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Principe

Umsonst auf dieser Welt?

Seit dem 14.4. können wir diese Frage mit NEIN beantworten. Mindestens 11 Jahre lebte Principe in der LIDA Olbia, vielleicht noch länger, so genau ist es nicht mehr nachvollziehbar. Der Uropi, dessen geschätztes Geburtsjahr 2000 ist, hat die Reise ins Glück überstanden. Sein endloses Warten und Durchhalten hinter Gittern war nicht umsonst. Ein Vergessener ist im Glück angekommen und darf seine müden Knochen endlich in einem warmen Körbchen ausruhen und mit seiner neugierigen Nase die Gerüche der Freiheit aufsaugen: Er hat einen Altersruhesitz auf Lebenszeit bei seinem seniorenerprobten Pflegefrauchen.

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Im Jahr 2006 kam uns Principe zum ersten Mal vor die Kameralinse, eher zufällig, als wir in seinem Gehege einen anderen Hund im Visier hatten. Damals war Prinicpe ein stolzer, aufrechter Rüde, der eine gefestigte Position im Rudel inne hatte, die Nähe zu uns Menschen jedoch mit beeindruckendem Gebell und imposanter Gebärde ablehnte. Es war kein Herankommen an ihn und ihn in die Vermittlung zu nehmen, schien uns zu riskant. Im Laufe der Jahre ist er uns dann unter den vielen hundert Hunden entglitten, in Vergessenheit geraten.

Als vor ein paar Monaten Principes Gehegefreund verstarb, baute Principe extrem ab und man holte ihn auf die Piazza, den Eingangsbereich im Rifugio, um ihm mehr Aufmerksamkeit und Abwechslung zu bieten. Mittlerweile war er ein alter Herr geworden, der seinen Stolz verloren hatte und die menschliche Ansprache und Berührung zuließ. Man konnte fast meinen, dass all die harten Jahre Principe gebrochen hatten.

Unvorstellbar, was ist alles in unserem Leben die letzten 10-12 Jahre passiert? Diese Zeit saß Principe hinter Gittern ab, trist, einsam, lieblos.

Wir waren es ihm schuldig, sofort JA zu sagen, als sein Pflegefrauchen anfragte, ob Principe zu ihr in Pflege gehen kann. Sein bisheriges Leben war Strafe genug, obwohl dieser liebe Kerl niemals etwas verbrochen hat. Tapfer und stark hat er die Bürde all die vielen Jahre getragen. Sinnlos wäre sein Leben gewesen, wenn er eines Tages einsam in der LIDA von dannen gezogen wäre, niemals das große Hundeglück erlebt hätte, niemals geliebt worden wäre. Er hätte umsonst gelebt.

Nun ist er in seinem liebevollen Pflegezuhause schon ein paar Tage recht munter unterwegs und traut sich von Tag zu Tag etwas mehr. Nach einem ganzen Leben hinter Gittern ist Principe, der nun liebevoll Nonno von seinem Pflegefrauchen gerufen wird, jedoch insgesamt sehr verunsichert und ängstlich. Insbesondere andere Menschen sind furchtbar für Principe, aber sein Frauchen arbeitet täglich mit ihm und zum Glück sind die Begegnungen mit anderen Hunden und ihren Besitzern auf den Runden draußen eine gute Übung. Principe/Nonno fasst mehr und mehr Vertrauen zu seinem Frauchen und lässt die Nähe zu, ganz zaghaft probiert er hin und wieder das weiche Kissenlager aus, bevorzugt jedoch immer noch den nackten Boden. Er ist ein lieber Kerl, der auch mit der Katze im Haushalt keine Probleme hat, obwohl diese ihn gerne mal anfaucht, wenn er ihr zu nah kommt. Principe bleibt gelassen. Er hat einen gesunden Appetit, liebt Leckerlis und ist neugierig und interessiert mit der Nase am Schnüffeln, wenn er mit Frauchen in der Natur ist. Vorbeifahrende Autos verunsichern ihn noch, andere Menschen auch, aber insgesamt geht das Laufen an der Leine sehr gut und Principe wirkt einigermaßen fit für sein hohes Alter. Seine Muskulatur ist komplett erschlafft und er ist sehr dürr, deshalb legt er sich hin und wieder ab beim Spazierenlaufen. Ein ganzes Leben holt man eben nicht in wenigen Tagen auf und bis sich eine sichere Routine einstellt und der Bewegungsapparat wieder in Gang kommt, wird es wohl noch dauern.

