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Paolino

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Paolino - dein Schicksal teilen viele Hunde in unserem Partnertierheim!

Als ich Ende Mai in unserem Partnertierheim war, kam ich in ein Gehege mit vielen kleinen Junghunden zwischen acht und zwölf Monaten. Eine Helferin zog mich in das Gehege, weil sie wollte, dass ich eine Hündin fotografiere und ihr ein Zuhause suche. Der Bitte kam ich nach. Nachdem in dem Rudel von ca. zehn Hunden Ruhe eingekehrt war, konnte ich mich in Ruhe umsehen, das Zusammenleben der Tiere beobachten. Dabei fiel mir auf, dass der größte Rüde (ca. 48 cm) immer wieder an einer Hütte vorbeischlich, stehenblieb, kurz einen Seitenblick hinein warf und wieder weiterging. Das wiederholte sich ein paar Mal und man konnte deutlich erkennen, dass seine Absichten nicht freundlich waren, so dass mir klar war: In dieser Hütte sitzt ein Hund. Langsam näherte ich mich der Hütte und schaute vorsichtig hinein. Ich werde dieses Gesicht nie vergessen, ein hübsch gezeichnetes Gesicht mit großen Augen. Der schwarze Rüde kam und der junge Hund in der Hütte zog sich noch weiter zurück.

Zuerst musste ich nun dem großen schwarzen Hund klar machen, dass es sich hierbei ab sofort um meinen Hund handeln würde und er kein Dominanzverhalten in meinem Beisein zeigen dürfte. Er verstand schnell, versuchte dann mir zu gefallen und bettelte um Aufmerksamkeit. Ich ging wieder zur Hütte und zog den jungen Hund heraus. Er ging ein paar Schritte und kauerte sich an dem Betonsockel zusammen. Ein bildschöner Hund, ein Rüde, jung und in großer Angst vor dem schwarzen Rüden. Dieser beobachtete uns, traute sich aber nicht mehr einzugreifen und hielt Abstand zu uns. So konnte ich Paolino, so hieß der kleine Hund in der Hütte, wie wir heute wissen, streicheln und beruhigen. Er wurde zusehends munterer und aufgeschlossener. Schnell hatte er verstanden, dass der schwarze Hund ihm nichts tun würde, so lange ich im Gehege war. Trotzdem bewegte er sich langsam und vorsichtig.

Jetzt konnte ich Fotos machen und mich mit ihm befassen. Und eins war mir sonnenklar, der kleine Mann hatte nichts zu lachen in diesem Gehege und vielleicht würde es sogar in einer Beißerei enden, wenn sich die Möglichkeit für den schwarzen Rüden ergeben würde. Ich verließ das Gehege, Paolino flüchtete sich sofort wieder in seine Hütte und der schwarze Rüde nahm seine Position davor wieder ein. Ich ließ mir alle Daten geben, sagte der Tierärztin, dass Paolino dort keine gute Stellung hat. Mit schönen Fotos und allen Daten in der Tasche verließ ich abends das Tierheim. Von meiner Unterkunft rief ich meine Kollegin an und bat sie, möglichst nach einer Pflegestelle für einen jungen Rüden Ausschau zu halten. Er musste dringend raus. Bereits zwei Tage später erreichte uns eine Mail von der Tierheimleitung mit Bildern von einem Hund, der am ganzen Körper Bisswunden hatte. Meine Kollegin rief mich auf Sardinien an und teilte mir mit, dass vermutlich Paolino der zerbissene Hund wäre. Sofort fuhr ich hin und tatsächlich - Da kauerte der kleine Paolino auf der Piazza zwischen all den alten und kranken Hunden und hatte zerrissene, blutige Ohren und ein wüstes Fell. Es war passiert. Noch von der Piazza rief ich wieder meine Kollegin an und bestätigte ihr ihre Vermutung. Dabei erzählte sie mir von einer Anfrage einer Familie aus Deutschland, die einem in Not geratenen Hund helfen wollten. Ich schickte alle Fotos und Daten von Sardinien nach Deutschland und kurze Zeit später stand fest, Paolino sollte es sein. Auch wenn es schon zu spät war für diesen Rüden, ich wusste nun, dass sein Leben sich ändern würde.

In Deutschland zurück, bekamen wir die Nachricht, dass eine weitere kleine Hündin in diesem Gehege tot gebissen wurde und sie endlich den Rüden rausgenommen hätten. Valentina, die Zwillingsschwester von unserem Valentio (Vermittlungshund), war nicht mehr da, einfach ausgelöscht. Paolino hatte wirklich Glück gehabt, dass er nicht getötet worden ist!

