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Leopold

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Leopold – ein langer Weg vom Angsthund zum Familienhund!

Leopold und seine Geschwister durfte ich im Mai 2014 kennenlernen. Sie waren auf der Krankenstation unseres Partnertierheims der L.I.D.A. Olbia auf Sardinien. Hier kämpften die kleinen, dürren Jagdhunde um ihr Leben. Täglich legten wir sie an den Tropf, spritzen verschiedene Medikamente und fütterten sie. Als ich nach zwei Wochen abreiste, waren sie relativ stabil, aber noch nicht über den Berg.

Ein paar Tage nach meiner Ankunft starb eine Hündin, alle anderen haben so gekämpft und überlebt. Für mich war klar, diesen Wurf mussten wir STREUNERHerzen vermitteln. Jeder von Ihnen sollte ein tolles Zuhause erhalten und die Chance ein artgerechtes Leben zu führen, bevor sie in einem der über 100 Gehege verschwanden und nie wieder gesehen werden.

Zwei kamen recht schnell, als Welpen, auf Ihre Endstellen. Sie zeigten schon durchaus heftige Ängste vor dem Menschen und der Umwelt. Aber beiden Familien gelang es, durch den vorhandenen Ersthund und ihre Erfahrung, sowie Training, beide Hunde ins Leben zu führen.

Dann kam Leopold auf eine Pflegestelle nach Dortmund. Er war der heftigste Angsthund unter den Geschwistern, wie sich erst nach Ankunft in Deutschland herausstellte. Leopold hatte sich angewöhnt die Menschen wegzuschnappen und somit seinen Willen zu bekommen, in Ruhe gelassen zu werden. Er zog es vor im Haus seine Notdurft zu verrichten und den Garten zu boykottieren und dort eher in Angst erstarrt zu verharren als auch nur einen Schritt zu gehen.

Das konnten wir natürlich nicht zulassen und so war unerbittliches Training angesagt. Von Anfang an aber, kuschelte er eng mit seiner Pflegemama, die sogar mit ihm auf dem Sofa im Wohnzimmer schlief. Langsam, langsam machte er Fortschritte. Der vorhandene Jagdhund unterstütze ihn dabei leider nicht wirklich, weil er Leopold einfach ignorierte. Jede Annährung von Leopold an den vorhandenen Rüden wurde von diesem abgelehnt.

Doch genau dieses Training mit Leopold schweißte ihn immer mehr mit der Familie zusammen und schlussendlich viel die Entscheidung, als eine ernsthafte Anfrage nach vielen, vielen Monaten kam, dass er in der Familie bleiben sollte.

So bezog Leopold sein Körbchen ganz offiziell am 08.01.2016 in Dortmund. Nach fast genau 15 Monaten konnte sich keiner mehr ein Leben ohne den hübschen Jagdhund vorstellen.

Lesen Sie selbst was die Familie über ihren Pflegehund schreibt:

Liebe Steffi,

er macht sich immer mehr. Zwar ist er oft noch ängstlich, oder eher sehr vorsichtig und unsicher und fremde Menschen findet er immer noch blöd, aber wenn die Leckerchen hervorgeholt werden, vergisst er seine Angst und holt sie sich ganz vorsichtig ab.

Familienmitglieder werden fast gar nicht mehr verbellt, das ist schon eine große Erleichterung. Es ist aber auch abhängig davon, ob wir mit den Schilddrüsentabletten mal schlunzen. Also unsere Schuld, wie so vieles.

Die Hundetrainerin macht mich gerade auf all meine Fehler aufmerksam, denn durch unseren doch sehr schweren Start vertraue ich ihm immer noch nicht hundertprozentig. Tja : unsicherer Hund und unsicherer Mensch in vielen Situationen... oft keine gute Konstellation. Aber wir arbeiten dran, heute haben wir beim Longieren das erste Mal ohne Leine gearbeitet und es hat super geklappt.

Wir werden jetzt noch mal ein paar Einzelstunden nehmen, damit wir das Leinenpöbeln bzw. Teampöbeln mal richtig in den Griff bekommen, aber auch da bin ich, glaube ich, das Kernproblem. Er reagiert nach wie vor sehr sensibel auf kleinste Veränderungen und bei neuen Dingen braucht er viele Wiederholungen.

Ansonsten ist unser Pöldchen ein Riesenschmuser, immer auf Körperkontakt aus. Auch ein Jäger, ständig jagt er Vögel oder Eichhörnchen, zuletzt hat er mir ein Mäuschen gebracht. Und so langsam versteht er auch, dass Hund Frauchen nicht wach schlecken muss, sobald der Wecker klingelt :-)

Am liebsten ist er draußen, bei Wind und Wetter, er stromert gern ewig durch den Garten, knipst sich frische Stöckchen von den Sträuchern und begrüßt jeden Nachbarn lauthals.

Wir haben uns ja eigentlich lange eingeredet, dass Leopold weiter ziehen wird, aber ich glaube fast, dass das von Anfang an zum Scheitern verurteilt war. Heute bin ich richtig froh, dass sein 6er im Lotto nicht angefragt hat, denn wir arbeiten dran, es zu werden. Es wird wohl noch dauern, aber wir werden es hinkriegen. Irgendwann werden wir ein Traumteam sein!

Es gibt nur zwei Dinge, die mich dabei ein wenig traurig machen: Erstens, dass ich jetzt keine Pflegestelle mehr sein kann und zweitens, dass sein Bruder Leonard noch "inhaftiert" ist.

Grüße, Tanja

Und so freuen wir uns mit Leopold, dass er seine Familie gefunden hat und hoffen, dass er sich weiterhin entwickelt um dann zu einem richtigen unkomplizierten Familienhund zu werden. Der Familie danken wir von Herzen, dass sie in all diesen schwierigen Zeiten immer zu Leopold gestanden haben. Nie wurde über eine Umsetzung gebeten und durch alle schweren Zeiten sind sie gemeinsam mit dem kleinen Angsthund gegangen. Wir sind ebenfalls traurig eine so gute und stabile Pflegestelle verloren zu haben und hoffen aber, dass sie uns im Herzen immer folgen werden und vielleicht auch zu unserem Sommerfest am 26.06. kommen werden um der Tierheimleitung und der Tierärztin Leopold zu präsentieren.


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