Am 26.4. hat Principe/Nonno seinen ersten Tierarztbesuch hinter sich gebracht und hat sich tapfer geschlagen. Es wurde Blut für den 1. Mittelmeertest und ein großes Screening abgenommen. Das Ergebnis folgt in Kürze. Leider wurden Ohrmilben festgestellt (wird mit Surolan behandelt) sowie auch eine Augenentzündung (Behandlung mit Augensalbe). Principes/Nonnos Zähne sind katastrophal, einige fehlen komplett, andere sind entzündet. Die Entscheidung, ob eine Zahnsanierung folgt, wird nach Erhalt des Blutbefundes getroffen. Und schließlich hat man Herzgeräusche bei dem lieben Schatz festgestellt, die jedoch glücklicherweise noch nicht behandlungsbedürftig sind.

Aber Principe/Nonno ist in den allerbesten Händen und wird in den nächsten Wochen und Monaten gepäppelt. Es wird dem lieben Schatz an nichts fehlen in seinem letzten Lebensabschnitt, er wird geliebt und umsorgt, er soll endlich ein glücklicher Hund sein.

Nun suchen wir für den lieben Opa Principe Paten, die ihn mit einem monatlichen Betrag unterstützen und uns helfen, die Medikamenten- und Behandlungskosten zu tragen.

Bitte schließen Sie eine Patenschaft für Principe ab und stehen Sie an seiner Seite für den kleinen Rest seines Lebens, seines glücklichen und behüteten Lebens.


Update August 2017

Von unserem ehemaligen Notfallhund Principe, jetzt Nonno, gibt es Neuigkeiten.
Lesen Sie, was sein Pflegefrauchen schreibt:

Der wunderhübsche Principe ist nach ca. 11+ Jahren im Rifugio, so genau ist das mehr nachzuvollziehen, an Karfreitag dieses Jahres bei mir eingezogen.

Ich hatte mir die Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht. Nicht nur die Frage, ob er körperlich eine solche Reise und die Umstellung verkraften würde, stand im Raum, sondern - nach meiner Zeit mit Mammetta, die ein kleiner "Kaspar Hauser" war - auch, ob Principe sich nach so vielen Jahren noch umgewöhnen und einleben könnte.

Hätte es aufgrund seines Gesundheitszustandes Bedenken gegeben, dass er die Reise nicht übersteht oder vielleicht ohnehin nur noch wenige Wochen hat, hätte ich ihm den Umzug nicht zugemutet. Steffi Richter, die ihn erst kurz zuvor gesehen hatte, und die Tierärztin im Rifugio versicherten mir jedoch übereinstimmend, dass er reisefähig und soweit auch fit sei, so dass die "Operation Principe" starten konnte.

Den Flug hat er gut überstanden, aber die ersten Tage war natürlich alles neu und fremd und schrecklich für Nonno (italienisch für Opa), wie ich ihn nenne. Der Kater im Haus, der Garten, fremde Menschen etc., alles war gemeingefährlich, und er hätte sich am liebsten verkrochen. Als Liegeplatz hat er sich dann schnell ein Kissen im Wohnzimmer, abseits vom Trubel, auserkoren.

Leider hört er so gut wie kaum noch, so dass meine Ansprache, wenn ich ins Zimmer gehe, nichts bringt. Hat er dann mitbekommen, dass ich im Raum war und gar neben ihm stand, wollte er anfangs in Panik immer mit Karacho durch das bodentiefe Fenster laufen - Gott sei Dank hat die Scheibe dem standgehalten, und jetzt ist es auch schon länger kein Problem mehr.

Auch draußen war alles Fremde natürlich einfach nur schrecklich. Autos, Radfahrer, Spaziergänger - bei ihrem Anblick wurden die Beine in die Erde gerammt und es ging keinen Schritt weiter. Waren sie vorbei, wurde allerdings neugierig hinterher geschaut. Dieses Verhalten hat sich, mit dem einen oder anderen Rückfall, schnell gebessert.

Fremde Menschen sind Nonno allerdings immer noch sehr suspekt. Er versucht jedoch mittlerweile nicht mehr, möglichst schnell eine große Distanz zwischen sich und den potentiellen "Feind" zu bringen, aber als ich mich neulich draußen länger mit meiner Nachbarin unterhielt, hat es doch ungefähr 45 Minuten gedauert, bis er sich getraut hat, auch einmal um sie herumzugehen.

