Neuigkeiten  Gesichter & Fakten  So helfen Sie mit  Termine & Allgemeines  Gästebuch


Zurück zur vorherigen Seite Hunde

Ray Charles

ZurückWeiter


Du bist für uns etwas ganz Besonderes

Dies wird sicher der längste Text werden, den ich je für einen Hund im Glück geschrieben habe, aber Ray Charles ist für mich als Vermittlerin etwas ganz Besonders.

Der kleine, zerbrechliche Kerl wurde Anfang 2016 auf den Straßen Sardiniens gefunden, alleine, blind und unterernährt. Da er mit seinem Fliegengewicht und seinem Handicap unmöglich in eines der Gehege im Tierheim Tortoli untergebracht werden konnte, saß er also ganz allein in einer kleinen Box im Tierheim.Als meine Kollegin vor Ort war und mir die Bilder des Knirpses schickte, war ich hin und weg, damals noch unwissend, dass ich ihn später selbst kennen- und lieben lernen würde.

Recht schnell meldete sich eine Pflegefamilie für ihn, die bereits zwei Ratero-Mischlinge aus Spanien adoptiert hatte. Noch auf Sardinien wurde Ray einem Augen-Tierarzt vorgestellt, der feststellte, dass der Kleine ohne Sehnerven geboren wurde. Ray durfte also am 20.03. 2016 zu seiner Familie ausreisen. Leider fing Ray nach kurzer Zeit an, um sich zu schnappen nach Mensch und Hund, es war teilweise so schlimm, dass die Familie ihn nicht einmal zum Sich-lösen nach draußen bringen konnte. Deshalb war relativ schnell klar, dass Ray auf jeden Fall weiter vermittelt werden sollte, da es auch mit den beiden anderen Rüden der Familie und Ray einfach nicht klappte.

Wir hielten dies zunächst noch für Rays „Überlebensstrategie“, denn wie hätte er es sonst als Zwerg von zwei Kilo geschafft, auf Italiens Straßen zu überleben?

Doch allmählich wurde klar, dass noch etwas anderes dahinter stecken musste und die erste Untersuchung in einer Mönchengladbacher Klinik ergab, dass Ray einen Wasserkopf hat und der Druck auf sein Gehirn so groß ist, dass er unsägliche Kopfschmerzen hat und dies wiederum ihn so aggressiv machte. Er musste einen Shunt bekommen, vereinfacht gesagt, es sollte ein Schlauch vom Gehirn bis in den Bauchraum gelegt werden, der mit der Zeit das Hirnwasser selbsttätig abpumpt. In den ersten Wochen musste Rays Familie die Pumpe täglich manuell bedienen.

Er sollte in Gießen in der Tierklinik operiert werden und solange bekam er Entwässerungstabletten, die ihm den Druck auf sein Gehirn schon ganz gut nahmen. In dieser Zeit des Wartens auf die OP fuhr Rays Familie mit dem Wohnwagen in den schon lange geplanten Urlaub. Da die Hunde untereinander sich noch immer nicht so gut vertrugen (und wie sollte das klappen mit dem begrenzten Platzangebot in einem Wohnwagen?), nahm ich Ray für die Zeit zu mir. Es war das erste Mal, dass ich einen blinden Hund bei uns hatte und ich staunte nicht schlecht - und habe heute noch die größte Hochachtung vor diesem kleinen Mann - wie schnell er sich hier zurechtfand, im Haus und im Garten, mit vier Hunden und zwei Katzen. Er war super anhänglich und in dieser Zeit habe ich wohl keine einzige Email geschrieben, bei der er nicht quer auf meinem Schoß lag.

Sicher wussten die Pflegefamilie und ich, dass seine Ausraster, die er ab und an noch hatte, um Ressourcen zu verteidigen, nicht in Ordnung sind und man mit ihm daran noch arbeiten muss, aber mit der Aussicht auf seine baldige OP und deren ungewissem Ausgang habe auch ich ihn nach Strich und Faden verwöhnt und er dankte es mit absoluter Anhänglichkeit und mit nur wenigen „Ausfällen“. Schweren Herzens habe ich ihn nach zwei Wochen wieder der Obhut seiner Familie übergeben und würde jederzeit wieder einen blinden Hund aufnehmen. Mit den richtigen Kommandos, die zumindest Ray sehr schnell gelernt hat, kann man selbst - und vor allem der Hund - sehr gut damit umgehen.

