubert. Nach einigen Tagen wurde dann von dem Rippenbogen Haut entnommen und auf das Bein transplantiert. Die Operation verlief gut und auch die Tage danach gab es Grund zum Feiern, denn die Transplantation ist erfolgreich gelungen.

Silas durfte vor zwei Wochen dann ausreisen und wurde direkt stationär bei unserem Tierarzt aufgenommen. Die Wunde sah nach wie vor gut aus, zwei kleine Stellen mussten nochmal gesäubert werden und er verbrachte eine Woche dort, da er immer agiler wurde und dies seiner Wundheilung überhaupt nicht half.

Mittlerweile ist er auf seiner Pflegestelle angekommen und wird ab und an vom Tierarzt kontrolliert. Insgesamt sind alle mit dem Verlauf sehr zufrieden. In Kürze werden wir Silas auch unter den Vermittlungstieren vorstellen.

Die Erstbehandlung auf Sardinien hat uns 1.232,19 Euro gekostet. Die erfolgte Behandlung hier in Deutschland ist noch nicht abgerechnet, aber wir schätzen sie auf einige hundert Euro.

Diese Summen schränken uns auf anderen Gebieten, wie unsere Kastrationsaktionen auf Sardinien oder auch neue Notfallaufnahmen, extrem ein, denn das Geld wurde von anderer Stelle genommen. Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, uns mit Spenden zu unterstützen und Silas ´ Rechnungen begleichen zu können.


Update 12.05.2017

Silas ist gesund! Aber sein größtes Glück – eine Familie – fehlt noch!

Nun ist Silas seit drei Monaten in Deutschland. Dank Ihrer großzügigen Spenden konnten wir ihm die dringend nötige Operation und Nachsorge zukommen lassen.

Die Behandlung seiner schweren Verletzung ist jetzt abgeschlossen. Er ist wieder fit, die Wunde ist verheilt und das Bein sieht wirklich super aus, es ist keine weitere Behandlung nötig.

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Daher wird es nun dringend Zeit, dass er seine Menschen für´s Leben, sein Endzuhause findet.

Es sollten auf jeden Fall hundeerfahrene Menschen sein, die Freude daran haben, mit ihm zu arbeiten. Silas ist ein toller, lieber und verschmuster Hund, braucht aber souveräne Menschen mit klaren Führungsqualitäten, denn sonst wird er versuchen, seinen Willen durchzusetzen. Er lebt momentan mit einer kleinen Hündin zusammen, braucht aber eigentlich keinen anderen Hund in seinem neuen Zuhause, möchte seine Menschen lieber für sich allein.

Auch eine erfahrene Pflegestelle darf sich gern melden. Silas, der Unglücksrabe, muss nun zu allem Unglück auch noch spätestens Ende Juli seine momentane Pflegefamilie verlassen. Diese hat ihn liebevoll aufgepäppelt, kann ihn aber aus persönlichen Gründen nicht länger auf seinem Weg begleiten.

Daher möchte Silas jetzt unbedingt mit seiner eigenen Familie die Welt entdecken und das Hundeeinmaleins erlernen. Es wäre schön und unser großer Wunsch, wenn er das ohne Umweg über eine neue Pflegefamilie direkt in seiner Familie erleben dürfte.



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