Das klingt jetzt alles, als ob er immer fürchterlich gestresst wäre, aber er genießt seine Spaziergänge, schnüffelt viel und zwischendurch wird munter getrabt oder auch einmal "gehoppelt".

Im Haus schläft er natürlich den Großteil des Tages, nachdem er von seinem anfänglichen Stresslaufen ab ist. Besonders erstaunt hat mich, dass er - nach 3 Pinkeleinlagen in der Wohnung am 1. Tag - 100% stubenrein ist! Auch wenn er schon mal problemlos bis zu12 Stunden durch schläft, bei Hitze sogar tagsüber, passiert ihm anschließend kein Malheur. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, aber ich nehme es natürlich genauso gerne an wie die Tatsache, daß er problemlos alleine bleibt. Auch den Tierheim-Rhythmus (Aufstehen um ca. 03:30 - 04:00 Uhr morgens und dann Dauerlauf durch die Wohnung) hat er schnell abgelegt, und jetzt muss ich ihn meistens wecken.

Der erste Tierarztbesuch zeigte ein durchwachsenes Bild. Der MMC ergab einen alten Leishmaniose- sowie Ehrlichiose-Titer, beides aber nicht behandlungsbedürftig. Er hatte Ohrmilben, wirklich grottige Zähne (was erklärt, dass er, seitdem er entdeckt hat, dass es so etwas wie Nassfutter gibt, partout kein Trockenfutter mehr anrührt), eine Bindehautentzündung, ist (noch) untergewichtig, hat leichte Herzgeräusche und eine schwere Atmung. Deswegen bekommt er seit einigen Wochen einen ACE-Hemmer, der ihm gerade bei diesen Temperaturen sehr hilft. Auch einen Magenschoner bekommt er, da er sich in der Anfangszeit doch häufiger übergeben hat.

Dann hatte er sich ausgerechnet noch einen Magen-Darm-Infekt eingehandelt, der die ersten Päppelerfolge wieder völlig zunichte gemacht hatte. Doch auch anschließend bekam ich ihn partout nicht mehr zum Fressen. Die Erklärung dafür fand sich, als ich mitbekam, dass wir mehrere läufige Hündinnen in der Umgebung hatten. Dieser alte, liebeskranke Filou!

Da er absolut nichts mehr zuzusetzen hatte und schon im kritischen Bereich war, bekam er eine Hormonspritze, und nach einem Tag fraß er wieder, als wäre nie etwas gewesen. Männer! ;-)

Sein rechtes Ohr wird, vermutlich infolge einer alten chronischen Entzündung oder Bissverletzung, wohl dauerhaft mit einer Salbe oder Lotion Linderung bekommen müssen. Bei der Untersuchung und Säuberung hat er sich nahezu panisch gewehrt, was völlig untypisch für ihn ist, so dass da vielleicht durch jahrelange Schmerzen auch neurologische Verknüpfungen entstanden sind. (Ich hoffe, das habe ich korrekt formuliert.)

Insgesamt ist Nonno ein sehr sanfter Hund, der niemals bellt und sich in für ihn beängstigenden Situationen eher zurückzieht. Wenn er einmal keine Rückzugsmöglichkeit hat (z.B. wenn ich ihn bürste, was wir noch üben), schnappt er in die Luft, und ist mein Finger doch einmal in der Nähe, hat er (zumindest bislang ;-) ) eine absolute Beißhemmung.

Generell ist er ein toller, pflegeleichter Hund, der hierzulande niemals nicht so lange im Tierheim gesessen hätte. Ich schicke ein paar Photos mit, aber er ist bislang noch kein wirklicher Freund der Kamera... Ich bin froh, dass ich ihm als Pflegestelle noch eine schöne Zeit bieten kann, die er sich wirklich verdient hat. Ich würde mich freuen, wenn sich vielleicht der eine oder andere Pate für ihn finden würde, so daß der Verein die Tierarztkosten nicht komplett selber tragen muss.

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Diesem Wunsch von Principes/Nonnos Pflegefrauchen schließen wir uns an, denn für seine diversen Baustellen fallen regelmäßig Tierarztkosten an, die den Etat des Vereins spürbar belasten.


Ansprechpartner

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an:

Ansprechpartner Margot Schaaf


Spendenbetreuung Patenschaften

Telefon (0157) 82 98 23 38
E-Mail: margot.schaaf@streunerherzen.com


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