Nach seiner OP, die absolut zufriedenstellend verlaufen ist (und hier berichtet gleich seine Familie weiter) änderte sich auch Rays Verhalten und das Auskommen mit den beiden Rüden der Familie wurde besser, sodass Anja und Maik, Rays Pflegefamilie, mir meinen (heimlichen) größten Wunsch erfüllt haben und den kleinen Findling nun für immer behalten werden. Und das ist schon eine große Aufgabe....aber lesen Sie:

Liebe STREUNERHerzen,

heute möchte ich Euch mitteilen, dass auch Ray Charles sein eigenes Happy End hat: Er bleibt einfach bei uns!!! – Geplant war das so nicht, denn wir dachten eigentlich, dass wir Ray einen Start in Deutschland geben, wenn er von hier aus vermittelt werden kann und er dann einfach seine Familie finden würde.

Aber dadurch, dass seine Krankheit entdeckt wurde, wurden viele Dinge erschwert. Die Zeit, die er in der Klinik in Gießen verbracht hat (nach seiner OP,) war ganz schlimm für uns; wir haben ihn sehr vermisst und uns auch große Sorgen gemacht.

Die Zeit danach war auch sehr emotional, er war ja sehr angeschlagen und brauchte viel Zeit und Zuneigung. Und so kam es, dass es uns am Tage seiner Nachkontrolle in Gießen (Anfang November) wie ein „Schlag“ getroffen hat: Wir können ihn nicht einfach weggeben!!!!

Er wachte aus der Narkose (bedingt durch das MRT) auf und sprang sofort in meine Arme, um sein Köpfchen unter meiner Jacke zu verstecken. Die Ärztin sagte, dass es schon toll wäre, welch ein Vertrauen er zu mir bzw. uns hätte. Und auf einmal war alles klar und deutlich: Er bleibt bei uns - mit allen Wenn und Aber. Wo zwei groß werden, werden auch drei groß. So ist es!

Wir sind uns dessen bewusst, dass es nie ganz einfach mit ihm sein wird, dass er Defizite aufgrund seiner Krankheit hat und dass wir damit leben müssen, dass er ab und an ein aggressives Verhalten zeigt. Jedoch haben wir einen Vorteil: Wir kennen ihn mittlerweile und wir wissen, wie wir sein Verhalten einschätzen können. Das ist sehr wichtig, denn der Kleine ist nicht ohne und auch kleine Hundezähnchen können ziemlich weh tun.

Auf alle Fälle macht er sich richtig gut und wird immer mutiger draußen. Mittlerweile läuft er ohne Leine hinter uns im Wald her, er läuft ohne Leine wesentlich besser als mit Leine. Seine Nase setzt er häufiger ein; es könnte aber noch intensiver sein, das würde ihm vieles erleichtern. Da unsere größeren Hunde im Wald Futterbeutel suchen, bekommt er natürlich auch einen. Das macht er richtig gut. Das Wort „such“ hat schon eine Bedeutung für ihn bekommen. Bevor wir Ray berühren, sagen wir laut „Ray, touch“, damit er sich nicht erschreckt. Auch, wenn wir ihn hochheben „Ray, up“. Das ist nämlich sein größtes Problem: nicht zu wissen, was passiert und dann wird auch schon losgefletscht!

Ich „darf“ ihm mittlerweile ein Jäckchen anziehen und - und das ist das Größte - ein Geschirr anlegen!!!!! Ohne Knurren und Beißen! Die größte Herausforderung ist für uns, ihm die Krallen zu stutzen. Wir üben noch!!!!!

Die Nachkontrolle im Januar bezüglich seines Shunts war sehr gut, wir haben auf Anraten der Ärzte noch einmal seine Augen kontrollieren lassen. Die Sehnerven sind tatsächlich verkümmert, da ist nichts zu machen, aber die Aufnahmen haben gezeigt, dass die Adern in den Augäpfeln sehr durchblutet sind, ein Zeichen für Bluthochdruck. Das wird im März jedoch noch einmal kontrolliert, es kann sein, dass er dann noch ein MRT benötigt.

Die Untersuchung des Liquors (Hirnwasser) war positiv: Es sind nur wenige Proteine vorhanden (diese bilden sich aufgrund des Fremdkörpers im Kopf). Wir sollen ihn 1x/Woche pumpen, damit das System durchspült wird. Lässt er mittlerweile auch zu, und wenn er mal schlecht drauf ist, dann gibt es vorne Leberwurst aus der Tube und hinten am Hals wird gepumpt. Er lässt sich ganz gut überlisten.

Wir möchten den kleinen Mann nicht mehr missen und freuen uns jeden Tag über unsere drei Goldschätze (2x Mallorca, 1x Sardinien). Unsere Hunde sind (fast) überall mit dabei und es finden sich zum Glück auch immer liebe Menschen, die einen mit drei Hunden aufnehmen. So haben wir schon schöne Tage in Holland (Wohnwagen) und im Allgäu (Ferienwohnung) verbracht.

Ray lässt sich nicht unterkriegen, er hat jede Wandertour mitgemacht, der holprigste und steilste Weg ist kein Hindernis für ihn. Und wenn die kurzen Beinchen nicht mehr können (das kann allerdings dauern), nimmt man ihn einfach auf den Arm.

