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Pertini

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Was lange währt, wird endlich gut

Aber dass es so lange dauern würde, damit hatte ich nicht gerechnet! Es war wirklich ein hartes Stück Arbeit, bis mein Frauchen endlich begriffen hat, dass ich mein Zuhause schon längst gefunden hatte - dabei ist sie doch sonst so schlau…tzzz, Menschen sind manchmal wirklich komisch.

Meine Geschichte begann 2014, ich war einer von diesen unzähligen, ungewollten Hunden auf Sardinien. Niemand fühlte sich für mich verantwortlich und so lebte ich gemeinsam mit meiner Schwester auf der Straße und landetet 2015 in der L.I.D.A. in Olbia. Dort gab es zwar regelmäßig Futter, aber ich war voller Angst und eingesperrt mit all den anderen Hunden, von denen ich ständig gemobbt wurde. Und wenn ein Mensch mein Gehege betrat, lief ich sofort zitternd in die Hütte und versteckte mich.

Im November 2015 packten die Menschen aus dem Tierheim mich dann zusammen mit meiner Schwester in eine Box und sie brachten uns zum Flughafen nach Olbia – und ihr könnt mir glauben, meine Angst wurde noch viel größer! Am Düsseldorfer Flughafen wurde ich dann von meinem Pflegfrauchen erwartet. Ich hatte mich in die hinterste Ecke der Box gedrängt und hätte mich am liebsten unsichtbar gemacht. Mein Pflegefrauchen stand da und ihr schien es auch nicht gut zu gehen, denn da kullerte ein Tränchen an ihrer Wange herunter, als sie mich erblickte. Sie nahm mich mit und ich hatte keine Ahnung, was mich als nächstes erwarten würde.

Na ja, ich war schon ziemlich begeistert über das tolle Futter und das Hundebett, das mich dort erwartete – ihr könnt euch nicht vorstellen, wie weich und kuschelig es darin ist! Das hat mir auf Anhieb ziemlich gut gefallen. Überhaupt war mein Pflegefrauchen irgendwie ganz anders - finde ich jedenfalls – sie war so nett und fürsorglich, dass ich mich schon bald ziemlich wohl fühlte, wenn sie bei mir war. Nach einiger Zeit musste ich mir eingestehen, dass ich mich in sie verliebt hatte… aber nur ein bisschen. Mit ihr war alles nur halb so schlimm, sie war überhaupt nicht furchteinflößend und schon bald hatte ich in ihrer Gegenwart kaum noch Angst. Sie streichelte mich, ohne dass ich zittern musste und wenn sie mit mir redete, wackelte meine Rute ganz automatisch. Das war ein schönes Gefühl.

Trotzdem schien mein Pflegefrauchen mich nicht haben zu wollen, denn eines Tages schleppte sie mich an einen unruhigen Ort, wo es mir überhaupt nicht gut gefiel! Da waren viel zu viele Menschen und Kameras, alle waren nett zu mir und wollten mich mit Leckerchen bestechen! Pustekuchen! Nicht mit mir! Die Leute sprachen von „Tiere suchen ein Zuhause“ und ich wusste nicht, was das zu bedeuten hatte und warum ich überhaupt dort war. ICH suchte jedenfalls kein Zuhause! Vor der Kamera zitterte ich dann wieder so wie damals, als ich im Tierheim war und ich war froh, als mein Frauchen mich wieder mit nach Hause nahm! Puh, da hatte ich wohl noch mal Glück gehabt!

Dennoch kamen ab und zu immer mal wieder Menschen, die mich kennenlernen wollten und ich gab mir die größte Mühe, dass sie sich nicht in mich verliebten. Ich zeigte mich von meiner schlechtesten Seite, denn ich wollte auf keinen Fall ein neues Zuhause! Mein Frauchen schien irgendwie auch zu leiden, denn ich hab sie ab und zu belauscht, wenn sie mit meiner Vermittlerin telefonierte. Sie sagte dann so was wie: „Ich würde ihn wirklich am liebsten behalten, aber Pertini und Enio verstehen sich nicht – das wird nicht funktionieren.“ Was konnte ich denn dafür? Für mich stand jedenfalls fest, dass ich hier nie wieder ausziehen würde, nur wollte mein Frauchen das noch immer nicht verstehen! Irgendwann schleppte sie mich wieder an diesen Ort mit den vielen Kameras und das Spiel wiederholte sich.

Als auch dieser Auftritt ohne Erfolg blieb und ich mich mittlerweile auch in der Gegenwart anderer Hunde manchmal daneben benahm, kam irgendwann ein riesengroßer Mann zu uns - sein Name war Hundetrainer. Hm, allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass dieser Mann Menschen trainiert, denn mein Frauchen versuchte, sich jedes seiner Worte zu merken und ihr qualmte schnell der Kopf. Sie schien begeistert über seinen Besuch zu sein – und das, obwohl der Hundetrainer das Verhalten ihres kleinen Enios als „Napoleon Syndrom“ bezeichnete. Ihrem Blick konnte ich entnehmen, dass sie ein bisschen entsetzt über diese Aussage war, aber es hinderte sie nicht daran, den Hundetrainer zusammen mit Enio und mir schon bald wieder zu besuchen. Seitdem sie Kontakt zu ihm hat, verhält sie sich uns gegenüber irgendwie anders, aber es ist für uns beide sehr angenehm. Enio und ich haben überhaupt keine Lust mehr, uns zu streiten und eines Tages rief Frauchen dann meine Vermittlerin an und sagte, dass sie mich nie wieder hergeben wird! Na also, geht doch!

Mannomann hat DAS gedauert! Zwei Jahre musste ich kämpfen, bis auch mein Frauchen endlich begriffen hat, dass wir zusammen gehören. Aber besser spät als nie!

Pertini ist offiziell am 06.11.2017 in sein Zuhause nach Rheinberg gezogen. Ich möchte seinem Frauchen ganz herzlich für ihre Geduld danken, die sie mit Pertini hatte. Sie hat immer an ihn geglaubt und diese Geschichte ist für mich ein gutes Beispiel dafür, dass sich jeder Weg lohnt zu gehen, auch wenn er noch so steinig ist. Es ist ein ganz besonders schönes Happy End und ich wünsche Pertini, seinem Frauchen und seinen Hundekumpels viele gesunde und glückliche gemeinsame Jahre.


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