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Nerina

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– Glück in letzter Minute

Die Anfrage der Familie war eigentlich für eine andere Hündin gedacht, die hatte aber schon ihr Zuhause gefunden und so kam Nerina ins Spiel. 14 Jahre, Schlaganfall, wackelig auf den Beinen, eine Beule am Bauch, die ziemlich sicher ein bösartiger Tumor war, und noch einige Baustellen mehr, aber nichts hat die Adoptantin abgehalten, Nerina eine letzte schöne Zeit zu machen.

Eigentlich war klar, Nerina wird eher ein Hospizhund, als ein Familienhund werden, dennoch hat die Entscheidung nicht mal 2 Stunden gedauert und Nerina hatte ein Hause - und das, obwohl die Adotantin eine ausgewachsene Angst vor großen und schwarzen Hunden hatte - und Nerina war, Sie ahnen es bereits, groß und pechschwarz.

Als Nerina nach Berlin kam war sie völlig durch, konnte nicht aufstehen und war komplett überfordert. Sehr scheu, aber unglaublich lieb, hat ihre neue Familie sie von der ersten Minuten an ins Herz geschlossen. Die alte Dame hatte es nie, nie gut in ihrem Leben und nun hatte sie so ein unglaubliches Glück mit ihrer neuen Menschin, die alles, wirklich alles für diesen Hund tat.

Nerina bekam jeden Tag 3-4 mal Huhn oder Schabefleisch und sie schaffte es tagsüber noch, sich selbstständig im Garten zu lösen. Nachts sah das dann schon anders aus, aber Nerinas neue Familie schaffte mehrere Kuschelkörbchen, alle mit Inkontinenzunterlagen ausgestattet, für die old Lady an, Nerina konnte frei nach belieben immer ihren Platz wechseln und wenn das Pipi lief, dann war das eben so. Selbstverständlich waren die Liegeplätze im Haus so gewählt, dass sie immer freie Sicht hatte und sich nicht bedrängt fühlen musste.

Auch gab es mehrere Gärten, so dass die Maus immer schauen konnte, ob sie ihr Haupt im Schatten, oder doch lieber in der Sonne betten möchte. Meistens bevorzugte sie den Schatten, dort lag sie dann - teilweise in ihrer eigens gebauten Hütte - und schaute in den Garten. Das erste Mal Rasen unter den Pfoten, das erste Mal Blumen im Blick. Kein Beton, kein Gitterstäbe, kein Krach, keine Eintönigkeit, sondern eine Frau, die ihr Ruhe, Geborgenheit, Sicherheit und Liebe schenkte obwohl sie wusste, das Nerinas Tage gezählt sind. Aber auch Auch Nerina hatte ein Geschenk für ihren Menschen im Gepäck: Die Adoptantin hat ihre Angst verloren, die Angst vor großen, schwarzen Hunden.

Leider war die Idylle nur von kurzer Dauer. Der Tumor wuchs von erbsen- zu handballgröße und nach nur sehr kurzer gemeinsamer Zeit musste die Grand Dame ihre Heimreise angetreten. Aber sie wurde geliebt, sie hat erfahren was es bedeutet, ein zu Hause zu haben, hat die Farben der Natur sehen können, streichelnde Hände erleben dürfen, bekam an ihrem letzten Tag ein Argus Rindersteak und hat dann ihren Körper friedlich und zufrieden in den Armen ihrer Menschin verlassen dürfen.

Und wir sind voll des Dankes und unglaublich berührt von der intensiven Betreuung und Liebe, die Nerina in ihren letzten Wochen noch erleben durfte. Was für eine Geschichte, Nerina war kein Pflegehund, sie starb als Familienhund. Und das, obwohl alle wussten, es wird nur eine kurze gemeinsame Zeit geben. Menschlichkeit in Reinkultur. Vielen, vielen Dank dafür!

Und nun bleibt uns nur noch zu sagen: Nerina, vieles in deinem Leben war schrecklich, aber wir freuen uns, dass du wenigstens in den letzten Wochen erfahren hast, was Liebe ist. Run Free, du kleine Maus, es gibt hier Menschen, die dich wirklich, wirklich vermissen.




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