Gerne möchte ich mich noch einmal bei allen bedanken, die an ihn gedacht haben. Und auch dem Verein „STREUNERHerzen“, der ihm größtenteils die OP möglich gemacht und ihm dadurch die Chance auf ein halbwegs normales Leben gegeben hat.

Die Prognosen sind richtig, richtig gut. Vielen Dank!!!!!!! Und mein Appell an mögliche Adoptanten: Blinder Hund? Na, und???!!!!!!!! Traut Euch, es ist absolut kein Problem für einen Hund, ohne seine Augen zurechtzukommen. Bei uns läuft es so normal, dass wir manchmal vergessen, dass er blind ist. Gewisse Vorkehrungen muss man treffen, aber die sind wirklich minimal. Meldet Euch, wenn Ihr Fragen habt!

&xnbsp;Ray ist zu Hause, und das ist auch gut so!!!!!!!

&xnbsp;Liebe Grüße, die ehemalige Pflegestelle jetzt Mama und Papa von Ray (mit den großen Brüdern Milú und Jimmie)

Ray ist also zu Hause....und das endgültig seit dem 16.11.2016 in 56410 Montabaur.


ZurückWeiter

Lesen Sie hier die ganze Geschichte von unserem SOS Hund Ray Charles

Eine aufwändige OP ist seine einzige Chance...

Als wir den winzigen Ray Charles in die Vermittlung aufnahmen, wussten wir, dass er blind ist, ohne Sehnerven geboren. Recht bald meldete sich eine Pflegestelle für ihn und der Knirps durfte ausreisen.

ZurückWeiter

Nach kurzer Zeit fiel sein aggressives Verhalten auf und da dies in der Form nicht nur daran liegen konnte, dass er nicht erzogen war oder an Größenwahn litt, wurde Ray in der Tierklinik Mönchengladbach gründlich untersucht und mit der Schwere der Krankheit hätten auch wir nicht gerechnet. Ray leidet an einer schweren Form von Hydrozephalus internus, einem Wasserkopf.

Dadurch bedingt hatte er wohl zeitweise rasende Kopfschmerzen, die sein Verhalten erklären.

Seine einzige Chance ist eine OP, in der ein Schlauchsystem eingesetzt wird, das unter der Haut verläuft zwischen Gehirn und Bauchraum. Über diesen sogenannten ventrikulo-peritonealen Shunt kann der Liquor ablaufen und der Druck im Gehirn sinkt.

Ray bekommt zur Zeit Schmerzmittel und Kortison und schon unmittelbar nach Beginn der Therapie hat sich sein Verhalten um 180 Grad verändert. Ray ist eine Zuckerschnute, er kann nie genug Streicheleinheiten bekommen und liebt es, auf dem Schoß seines Menschen eingerollt zu liegen und zu träumen…..von einem Leben (fast) ohne Einschränkung...

Er ist ein agiler, junger Hund, dem man seine Blindheit kaum anmerkt, er ist zu Menschen und Tieren gleich freundlich und freut sich über jedes liebe Wort, das man an ihn richtet.

Eine dauerhafte medikamentöse Therapie allein reicht leider nicht aus, da dadurch nicht aller Druck im Gehirn abgebaut wird, die OP ist unumgänglich und je eher sie erfolgt, desto besser, damit sich das Gehirn schnell erholen kann.

Mit den Kosten für das MRT und sämtlichen Untersuchungen, sowie den OP-Kosten und der einwöchigen stationären Aufnahme in der Klinik kommen auf unseren Verein Kosten von rund 3000 € zu, die wir unmöglich alleine stemmen können, deshalb bitten wir Sie herzlich, dem kleinen Ray ein sorgenfreies Leben ohne Schmerzen zu ermöglichen und für ihn zu spenden (Betreff: "Hilfe für Ray"), er kann mit dem Shunt gut und gerne noch 10 Jahre sein Leben genießen.

Bitte lassen sie den kleinen Kämpfer nicht im Stich, er hat es so sehr verdient, noch viele Jahre behütet und geliebt zu werden.


Update 18.08.2016

Ray wurde vorgestern operiert. Der Arzt hat uns kurz informiert, dass die OP sehr gut verlaufen ist und der Shunt gut sitzt. Es gab keinerlei Komplikationen. Nun sind wir gespannt wie schnell der kleine Mann wieder auf die Pfoten kommt und sich sein Verhalten ändert. Sobald wir aktuelle Bilder haben, stellen wir diese natürlich ein!


Update 26.08.2016

Kleiner Hund, großer Kämpfer.

