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Fiume

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Fiume

Lieber Fiume,

nach fast 11 Jahren Trostlosigkeit durftest du Ende August 2018 dein Köfferchen packen und deine Reise in eine dir unbekannte Welt antreten. Als ich nach deiner Ankunft die Box in unserem Garten öffnete, schauten mich zwei angsterfüllte Augen panisch an. Ungläubig und völlig überwältigt kamst du langsam herausgekrochen und schnuppertest den Boden ab. Nach wenigen Metern hast du dich hechelnd auf den Rasen gesetzt. Zum ersten Mal in deinem Leben spürtest du Gras unter den Pfoten, zum ersten Mal andere Gerüche, Geräusche und deine Augen durften etwas anderes sehen als Betonboden und Gitterstäbe. Du warst völlig überfordert, zittertest am ganzen Körper - ich setzte mich neben dich auf den Boden, streichelte dich und mir liefen dicke Tränen übers Gesicht! Du schautest mich skeptisch an und ich versprach dir, das allerbeste Zuhause für dich zu finden.

Ich habe mein Versprechen eingehalten, denn wir fanden tatsächlich das allerbeste Zuhause für dich – eine Familie, die dich geduldig auf deinem Weg begleitete und dich von Herzen geliebt hat. Leider hattet ihr nur noch 15 gemeinsame Monate, aber ich bin dankbar dafür, dass du erleben durftest, wie es sich anfühlt , eine Familie zu haben, umsorgt zu werden und in einem weichen Körbchen zu liegen. Du bist als geliebter Hund von dieser Welt gegangen - mach es gut mein großer Schatz, ich werde dich niemals vergessen. Deine Vermittlerin

Lesen Sie hier die Abschiedszeilen von Fiumes Familie:

Als wir Lazlo (damals hieß er noch Fiume) im Oktober 2018 zu uns holten, sahen wir einen Hund, der vor Angst förmlich erstarrt war. In den ersten Wochen rührte er sich nur freiwillig von seinem Platz, wenn er dachte, es wäre niemand im Haus oder alle schliefen. Die Integration mit unseren anderen Hunden lief völlig unspektakulär: Sie beachteten ihn überhaupt nicht, behandelten ihn, als wäre er Luft. Nach einiger Zeit merkten wir aber doch, dass er nach unserem alten Huskyrüden Ausschau hielt und sich an ihm orientierte. Etwas später zog dann eine sehr junge und freundliche Hündin bei uns ein, die Lazlo jeden Morgen mit Küssen überfiel und sich nicht so einfach ignorieren ließ. Und siehe da, so langsam taute Lazlo auf. Über jeden Fortschritt haben wir uns gefreut: Das erste Wedeln, der erste von ihm gesuchte Kontakt, wie er langsam Haus und Garten immer mehr erkundete und seine Scheu uns und auch Besuchern gegenüber immer mehr ablegte.

Und dann kam im September 2019 die niederschmetternde Diagnose: Tumore an Milz und Leber! Die Tierärztin meinte, er sei schmerzfrei, aber eines Tages würde der größte Tumor aufplatzen und dann müsse man schnell handeln, um unnötiges Leiden zu ersparen.

Fast vier Monate blieben uns noch; Monate, in denen Lazlo noch mehr Fortschritte machte, jeden Tag etwas mutiger und glücklicher wurde. Weihnachten hat er noch sein Päckchen ausgepackt und war sogar der einzige, der sofort kapierte, dass man viel schneller an die versteckten Leckerlis kommt, wenn man das ganze Packpapier kurzerhand aus dem Karton zieht, anstatt mühsam darin herumzuwühlen. Am Samstag nach Weihnachten war noch alles gut, er ging mit uns und seinen Kumpeln spazieren, fraß, bekam noch ein Leckerli... und am nächsten Morgen ging gar nichts mehr und wir konnten nur noch die Tierärztin holen, um ihn zu erlösen.

Und jetzt vermissen wir ihn ganz schrecklich! Ich bin so froh, dass wir ihn bei uns hatten und wünschte nur, er hätte länger bleiben können. Wir hatten keine großen Erwartungen an diesen alten, schwarzen Angsthund gehabt, aber er hat uns so viel Freude gebracht und so viel gelehrt: Ich habe gelernt, kleine Signale zu deuten, auf winzige Bewegungen des Kopfes, einen veränderten Blick zu achten. Und ich werde nie wieder alte, zurückhaltende oder ängstliche Hunde unterschätzen, denn ich weiß jetzt, was für ein toller Charakter hinter dem Alter und der Angst verborgen sein kann, der nur darauf wartet, eine Chance zu bekommen, sich zu zeigen.

Dafür bin ich Lazlo unendlich dankbar!


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