Am 03.07. war es endlich soweit, die Papiere waren ausgestellt, die Tollwutimpfung über 21 Tage alt und Paolino konnte nach Köln reisen. Es war ein Nachtflug und so versammelten sich Pflegestellen und Adoptanten nachts am Flughafen Köln. Alle fieberten ihren Tieren entgegen und als dann die Familie von Paolino vor mich trat, erfüllte mich ein großes Glück. Paolinos Adoptivmama war mit ihren Kindern und einem Enkelkind angereist, um Paolino abzuholen. Eine ganz wunderbare freundliche und herzliche Familie und versiert im Umgang mit Hunden. Beide Töchter haben ebenfalls Hunde und so konnte Paolino sich glücklich schätzen, bald gut aufgefangen zu werden. Endlich kam unsere Kollegin mit den Hunden an.

Als Paolino an der Reihe zur Übergabe war, schauten mich seine großen Kulleraugen an. Innerlich machte ich einen Freudentanz, zog ihn vorsichtig aus seiner Box. Er kauerte am Boden, verstand die Welt nicht mehr. Sicherheitsgeschirr und Halsband wurden ihm angezogen und den ersten Kontakt zu seinem Frauchen ließ er starr über sich ergehen. Wenn er nur wüsste. Laufen wollte er noch nicht, aber tragen ließ er sich ohne Probleme. Paolino war endlich angekommen!

Die nächsten Tage liefen recht gut für so einen eher zurückhaltenden Hund. Mittlerweile sind sechs Wochen vergangen und Paolino hat sich richtig gemausert. Lesen Sie selbst, was seine Familie schreibt:

Liebes STREUNERHerzen-Team,
inzwischen bin ich schon fast sechs Wochen bei meinem neuen Frauchen und der gesamten Familie mit noch zwei Kumpeln "angekommen".

Bei meiner nächtlichen Ankunft am Flughafen war ich noch sehr verschreckt und habe mich lieber zum Auto tragen lassen! Als wir endlich zu Hause ankamen, warteten dort schon meine neuen Kumpel Miro und Emma, die mich freudig begrüßten. Danach wollte ich eigentlich nur noch schlafen und mich von dem ganzen Stress erholen. Mein Frauchen hat ihr Camping-Bett neben meinem neuen bequemen Körbchen aufgestellt, falls ich nachts mal raus gemusst hätte- was aber nicht der Fall war! Ich habe auf jeden Fall besser geschlafen als sie!

In den nächsten Tagen lernte ich Spaziergänge, Gras und Felder kennen und lieben und so manche Leckerei :-) !!!

Da ich mich so gut benommen habe - die sagen alle, ich bin ein Musterschüler - "musste" ich nach neun Tagen mit dem ganzen Rudel in den Urlaub fahren, was gar nicht schlecht war, den so konnte ich gleich alle um die Pfote wickeln und wir konnten uns aneinander gewöhnen !

Am Ende des Urlaubs durfte ich am Strand fetzen und mich endlich mal richtig bewegen - seitdem bin ich begeisterter Freigänger …und wenn Frauchen mich ruft, komm ich fast immer sofort :-) !

Ich lieb es, mit Emma über die Wiesen zu flitzen - Miro muss leider zuschauen, da er schon älter ist.

Ich bin euch sehr dankbar, dass ihr mir all das ermöglicht habt!

Euer Paolino / Pauli

Das letzte Telefonat mit Frauchen hatte ich vor wenigen Tagen. Pauli, von der Enkelin "Schmatzewurm" genannt, ist einfach ein super verschmuster, liebenswerter Kerl geworden. So viel kennt er schon, er blüht auf und genießt jeden Tag und Frauchen auch.

Pauli hat das Kapitel "gemobbter Hund" hinter sich gelassen und ist freundlich von den vorhandenen Hunden aufgefangen worden. Mit ihnen erlebt er viele Abenteuer, saust durch die Felder und freut sich, abends mit Frauchen nach Hause in die eigenen vier Wände zu fahren. Hier wird geschmust, was das Zeug hält.

Zwei Herzen haben sich gefunden und werden noch viel gemeinsam erleben.

Wir sind unendlich dankbar, dass Paulis Frauchen "ja" gesagt hat zu einem Notfall, den sie nicht kannte und vielleicht auch ursprünglich gar nicht ihr "Beuteschema" war. Aber es passt und es hat so sein sollen und nichts in der Welt wird dieses tolle Gespann mehr auseinander bringen.

Macht's gut Ihr Zwei und lasst Euch mal blicken auf einem unserer Go For… Spaziergängen. Wir sind glücklich, wieder einen der Notfälle loslassen zu dürfen.

"Schmatzewurm" hat am 03.07. sein zweites Leben in 41063 Mönchengladbach begonnen.


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