Unser kleiner Ray wurde am 16.8. in Gießen operiert. Die Operation ist komplikationslos verlaufen und Ray hat alles gut überstanden. Gestern hat ihn seine Pflegestelle nach Hause holen können. Als sie ihn in der Klinik abholten, hat das clevere, kleine Kerlchen sie gleich erkannt. Er muss noch weiterhin Antibiotika nehmen und auch die Gefahr eines Hirnkollaps ist noch nicht gebannt, aber der Shunt funktioniert, wie er das sollte und nächste Woche werden die Fäden gezogen.

Sein wunderschönes, schokobraunes Fell wird nachwachsen und Ray in ein paar Wochen hoffentlich ein unbeschwertes Leben führen können.

ZurückWeiter


Update 30.10.2016

Liebe Spender und Interessierte,
wir, die Pflegestelle für den kleinen Knirps, möchten uns gerne recht herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie für Ray gespendet und Interesse an seinem Schicksal haben. Heute möchten wir Ihnen berichten, wie es ihm nach der OP ergangen ist:

Der kleine Hundebub ist vor knapp zwei Monaten operiert worden und man kann feststellen, dass er sich sehr verändert hat. Sein aggressives Verhalten ist fast verschwunden (am Rest arbeiten wir, denn das scheint ein Erziehungsproblem zu sein), man kann ihn besser anfassen, er ist wesentlich berechenbarer geworden. Wenn man bedenkt, wie er vorher war, könnte man meinen, dass wir nach der OP einen völlig anderen Hund zurück bekommen haben. Es blutet uns das Herz, wenn wir an die Zeit zurückdenken, die er bellend, fletschend und zitternd in seinem Körbchen verbracht hat, ohne dass man ihm sich nähern oder ihn anfassen konnte. Was muss er für Schmerzen gehabt haben! Vorbei sind auch die Zeiten, wo man Angst haben musste, dass er von jetzt auf gleich einfach zubeißt. Man kann wunderbar mit ihm kuscheln und ist dabei nicht ständig auf der Hut. Mittlerweile wissen wir, wann wir ihn in Ruhe lassen müssen und wann wir uns nähern dürfen. Er wird sicherlich nie ein „Schoßhündchen“ sein; er wird immer „besonders“ bleiben, aber es fällt einem wesentlich leichter, damit umzugehen.
Ray ist ein wirklich tapferes, starkes Kerlchen, dem man manchmal überhaupt nicht anmerkt, dass er blind ist. Die Menschen schauen ihn erstaunt an, wenn sie es erfahren. Wandern, am Strand spazierengehen, im Garten toben, das ist alles kein Problem für ihn. Er rennt unseren Hunden hinterher oder läuft vorneweg (und alle folgen ihm!). Man muss ihn eher ausbremsen, dass er nicht übertreibt, auf das Wort „langsam“ hört er schon recht gut. Er flitzt nämlich gerne einfach mal los und benutzt die Nase nicht, um seine Umgebung auszuloten. Richtig Spaß hat er, wenn man ihm im Wald eine „Futterspur“ legt. Er findet jedes kleine Bröckchen und lässt nicht eher los, bis wirklich alles gefunden ist.
Er zieht die komplette Aufmerksamkeit auf sich. Er ist ja sehr klein und wir werden ständig angesprochen. Anfangs nach der OP hielten viele den Atem an, als sie ihn sahen: Ray quasi zweigeteilt, eine Seite mit Fell, eine ohne und dann dazu der sichtbare Schlauch. Mittlerweile wächst sein Fell richtig gut nach und die Konturen des Schlauches verschwinden immer mehr. Wahrscheinlich wird man immer ein wenig davon sehen können, aber dies stört nicht. Momentan muss er einmal am Tag „gepumpt“ werden. Dies geschieht über ein Reservoir im Nacken. Meistens klappt das gut zu zweit (vorne Tubenleberwurst, hinten pumpen), mittlerweile kann man das auch mal ausprobieren, wenn er vor einem sitzt. Gepumpt werden muss er, damit der Schlauch im Kopfbereich von Proteinen befreit wird (eine normale Abwehrreaktion des Körpers).
Ein Kontroll-MRT wird er Anfang November haben, dann erfahren wir u. a. auch, ob wir weiterpumpen müssen oder ob das Ventil, welches in seinem Bauch sitzt, dies nun alleine übernimmt. Alles in allem macht uns der Kleine manchmal sprachlos und wir sind wirklich ergriffen, wie gut er im Leben mittlerweile zurechtkommt. Und wir sind froh und dankbar, dass Ray diese Chance bekommen hat. Eine Chance auf ein halbwegs normales Leben, ohne Schmerzen. Deshalb noch einmal ein großes Dankeschön an alle, die ihn unterstützt haben und vielleicht noch unterstützen werden.

ZurückWeiter



© 2013 STREUNERHerzen e.V.    Sitemap   |    Links   |    Kontakt   |    Bankverbindung   |    Impressum